Weiden
Im Jahr 2011 stehen Sozialwahlen bei den Versicherungsträgern an
Aus Sicht des kleinen Mannes bergen Sozialwahlen auch hohe (Porto-)Kosten
Es ist wieder so weit. In diesem Jahr stehen wiederum die Sozialwahlen bei den Trägern der Kranken- Renten- und Unfallversicherung an. Im Briefkasten lagen in den letzten Tagen die Anschreiben meiner Krankenkasse und auch das Anschreiben der BfA Berlin – rausgeschickt an soundsoviele Millionen (!!!) von Rentenbeziehern und Abertausenden Kassenmitgliedern.Als Leiter einer Betriebskrankenkasse hatte ich im Berufsleben alle sechs Jahre als Vorsitzender des Wahlausschusses damit zu tun. Trotzdem wundert mich immer wieder, welch immense Porto- und Personalkosten die BfA Berlin (jetzt DRV Bund), die DAK und andere Versicherungsträger auf sich nehmen (müssen), um den gesetzlich vorgeschriebenen, paritätischen Verwaltungsrat alle sechs Jahre neu zu installieren. Der Verwaltungsrat (VR) setzt sich je zur Hälfte aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammensetzen.
Besonders nachteilig bei solchen Wahlen ist die Tatsache, dass diejenigen, welche die in den Stimmzetteln aufgeführten Organisationen (in der Politik die Parteien) dem Wähler, dem kleinen Mann auf der Straße, nicht gerade gut bekannt sind.
Zu den Aufgaben des VR (in der Rentenversicherung: Vertreterversammlung) schreibt die DAK im Anschreiben nur kurz und bündig: „Mit Ihrer Stimme können Sie über die Zusammensetzung des ehrenamtlich arbeitenden Verwaltungsrates entscheiden. Er ist das oberste Gremium der DAK und schafft die Grundlage dafür, dass Sie im Fall der Fälle gut abgesichert sind.“ Die RV Berlin schreibt u.a.: "Ihre Stimme für eine starke Rentenversicherung! Nutzen Sie Ihr Recht auf Mitbestimmung und stärken Sie die Versichertenvertretung des DRV-Bund durch Ihre Stimmabgabe."
Diese Beschreibung in je zwei Sätzen scheint aber doch zu kurz gegriffen. Zum einen weiß nun der Versicherte nicht recht, was diese gewählten Verwaltungsräte denn nun in ihrem Ehrenamt tun und zweitens ist eine frühere hoheitliche Aufgabe der KV-Träger weggefallen, nämlich die Festsetzung des Beitragssatzes.
Das besorgt seit einigen Jahren nun schon der Deutsche Bundestag für alle Krankenkassen.
Früher konnte der „günstige (Einnahme-)Satz beim Beitrag“ bei einer Kasse Mitglieder anlocken und von anderer Kasse abwerben. Das ist vorbei! Bei den Betriebskrankenkassen gibt es jetzt nicht mehr Hunderte wie früher, sondern ihre Zahl ist vehement geschrumpft durch Fusionen – ein Beispiel in unserer Region ist die BKK Faber-Castell mit Sitz in Weiden und Hauptsitz in Regen/Ndb., die einige kleinere Einheiten zusammengefasst hat. Darunter sind Vorzeigefirmen wie Nachtmann und Rodenstock. Das ist sinnvoll, weil sich dadurch die oft zu hohen Verwaltungskosten reduzieren. Damit auch die Zahl der ehrenamtlich tätigen Verwaltungsräte.
In diesem Zusammenhang darf auf ein neueres Problem hingewiesen werden, mit dem wohl auch die Damen und Herren Verwaltungsräte konfrontiert sind:
der Zusatzbeitrag. Diesen bleche ich und meine Frau nun schon mindestens im zweiten Jahr, wahrscheinlich aber ohne eine bessere Versorgung als bei einer Krankenkasse ohne Zusatzbeitrag.
Die hohe Politik hat dieses Übel nun einmal geschaffen und für die Deutsche Angestellten Krankenkasse hatte es gleich mal verheerende Folgen. Viele ihrer Mitglieder haben mit den Füßen abgestimmt und sind regelrecht in Scharen zur Konkurrenz abgewandert. Auch wurde bekannt, dass Betroffene ihren fälligen Zusatzbeitrag verweigerten und die Kasse zur Zwangseintreibung gezwungen war.



versenden
drucken
Leserbrief

