Waldsassen
Glücksbringer und Talismane
Glückssymbole haben vor allem zum Jahreswechsel Hochsaison
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| Glücksschwein. |
„Glück ist wie ein Schmetterling“, sang Nana Mouskouri schon vor Jahren in einem bekannten Schlager. Ob dem wirklich so ist, dass das Glück nicht von Dauer ist, mag dahingestellt bleiben. Andererseits kommt es auch darauf an, was jeder persönlich unter Glück versteht. Für manchen genügt oft nur eine Kleinigkeit, um ihn glücklich machen zu können. Während der andere jede Menge an Talismanen und Glücksbringern benötigt und sein Glück doch nicht findet! Wilhelm Busch meinte zu diesem Thema: „Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.“
FLIEGENPILZ UND SCHORNSTEINFEGER
Der Fliegenpilz ist ein beliebtes Glückssymbol. Er ist zwar der schönste Pilz, aber auch sehr giftig. Warum ausgerechnet er zu einem Glücksbringer wurde, ist etwas rätselhaft. Ob es an seiner schönen Erscheinung liegt, oder daran, dass er bei den Germanen als heilige Pflanze galt, ist unklar. Vielleicht verdankt der Fliegenpilz seine Beliebtheit auch der Tatsache, dass er als schamanisches Rauschmittel zum Übergang zwischen dieser und einer anderen Welt angewandt wurde.
Es ist noch gar nicht so lange her, da gingen in manchen Gegenden am Neujahrstag die Schornsteinfeger traditionell von Haus zu Haus und wünschten den Bewohnern ein gesundes neues Jahr.
Der Schornsteinfeger bzw. Kaminkehrer, wie er auch genannt wird, gilt schon immer als Glücksbringer, zumindest jedoch ab 1640. In diesem Jahr wurde Antonius aus Mailand als erster Schornsteinfeger urkundlich erwähnt. In dieser Zeit fielen oft ganze Ortschaften gewaltigen Bränden zum Opfer. Verschont wurden oft nur diejenigen Häuser, in denen der Schornsteinfeger öfters verkehrte. Dadurch mag wohl der berechtigte Glaube bzw. Aberglaube entstanden sein, dass ein Schornsteinfeger den Menschen Glück bringt, denn: Ein verstopfter Kamin bedeutete Brandgefahr, aber auch, dass nicht geheizt werden konnte und es deshalb auch kein warmes Essen gab! All diese Kalamitäten konnte nur er beseitigen, wenn er den Kamin reinigte und so für eine gute Verbindung zwischen Erde und Himmel sorgte!
HUFEISEN UND VIERBLÄTTRIGES KLEEBLATT
Ein beliebter Talisman ist noch immer das Hufeisen. Es soll Haus und Hof schützen. Deshalb hängt man es auch heute noch gerne auf. Man sollte es aber so befestigen, dass es nach oben offen ist, damit das Glück hängen bleibt und nicht heraus fällt. Es soll allerdings auch Menschen geben, die in dieser Befestigungsart in der U-Form die Hörner des Teufels sehen und das Hufeisen deshalb verkehrt herum aufhängen. Andere wiederum achten darauf, dass das Hufeisen als „C“ wie Christus zu sehen ist.
Als beliebtes Glückssymbol gilt bei uns das Vierblättrige Kleeblatt. Um ein solches zu finden, braucht man schon großes Glück, da es sie draußen in der Natur nur sehr selten gibt. Man darf es auch nicht suchen, sondern es muss zufällig gefunden werden. Ob es wohl deswegen als Glückssymbol gilt? Dazu gibt es auch eine Legende: Als Eva aus dem Paradies vertrieben wurde, nahm sie als Andenken ein Vierblättriges Kleeblatt mit. Deshalb sagt derjenige, der heute ein solches findet, er hält ein kleines Stück vom Paradies in den Händen!
Schon für die Okkultisten war der Klee als Amulett von großem Wert. Den Druiden galt er als Zauberpflanze. Die Christen verehrten ihn wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Kreuz und er galt als Dreifaltigkeitssymbol. Dem heiligen Patrick, dem „Apostels Irlands" diente er als Attribut.
Man trocknet und presst Vierblättrige Kleeblätter in Schulbücher, was gute Noten bringen soll. In Kleider näht man sie ein und in Brautschuhe werden sie gelegt, was viel Zärtlichkeit erwarten lässt. Mädchen, die ein solches Kleeblatt finden, sollten jedoch vorsichtig sein, bevor sie dieses mitnehmen. Die nächste männliche Person, die ihnen begegnet, soll angeblich ihr Ehemann werden!
