Von Harald Mohr  |  13.12.2011  | Netzcode: 3072280  |  276 Mal gelesen.
Tirschenreuth

Sonne, Mond und zu viele Wolken

Getrübte Sicht auf totale Mondfinsternis in Tirschenreuth

Eine Mondfinsternis kann man gut mit dem
Eine Mondfinsternis kann man gut mit dem Feldstecher beobachten. Aber nur, wenn keine Wolke davor steht. Bild: Harald Mohr
Schon ab 16 Uhr war am vergangenen Samstag die Sternwarte Tirschenreuth geöffnet. Man wollte den Besuchern einen ganz besonderen Anblick zeigen: eine totale Mondfinsternis. Leider schob sich eine Wolke vor den tief am Horizont stehenden Mond und behinderte die Sicht der rund 30 Besucher. Der Himmel über Großklenau riss erst auf, als die Finsternis eineinhalb Stunden später gerade vorbei war.

Ihr Ziel hatten die Sternengucker dennoch erreicht: Interesse für das faszinierende Hobby Astronomie zu wecken. Denn ersatzweise ließ Monika Hubrich von der Sternwarte die Besucher einen Blick auf den Jupiter und seine Monde werfen. Natürlich erklärte die 28-jährige Tirschenreutherin trotzdem, wie eine Mondfinsternis überhaupt zustande kommt: Voraussetzung ist, dass Sonne, Mond und Erde etwa in einer Linie stehen, wobei die Erde näher an der Sonne ist. Sprich: Es ist Vollmond und die Sonne beleuchtet die ganze uns zugewandte Mondseite.
So wie auf diesem Bild muss man sich eine totale
So wie auf diesem Bild muss man sich eine totale Mondfinsternis vorstellen. Bild: Harald Mohr


Bekanntlich kommt es aber nicht jeden Monat zu einer Mondfinsternis. Das liegt daran, dass die Mondbahn um die Erde nicht auf der gleichen Ebene liegt wie die Umlaufbahn der Erde um die Sonne. Die beiden Umlaufbahnen kreuzen sich „nur zweimal im Jahr an den sogenannten Drachenpunkten“, erklärte Monika Hubrich. Nicht jedes Mal kommt es freilich zu einer totalen Mondfinsternis, bei der der Mond vollständig vom Schatten der Erde verfinstert wird. Erst am 28. September 2015 gibt es wieder eine totale Mondfinsternis.

Jedes Mal, wenn an den Drachenpunkten der Mond zwischen Erde und Sonne steht, kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Doch sie ist viel seltener zu sehen als eine Mondfinsternis. Der Grund sind die Größenverhältnisse der Himmelskörper: Relativ zur Erde ist der Mond sehr klein und erzeugt somit einen entsprechend kleinen Schatten. „Der Schatten des Mondes trifft nur einen kleinen Fleck mit ungefähr 100 Kilometern Durchmessern auf der Erde“, erklärte Monika Hubrich. Nur wer in genau diesem Bereich lebt, kann also die Sonnenfinsternis jeweils sehen.
Auch die Kinder warfen gerne einen Blick auf den
Auch die Kinder warfen gerne einen Blick auf den Jupiter. Bild: Harald Mohr


Wer sich für Astronomie interessiert, kann jeden Freitag ab 20 Uhr die Sternwarte Tirschenreuth besuchen (außer es ist Feiertag wie am 6. Januar 2012). Der Eintritt für Erwachsenen beträgt vier Euro. Jedes Mal geht es zuerst um ein anderes theoretisches Schwerpunktthema. Die Themen findet man auf www.sternwarte-tirschenreuth.de oder dem Flugblatt der Sternwarte, das es zum Beispiel bei der Volkshochschule gibt.

Nach dem Vortrag wird mit dem großen Teleskop der Himmel beobachtet. Bei schlechtem Wetter wird nach dem Vortrag das Teleskop theoretisch erklärt und es werden Bilder gezeigt.

Heuer geht es am 16. Dezember um den aktuellen Sternenhimmel, am 23. Dezember um den „Stern von Bethlehem“. Bei der letzten Veranstaltung in diesem Jahr, am 30. Dezember, steht ein „astronomischer Jahresrückblick“ auf dem Programm. Höhepunkt der Astronomen im neuen Jahr ist der „Tag der Astronomie“ am 24. März. An diesem Tag ist die Sternwarte ganztags kostenlos geöffnet.

Monika Hubrich erklärte, wie eine Mondfinsternis
Monika Hubrich erklärte, wie eine Mondfinsternis zustande kommt. Bild: Harald Mohr


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