Taormina
Abbas Khider : "Die Orangen des Präsidenten"
Vielleicht versteht man dadurch, warum die Menschen ihr Leben im Kampf gegen Gaddafi und Assad opfern
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| "Die Orangen des Präsidenten" gelesen in der "Wunderbar" auf Taormina. Bild: Wolfgang Demleitner |
Er beschreibt darin mit großem Humor die Not, die er und sein Volk erlebt haben und noch erleben. Ich habe Abbas Khider im Sommer 2010 eine Stunde lang in der Talksendung „Eins zu Eins“ in BR 2 gehört. Er lacht viel und ist ein äußerst lebenslustiger Mensch, der an Europa vor allem die blonden Frauen mag. Bei seinem Aussehen kein Wunder. Ich weiß nicht, wer einen Schönheitswettbewerb gewinnen würde: er oder Ceylan Bülent.
Ich muss eine Geschichte aus dem „Falschen Inder“ erzählen. In einem Flüchtlingslager in der Türkei gab Abbas Khider einen arabischen Namen an. Als ein Aufseher in die Zelle kam und seinen (angeblichen) Namen rief, ließ er ihn mehrmals und lautstark rufen, bis er sich endlich zu erkennen gab. Die Mitgefangenen lachten sich bereits schief, denn der angebliche Name, den der „Cerberus“ rief, hieß auf Arabisch: „Ich bin ein A...“
In seinem 2. Werk beschreibt er nunmehr auf seine einmalige, tragikomische Art zwei Jahre Gefängnisalltag: Hunger, Folter, Grausamkeiten und Zynismus. Aber auch den irakischen Alltag der Achtziger und Neunziger Jahre seiner Kindheit und Jugend.
Beide Romane kann ich mit gutem Gewissen empfehlen. Laut Klappentext baut das neue Werk eine Brücke zu einem Land auf, das uns täglich in den Nachrichten begegnet. Vielleicht versteht man dadurch auch mehr, warum die Jasminrevolution stattfindet und Menschen ihr Kostbarstes, ihr Leben, im Kampf gegen Gaddafi und Assad opfern.



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