Von Bürgerreporter/in Hermann Zöller  |  29.12.2011  | Netzcode: 3090365  |  184 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Gebenbach

Gebenbacher für Windkraft

Keine Proteste gegen Windräder

Bild zu Gebenbacher für Windkraft
Zahlreiche interessierte Bürger konnte der Gebenbacher Bürgermeister Dotzler (stehend) zur Informationsveranstaltung „Windkraft“ begrüßen.
Zur ersten Informationsveranstaltung über die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung an den beiden geplanten Windrädern konnte Bürgermeister Dotzler zahlreiche interessierte Bürger aus Gebenbach und Umgebung im Atzmannsrichter Gemeinschaftshaus begrüßen. Stefan Trummer von der Regensburger Firma „Ostwind“ erläuterte die technischen Aspekte und Erich Wust, Geschäftsführer der „Wust Windkraft Verwaltungs- und Beteiligungs-GmbH“ aus Markt Erlbach, referierte über die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung.

Herr Trummer führte aus, dass im nördlichen Gebenbacher Gemeindegebiet, am sogenannten „Postweg“, zwei Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 140 Metern und einem Rotordurchmesser von 112 Metern geplant seien. Die Anlagen vom Typ „V 112“ des Weltmarktführers „Vestas“ würden jeweils drei Megawatt Strom liefern.

„Das Schall- und Schattenwurfgutachten bescheinigt Lärmwerte unterhalb der Vorgaben für Kurgebiete. Schattenwurf auf Gebäude wird ausgeschlossen!“, erklärte Trummer.

Die beiden Ertragsgutachten würden eine gute Eignung des Standorts „Postweg“ bescheinigen und die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung sei ebenfalls abgeschlossen. Lediglich der genaue Einspeisepunkt ins Stromnetz müsse mit der EON-Bayern noch abgestimmt werden. Nach derzeitigem Stand ist im Juni 2012 mit dem Baubeginn zu rechnen. Ende nächsten Jahres sollen dann beide Anlagen betriebsbereit sein.

„Durch die finanzielle Beteiligung der Bürger wird verhindert, dass diese Anlagen in die Hände von Großinvestoren fallen! Die Wertschöpfung bleibt in der Region!“ Mit diesen Worten begann Erich Wust, dessen Firma die technische und wirtschaftliche Betriebsführung anbietet, seine Ausführungen. Wenn man die Anschaffungs- und Betriebskosten den durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelten Einnahmen gegenüberstelle, sei in den nächsten 20 Jahren eine jährliche Kapitalrendite von durchschnittlich 6,6 Prozent realistisch.Die Ausschüttungsquote nach 20 Jahren liege bei 230 Prozent.

Ab nächstem Jahr ist es auch möglich, den erzeugten Strom selbst zu vermarkten und dadurch eventuell höhere Gewinne zu erzielen. Letztendlich hängen die Erträge aber vom Wind ab. „Das Jahr 2010 war ein sehr schlechtes Windjahr, im Jahr 2007 hatten wir überdurchschnittlich hohe Erträge!“, so Erich Wust. Er schlug vor, dass eine Beteiligung ab 5000 Euro möglich sein sollte und zuerst die Bürger aus Gebenbach zum Zuge kommen sollten. Als Betriebsform favorisierte er eine „GmbH & Co. KG“.

Bei der anschließenden Diskussion wurde schnell klar, dass keine Windkraftgegner anwesend waren, denn die zahlreichen Fragen an die beiden Referenten befassten sich ausschließlich mit technischen und wirtschaftlichen Themen.

Am Ende zog Bürgermeister Dotzler eine positive Bilanz: „Ich danke der Bevölkerung für die Bereitschaft, die Erzeugung von erneuerbarer Energie in die eigenen Hände zu nehmen. Gebenbach bietet Bürgerbeteiligung im Sinne der Bürger!“

Die nächste Informationsveranstaltung zu diesem Thema wird im Februar 2012 stattfinden.


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