Amberg-Sulzbach
MdEP Ismail Ertug beim Erdchartaweg Amberg-Sulzbach e.V.
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| Verena Gerhardt-Hüttner, Evi Steiner-Böhm, Ismail Ertug und Brigitte Bachmann. |
Brigitte Bachmann, Verena Gerhardt-Hüttner und Evi Steiner-Böhm erläuterten zunächst die Entstehung der Erdcharta. Sie geht zurück auf den Bericht „Our Common Future“, den die UN Kommission für Umwelt und Entwicklung schon 1987 erstellte. Darin wird die Formulierung einer weltweit verbindlichen Erdcharta für eine nachhaltige Entwicklung erstmals vorgeschlagen.
Da sich der Umweltgipfel von Rio de Janeiro im Jahr 1992 nicht darauf einigen konnte, starteten Michail Gorbatchov, Maurice Strong und Ruud Lubbers eine zivile Initiative. Diese erarbeitete in einem jahrelangen Konsultationsprozess 16 Leitlinien zu den Themen „Achtung vor dem Leben, Ökologische Ganzheit, Soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden“.
Im Jahr 2000 wurde sie veröffentlicht und findet seitdem weltweit hunderttausende Unterstützer. Sie wurde in mittlerweile 60 Sprachen übersetzt und wird in 102 Ländern von Koordinierungsstellen in allen Bereichen des Lebens ins Gespräch gebracht.
Der Landkreis Amberg-Sulzbach gab dieser Vision einer nachhaltigen Welt einen besonderen Platz in seinem im Jahr 2007 verabschiedeten Leitbild: Dort wurde als Schlüsselprojekt ein Erdchartaweg, eine Art nachhaltiger Erlebnispfad, ausgewiesen.
Der 2010 gegründete Erdchartaweg Amberg-Sulzbach e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Idee in die Tat umzusetzen. Sie suchen Privatpersonen, Einrichtungen, Organisationen und Gemeinden, die eine oder mehrere der Leitlinien der Erdcharta vorbildlich umsetzen und stellen sie sowohl auf einer Webseite als auch in einem jährlich erscheinenden Magazin vor. Mittlerweile sind dort fast 40 „Best Practise“-Beispiele zu finden.
Ismail Ertug zeigte sich begeistert von der Idee, die man unter dem Slogan „Nachhaltig leben in Amberg-Sulzbach“ auch als touristische Marke sehr gut nutzen könnte. Beispiele dafür gibt es bereits: So hat der englische Badeort Bournemouth die Erdcharta in einem Werbefilm als Basis seiner weiteren nachhaltigen Entwicklung herausgestellt, die Stadt Montpellier in Vermount hat ihre gesamte Regionalentwicklung auf die Erdchrarta abgestimmt.
P. Alfred Lindner, der in diesem Jahr mehrere Veranstaltungen zum Thema Versöhnung der Religionen plant, stellte MdEP Ertug ein weiteres Erdchartaprojekt vor. So werde man zum Mausbergfest in Gebenbach mit Jugendlichen auf einem Feld das Emblem der Erdcharta, eine Friedenstaube, die die Erde umfängt, anpflanzen. Bereits in den nächsten Wochen sollten die Arbeiten dort beginnen.
Ismail Ertug lobte die Initiative, und sagte neben seiner Teilnahme an den interreligiösen Veranstaltungen auch seine tatkräftige Unterstützung bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten durch die EU zu.



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