Von Bürgerreporter/in Petra Scharf  |  05.10.2011  | Netzcode: 2989897  |  240 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

Warum Stillen dem Baby so gut tut

Weltstillwoche vom 3. bis 9. Oktober 2011 unter dem Motto: „Stillen –sprich darüber!“

Einer der schönsten Momente im Leben einer Frau ist es, wenn sie nach der Geburt ihr Baby im Arm halten kann. Bei vielen Frauen setzt dann ein Automatismus ein und sie legen ihren Winzling schnell an die Brust. Leider scheitern aber auch sehr viele in den ersten Wochen aus den unterschiedlichsten Gründen.

"Stillen und Muttermilch stellen für das Baby nicht nur eine maßgeschneiderte Nahrung dar, sondern fördern auch die Eltern-Kind-Beziehung positiv und stärken die Abwehrmechanismen des Kindes", erklärt Elke Lotter, Stationsleitung der geburtshilflichen Station am Klinikum St. Marien Amberg.

Auch die Gesundheit der Mütter wird durch das Stillen positiv beeinflusst - so wird bspw. die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt gefördert. Es gibt zahlreiche gute Gründe, die für das Stillen sprechen. Wenn sich erst einmal alles eingespielt hat, stellt das Stillen eine sehr praktische und unkomplizierte Lösung für Mutter und Kind dar. Der Weg dorthin ist jedoch oft steinig, denn die frisch gebackene Mama und ihr Baby müssen sich zunächst aufeinander einstellen.

"Ein Großteil der Mütter entscheiden sich heute fürs Stillen", erklärt Frau Lotter. Unsicherheiten bei den Müttern, mangelnde Unterstützung und Wissen über das Stillen führen dazu, dass viele dann ganz schnell wieder aufgeben, wenn sich Probleme abzeichnen, wie wunde Brustwarzen, Milchstau, Stress, zu wenig Milch und schlechte Erfahrungen. Einige Frauen fangen beispielsweise auch frühzeitig wieder an zu arbeiten, und nicht jede hat die Möglichkeit, die Muttermilch abzupumpen und bis zur Fütterung geeignet aufzubewahren, anderen wird das Stillen einfach zu anstrengend.“ Und das obwohl sich die Frauen kostenlos über Hebammen fachliche Unterstützung holen können. Die Kosten übernehmen die Krankenkasse für die gesamte Stillzeit.

Grundsätzlich fördert das Stillen durch den Kontakt mit der mütterlichen Brust ein Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit und so die gesunde emotionale Entwicklung des Kindes. Die Qualität der Muttermilch ist jeder künstlichen Milch haushoch überlegen. Als Kursleiterin des Stilltreffs am Klinikum St. Marien kann Elke Lotter auf langjährige Erfahrung mit Müttern und ihre Stillfragen und –probleme zurückblicken. Aus ihrer täglichen Praxis heraus kann sie sich sehr gut in die Lage der frischgebackenen Mütter hineinversetzen und weiß diese zu beruhigen: „Normalerweise kann jede Frau ohne weiteres auf ihre eigenen Fähigkeiten bauen, denn ihr ist von Natur aus die Fähigkeit zum Stillen in die Wiege gelegt worden. Trotzdem können aber immer mal wieder Probleme auftauchen, vor allem in der ersten Zeit, wenn alles noch neu und ungewohnt ist. „Dann ist es gut, wenn die werdenden Mütter – und auch Väter – sich schon vor der Geburt Informationen und Rat holen konnten.

Elke Lotter, die selbst als Still- und Laktationsberaterin arbeitet, empfiehlt Frauen, sich bereits in der Schwangerschaft mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich gedanklich darauf vorzubereiten.

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