Birgland
Eine friedliche Welt schafft man mit friedlichen Mitteln
Wenn ich all die Kommentare in den Chats und Foren lese, die den Mord an Osama Bin Laden als Heldentat feiere, wenn ich höre, dass Menschen Freude bei dessen Tod empfinden, stelle ich mir vor allem eine Frage: was hat das alles mit christlichen Werten zu tun? Haben wir nicht mehr gelernt aus der Geschichte? Kennen wir das alles nicht aus den Vorgeschichten des 1. und 2. Weltkriegs?Im 5. Kapitel Matthäus, Vers 38,39 heißt es: „Ihr habt gehört, dass da gesagt ist, Auge um Auge, Zahn um Zahn. - Ich aber sage euch, dass ihr widerstreben sollt dem Übel.“ Jesus meinte damit nicht, dass wir uns nicht wehren dürfen gegen die, die uns Unrecht tun. Er meinte damit auch nicht, das Leiden, die Demütigung, die Kälte zu suchen und in all diesen Schrecknissen das Heil zu finden.
Er forderte dazu auf, die Liebe zu leben, auch und besonders, wenn uns all diese Dinge begegnen und nicht genau das selbe zu tun was uns angetan wurde. Dem Impuls in uns, uns für das Unrecht das uns angetan wird, durch neues Unrecht zu rächen.
Es heißt natürlich nicht, dass wir Unrecht und Leid, das geschieht, nicht erkennen dürfen. Im Gegenteil wir sollen es erkennen, als genau solches bezeichnen. Und wir sollen dann dem Bösen in uns widerstreben, das uns dazu anleiten will, dieses Unrecht selber zu begehen.
Genau aus diesem Grund hat Jesus das Kreuz auf sich genommen. Weil er dem Impuls widerstrebt hat, denen, die ihm Unrecht taten, mit Hass und Rachsucht zu begegnen. Er hätte es damals gekonnt, das Volk wäre ihm gerne nachgefolgt. Er hätte einen Aufstand gegen die Römer anzetteln können - aber damit hätte er dem Bösen in sich nachgegeben. Statt dessen hat er das Leid auf sich genommen, um nicht selber schuldig zu werden. Er ist in der Liebe geblieben und wenn wir eine friedliche Welt für uns schaffen wollen ist er das Beispiel, dem wir nachfolgen sollten.
Die Lösung ist nicht, alle die umzubringen, die uns vermeintlich feindlich gesinnt sind, sondern eine friedliche, eine sozial gerechte und eine ökologisch ausgewogene Welt zu schaffen, in der alle Menschen einen Platz haben.
Wir verfügen sowohl über das Wissen als auch über die nötigen technischen Mittel - warum tun wir es dann nicht einfach?



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