Weiden
Zirkus-Kamele haben es oft besser als die Artisten
Sollen Tiere aus der Manege verschwinden?
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| Der Zirkus hatte eine größere Gruppe von Kamelen. Dieses Kamel war gleich sehr zutraulich, Small Talk war angesagt. Und den Kopf feste kraulen. Bild: Helmut Wolf |
Dem Tierschutzgerede "Wildtiere raus aus den Zirkussen" kann ich da beim besten Willen nicht ganz folgen. Mit diesen Forderungen macht man den Zirkusbetreibern das Leben noch schwerer, als es für sie wegen der ausbleibenden Zuschauer ohnehin schon ist. Ich komme zurück zu den Futter mampfenden Kamelen - die müssen zwar immer wieder von Ort zu Ort reisen - das Zirkusleben mag für sie etwas schöner sein, als es die Bauerskuh Liesl im ständig dunklen Stall hat.
Die Sicht auf die neueren Tierschutzbewegungen gibt mir nämlich durchaus auch die Möglichkeit, mit Nutztieren in der Landwirtschaft zu vergleichen. Hühnerkäfige, Schweinemastanlagen, Putenaufzucht. Wir könnten Herrn Bill Clinton folgen und Fleischessen ab sofort einschränken, nebenher bemerkt. Selbst die verwöhnteste Hauskatze führt kein artgerechtes Leben, weil wir sie in der Wohnung einsperren, statt dass sie in freier Wildbahn Mäuse jagt. Also der Vergleich mit dem Zirkus: Leben die Viecher artgerecht oder nicht?
Was soll man erst sagen zu unseren gefiederten Eierproduzenten hinter "schwedischen Gardinen", um es anschaulich zu formulieren. Da haben höchste Gerichte schon vor vielen Jahren entschieden, dass das Wegsperren in Käfige nicht mehr zugelassen werden darf. Doch eine so resolute Verbraucherschützerin wie Ilse Aigner kann trotzdem anderes (schlechteres) bestimmen. Also hat so eine Ministerin bei uns in Deutschland mehr Macht als höchste Gerichtsinstanzen. Wenn es geht - warum nicht?, sagt sich die Politik.
Lassen wir nun aber die Kirche beim Dorf und die Tiere im Zirkus. Die Artisten und Zirkushelfer brauchen gute Einnahmen, um ständig auch Futter für ihre Tiere zu bekommen. Vielleicht müssen sie selbst öfter ohne Lohn und Gage arbeiten. Dann hätten es die Vierbeiner im Zirkus sogar besser als die Artisten.



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