Sulzbach-Rosenberg
Logopädin zu Besuch im Still-Café
|
| Auch die kleinen "Zuhörer" waren eifrig bei der Sache. |
Ilona Zellerer erläuterte zu Beginn, dass es sich neben den allseits bekannten Vorteilen des Stillens auch sehr wohl aus logopädischer Sicht lohne, sein Kind mit Muttermilch zu ernähren. Die Zungen-, Lippen- und Wangenmuskulatur werde beim Saugen an der Brust trainiert, was sehr wichtig für die Artikulation sei. Ebenso werde die Gaumen-, Gesichtslinien- und Gebissentwicklung dadurch schon positiv beeinflusst. Stillen fördere auch die korrekte Zungenruhelage und stelle dazu eine Basis für das physiologische Schluckmuster dar.
Flaschenernährung sei als Alternative denkbar, allerdings sei auf korrekte Flaschensauger zu achten. Eine Lochöffnung vorn anstatt oben, ein zu großes Saugerloch, sowie ein zu schmales Lippenschild könnten zu Schlucken gegen die Zahnreihen und somit zu Kiefer- und Zahnfehlstellungen führen.
Anschließend erläuterte die Logopädin die muskulären Schwächen im Mundbereich, die sie seit über 13 Jahren in ihrer Praxis mehrfach täglich sehe und mit verschiedenen Therapiemethoden behandle. Bereits im Säuglings- und Kleinkindesalter könnten bei diesen Kindern eine schlaffe Mundmuskulatur mit einer daraus resultierenden Mundatmung und dadurch oft Zahnfehlstellungen und Artikulationsstörungen beobachtet werden. Die Ursache hierfür liege meist schon im fehlenden Training der Muskulatur von Zunge, Lippen und Wangen bei der Säuglingsernährung. Zudem könne man häufig bei diesen Kindern eine schlaffe (hypotone) Körperspannung feststellen.
Durch falsches Saugen, an der Brust (zu starker Milchfluss) oder an der Flasche, könne es vorkommen, dass diese Muskelpartien zu wenig trainiert würden. Auch ein nicht korrekter Umgang mit Schnuller (falsche Größe und nicht aktives Saugen) beeinflusse dies negativ.
Die Einladung zu einer offenen Fragerunde an Frau Zellerer wurde von den zahlreich anwesenden, interessierten Müttern im Anschluss gerne in Anspruch genommen. Mit einem kleinen Präsent verabschiedete Sr. Michaela Herrmann die Logopädin und bedankte sich für den äußerst lebhaft und interessant gestalteten Vortrag.



versenden
drucken
Leserbrief

