Weiden
Allerheiligen
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| Das Leben hat ein Ende, sagt uns der Allerheiligen-Tag. |
Wenn sich im Friedhof Arm und Reich Grab an Grab, nebeneinander finden, dann sehen wir: Der Tod macht alle gleich. Endgültigkeit wird vermittelt. Darstellungen an Monumenten behandeln das "Jüngste Gericht". Engelsfiguren verkünden es mit Posaunenklang. Ich ging durch einen Waldfriedhof einer Nachbargemeinde. Die Friedhofsanlage ist in einen Hang gebaut. Vogelgezwitscher in den Bäumen. Ich sehe viele Menschen bei emsiger Arbeit. Zur kirchlichen Segnung am nächsten Tag soll alles sauber geputzt und geschmückt sein. Viel goldig schimmerndes Herbstlaub liegt umher. Die Gräberreihen sind terrassenförmig angelegt, dazwischen Treppchen.
Kleine Kinder kommen meist in den Himmel, sagt man, dann sind sie Engel. In glücklichen Tagen geboren, ereilt sie ein recht grausames Schicksal. Abrupt endet das Leben eines noch jungen, zarten Pflänzchens. Herausgerissen aus dem Schoß der Familie senkt man es im weißen Kindersarg ins Grab. Friedhofsbesucher interessieren sich da manchmal besonders, wie alt war das Kind? Warum und woran mag es wohl gestorben sein? Verständliche Fragen. Leid und Tränen.
Schritte durch die Gräberreihen. Gedenksteine von Wehrmachtssoldaten im grünen Rasen. Eine Inschrift: J. Müller, geb. 1923, gefallen 1943. Aha, Stalingrad, denkt der Betrachter unvermittelt. Von einer russischen Granate erwischt. Vor fast 70 Jahren - Mann ist das schon lange her seit diesen unseligen Heilhitlertagen. Dastehen und nachdenken, warum so viele in der Blüte des Lebens aus der Welt scheiden mussten. Tod und Auferstehung. Am Allerheiligentag kommen solche Gedanken auf. Aber kein Gedanke an Halloween!
Anmerkung: Diesen Aufsatz schrieb ich vor Jahren in längerer Ausführung im Buch der Turmschreiber Weiden, "Gedankenflug".



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