GLÜCKSSCHWEIN, MARIENKÄFER UND GLÜCKSPFENNIG
Der Eber war schon den Germanen heilig. Das Schwein galt auch als ein Zeichen für Wohlstand und Reichtum und war zugleich ein Symbol der Fruchtbarkeit. Warum aber gerade das Schwein als Glückssymbol so verbreitet ist, wird unterschiedlich begründet. Man sagt zum Beispiel: „Schwein haben“ oder „Schweineglück“, was soviel bedeutet, wie ein unerwartetes oder unverdientes Glück haben. Diese Redewendung soll aus dem Mittelalter stammen. Bei volkstümlichen Wettspielen soll damals jeweils der letzte bzw. schlechteste Teilnehmer unter spöttischen Glückwünschen ein Ferkel oder Schwein erhalten haben. Dieses war jedoch für den Verlierer trotz Spott ein „Glücksbringer“. Daraus soll der Begriff „Glücksschwein“ entstanden sein.
Es gibt dazu auch noch einige andere Hypothesen. Es würde aber jetzt zu weit führen, diese hier alle aufzuführen. Hier nur noch kurz die Tatsache, das in Bayern auf Spielkarten das Schwein auch als Motiv verwendet wird. Diese Karten, wie die „Schellensau“, „Eichelsau“ u.s.w. gelten je nach Kartenspiel oft als Trumpfkarte.
Der Glückspfennig gilt schon lange als Symbol für Reichtum. Heißt doch ein altes Sprichwort: „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“. Wie viele Menschen mögen wohl in ihrer Geldbörse einen Glückspfennig bzw. Glückscent aufbewahren, in der wagen Hoffnung, dass er sie irgendwann einmal zu Reichtum bringen würde.
Glück bringt auch der Marienkäfer. Wenn einem ein solcher zufliegt, darf man ihn nicht abschütteln oder sogar töten. Dies brächte einem Unglück. Er gilt als Himmelsbote der Mutter Gottes der Kranke heilt und Kinder beschützt.
DIE UNGLÜCKSZAHL "13"
Wenn vom Glück die Rede ist, dann muss zumindest auch das Unglück bzw. Pech erwähnt werden. Als Synonym für einen Unglücksbringer zählt die Zahl „13“. Gar manch einer hat wohl an einem Freitag den 13. ein etwas flaues Gefühl im Magen, wenn er am Morgen aus dem Haus geht. Auch das 13. Ehejahr beunruhigt wohl so manches Pärchen. In vielen Hotels fehlt das Zimmer mit der Nummer 13 und auch in Hochhäusern fehlt oft das 13.Stockwerk, so dass nach der 12. die 14. Etage folgt. Dies ist selbst im technologisch führenden Amerika der Fall, obwohl die USA in ihrer Flagge 13 Streifen haben. In diesem Fall bewerten sie die „13“ jedoch als Glückszahl.
Die Dreizehn gilt in vielen Kulturen als Unglückszahl. Diese irrationale Furcht vor der „13“ nennt man Triskaidekaphobie. Diese Menschen meiden alles, was irgendwie mit der Zahl dreizehn zu tun haben könnte. Die Angst vor dem Freitag den 13. ist bei uns kein traditioneller Aberglaube. Diese gibt es erst seit dem 20. Jahrhundert. Vermutlich kommt speziell diese Angst – wie so vieles andere auch - aus Amerika.
Ursache könnte der große Börsenkrach von 1927 sein, der zwar am Donnerstag begann, seinen Höhepunkt aber am Freitag den 13. fand. Auch Apollo 13 startete 1970 an einem Freitag. Bei uns in Deutschland soll dieses Unglücksdatum das erste Mal 1957 in einer Glosse der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aufgetaucht sein, als der Stapellauf des Öltankers ''Tina Onassis'' wegen dieses Datums verschoben wurde.
Balzac sagt in „Die Bauern“: „Ob glücklich oder unglücklich, der Mensch verleiht den kleinsten Dingen, mit denen er lebt, ein Gesicht; er lauscht ihnen und fragt sie um Rat, so groß ist der natürliche Aberglaube in ihm.“ Ob es das unscheinbare Kleeblatt, das kaum sichtbare Marienkäferchen oder das kleine Pfennigstück ist. In jedem Kleinen liegt der Ursprung für etwas Großes, zumindest wenn wir daran glauben. Deshalb tragen wohl auch so viele Menschen einen kleinen Talisman oder Glücksbringer bei sich, in der Hoffnung, er möge ihnen zu etwas Glück verhelfen.



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