Amberg
Rebecca - Ich hab geträumt von Manderley
Oberpfälzerin spielt eine der weiblichen Hauptrollen
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| Thomas Borchert (von links), Oberpfälzerin Lucy Scherer, Pia Douwes (hinten). Bild: stage-entertaiment |
Eine der weiblichen Hauptrollen in diesem Musical spielt Lucy Scherer. Sie ist in Regensburg aufgewachsen und sammelte ihre ersten Erfahrungen am dortigen Stadttheater. Die Rolle der "Ich" in Rebecca ist aber weder ihr erstes Musical in Stuttgart, noch ihre erste große Rolle. Nein, sie hat sich in der Musialbranche schon einen Namen gemacht. Auch im Fernsehen war sie zu sehen. Für ihre Rolle in der SAT1 Telenovela "Hand auf Herz" bekam sie sogar den "Fanpreis weiblich".
"Rebecca" begann als Roman von Daphne du Maurier, den sie im Jahr 1938 schrieb. Er ist heute ein Klassiker und ging millionenfach um die ganze Welt. So wurde auch Alfred Hitschcock 1940 darauf aufmerksam und verfilmte das Buch. Die Verfilmung wurde mit zwei Oscars ausgezeichnet.
Doch nun kurz zur Geschichte. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter Rebecca?
Alles beginnt damit, dass ein junges Mädchen aus der Mittelschicht in eine Adelsfamilie einheiratet. Sie verliebt sich in Maxim de Winter, gespielt von Thomas Borchert, in Monte Carlo. "Ich" ist als Gesellschafterin der Mrs van Hopper (Isabel Dörfler) engagiert, die derzeit Urlaub dort macht. In Monte Carlo verbringen Ich (Lucy Scherer), und Mr. de Winter, einige schöne Tage und heiraten schließlich. Sie wird somit die "neue" Mrs. de Winter. Gemeinsam kehren sie auf den Landsitz der Adelsfamilie nach Manderley zurück.
Die "alte" Mrs. de Winter, Rebecca, ist allgegenwärtig auf "Manderley". Die Haushälterin Mrs. Danvers, gespielt von Pia Douwes, tut auch alles, dass Rebecca nicht aus dem Gedächtnis verschwindet und hofft auf ihre Rückkehr.
Die neue Mrs. de Winter, im Musical wird sie immer "Ich" genannt, ist sehr schüchtern, möchte es allen recht machen, vor allem ihrem Mann, und wird auch in der Gesellschaft nicht anerkannt. Diese Feindseligkeit ihr gegenüber möchte sie mit dem jährlich stattfinden Maskenball, dessen Tradtion sie beibehalten möchte, endlich beenden. Doch damit beginnt erst das ganze Drama. So nach und nach kommt die ganze Wahrheit um Rebecca ans Licht.
Ich möchte hier nicht zu viel verraten, denn ein wenig Spannung sollte schon noch sein, wenn Sie sich das Stück ansehen. Eines möchte ich dennoch verraten. Die "Ich" steht immer zu Ihrem Mann "egal", was auch passiert und Manderley steht am Ende in Flammen.
Die Darstellung von Lucy Scherer ist einfach fantastisch, sie spielt das naive, verliebte Mädchen genauso überzeugend, wie später die selbstbewusste, liebende Frau. Stimmlich überzeugt sie in jeder Hinsicht. Lieder wie "Ich hab geträumt von Manderley" oder auch "Zeit in einer Flasche" um nur zwei zu nennen, werden so zu Showstoppern. Es ist schön, sie wieder auf der Musicalbühne zu erleben. Hier gehört sie definitiv auch hin. Welcome back.
Über eine Pia Douwes braucht man eigentlich gar nicht mehr viel sagen. Sie ist die "Diva" des Musicals und spielt und singt die Mrs. Danvers, als wäre sie die hinterhältige Haushälterin selber. "Rebecca" oder auch "Sie ergiebt sich nicht" sind Hörgenuss erster Klasse.
Auf die männliche Hauptrolle, Thomas Borchert, als Mr. de Winter kann ich keine Lobeshymne singen. Ihm glaubt man seine dargestellte Rolle nicht. Dass er sich in die junge "Ich" verliebt, das sieht man gar nicht. Seine Zorn ist gespielt und nicht glaubhaft rübergebracht. Stimmlich sind seine dargebotenen Lieder in Ordnung, wie unter anderem bei "Gott warum" oder auch "Kein Lächeln war je so kalt“, doch gepaart mit seinem Schauspiel bleibt es einfach farblos.
Eine postitive Überrachung ist "Isabelle Dörfler". Stimmlich hollt sie aus ihren Liedern alles raus. Schauspielerisch einfach toll. Sie sorgt für die gute Stimmung in diesem Stück. Stimmlich auch sehr gut, ist Kerstin Ibald als Schwägerin Beatrice.
Nicht vegessen darf man das Ensemble und das Orchester unter der Leitung von Klaus Wilhelm, wie auch die Choreographien unter der Gesamtregie von Francesa Zambello.
Beeindruckend jedoch ist das Bühnenbild, es schweben Kulissenteile ein, die Treppe dreht sich und am Ende brennt diese sogar noch ab. Die Treppe wird mit echtem Feuer entzüdet und wird somit zum Hingucker des Abends. Filmische Projektionen helfen hin und wieder aus, denn alles kann nicht nachgebaut werden.
Zusammenfassend kann man sagen, ein Musical mit Schwächen und einigen musikalischen Highlights. Die Geschichte ebbt hin und wieder ab, am Schluss nimmt sie dann die Fahrt auf, die man sich am Anfang auch wünschen würde. Überzeugen können einzig die weiblichen Hauptdarsteller, denn diese machen das Stück sehens- und hörenswert. Die männlichen Darsteller bleiben allesamt weit hinter den den weiblichen zurück. Auch das Bühnenbild und die Choregraphien sind sehenswert. Außerdem gibt´s ja "unsere Oberpfälzerin" Lucy Scherer zu bewundern.
Wer jetzt Lust bekommen hat, kann sich nähere Infos noch selber nachlesen.
www.stage-entertaiment.de



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