Sulzbach-Rosenberg
Pflegeperson sind dem MDK und der Pflegekasse völlig ausgeliefert
Dem Medizinischen Dienst ausgeliefert. Nicht nur die Pflegeheime, sondern auch die Pflegepersonen sind dem MDK ausgeliefert. Man muss sich die Bezeichnung „MDK" auf der Zunge zergehen lassen. MDK heißt nämlich "Medizinischer Dienst der Krankenkassen". Da trifft eine alte Volksweisheit bestens zu, die heißt nämlich, „Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe“.Der MDK wird ja von den Kassen bezahlt. Es ist zwar notwendig, dass die Heime vom MDK geprüft und benotet werden, denn in einigen Heimen ist die Pflege und Versorgung der Heiminsassen nicht in Ordnung. Nun zur Einstufung in die Pflegestufen. Bevor der MDK kommt, wird der Pflegeperson ein Formular zugestellt, worin die Pflegeperson nach Minuten die Grundpflege wahrheitsgetreu angibt. Dann kommt jemand vom MDK, aber derjenige Prüfer ist kein Arzt, sondern ein ehemaliger Krankenpfleger. Dieser hat sich nicht einmal beim behandelnden Arzt des Pfleglings erkundigt (Obwohl es in den Richtlinien des MDK zu lesen ist).
Der Prüfer erstellt ein sogenanntes Gutachten. Dieses darf nicht einmal die Pflegeperson einsehen, ob alles auch zutrifft, was der Prüfer des MDK in den Computer schreibt. Von der zuständigen Pflegekasse wird dann dem Antragsteller mitgeteilt, dass der Antrag auf die beantragte Pflegestufe abgelehnt wird, weil dazu die Minuten der Grundpflege nicht erreicht werden. Es werden nicht einmal die von der pflegenden Person angegebenen Minuten der Versorgung anerkannt.
Dieser Bescheid löst bei vielen Antragstellern und Pflegepersonen Kopfschütteln aus. Die wirkliche Hilfe die die Pflegeperson täglich und auch nachts aufbringen muss, sieht in Wirklichkeit ganz anders aus. Wie dieses Gutachten zustande kommt, ist für viele ein Rätsel. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als diesen Bescheid anzuerkennen oder Widerspruch einzulegen. Wird diesem Bescheid von der zuständigen Pflegekasse nicht abgeholfen, bleibt einem letztlich nichts anderes übrig, als Klage beim Sozialgericht zu erheben.
Als Philipp Rösler Bundesgesundheitsminister war, erklärte er das Jahr 2011 als Jahr der Pflege. Jetzt ist Daniel Bar für dieses Ministerium zuständig und das Jahr geht bald zu Ende. Geschehen in der Pflege ist außer Ankündigungen nichts. Die Politik wäre längst gefordert, die minutiöse Beurteilung des MDK bei der Pflege abzuschaffen, und auch bei den Pflegenden zu Hause für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.



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