Amberg
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Musical "Elisabeth" wieder in München
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| "Der letzte Tanz" mit Elisabeth (Annemike van Dam) und dem Tod (Mark Seibert). Bild: deutsches-theater |
Seit dem 22. Dezember ist "Elisabeth", das sich zum erfolgreichsten deutschsprachingen Musical erntwickelt hat, wieder im Deutschen Theater in München zu Gast. Das 20-jährige Bühnenjubiläum wird entsprechend zelebriert:
Alles beginnt mit dem Mörder von Elisabeth, Luigi Lucheni, der behauptet, sie nur der Liebe wegen, im Auftrag des Todes, ermordet zu haben. Er beschwört die Zeitgenossen, die Toten, herauf und tritt fortan als Erzähler durch das Leben von Elisabeth auf.
Er erzählt von Elisabeths Leben in Possenhofen bis zur Begegnung mit dem Kaiser Franz Josef in den sie sich schließlich verliebt und dann eine Traumhochzeit feiert. Sie zieht nach Wien, dort wird sie von ihrer Schwiegermutter, Erzherzogin Sophie, zur Kaiserin erzogen. Getreu dem Motto: "Eine Kaiserin muss glänzen". Ihre Kinder werden auch von ihrer Schwiegermutter erzogen, obwohl Elisabeth sich wehrt, aber den Kürzeren sieht.
Als sie der Kaiser für die Versöhnung mit Ungarn benötigt, versteht sie es, ihre Interessen geschickt durchzusetzten. Sie stellt dem Kaiser ein Ultimatum. Der Kaiser braucht und liebt sie und geht darauf ein, ganz nach einer Textzeile "Was immer du willst ich geb es Dir". Er steht zu seiner Frau und gibt ihr die Kinder zurück.
Erzherzogin Sophie sieht ihre Felle davonschwimmen, denn Elisabeth bekommt zu viel Macht. So führt sie dem Kaiser eine Prostituierte zu. Nicht nur die Affäre des Kaisers, sondern auch den Tod ihres Sohnes Rudolf, dem sie vorher ihre Hilfe verweigerte, muss Elisabeth verkraften. Aufgrund der Affäre ihres Mannes bricht sie mit ihm und zieht durch die Lande. Sie flieht vor der lästigen Pflicht am Hofe.
Immer an Elisabeths Seite, am Rand des Abgrunds und in ihrem Schatten ist der Tod. Sie geht am Ende ihres Lebensweges, der von Höhen und Tiefen, Glück und Zweifeln geprägt war und nachdem die Schleicher gefallen sind, das ersehnte Rendezvous mit dem Tod ein.
Die diesjährige Tour ist schon aufgrund der Darsteller sehenswert. Die Rolle der Elisabeth übernimmt wieder Annemieke von Dam. Sie war bereits bei der letzten Tour der gefeierte Star. Ich finde, sie ist in der Rolle gereift, spielt sie dramatischer und ihre Stimme ist großartig. "Ich gehör nur mir" wird zurecht zum Showstopper.
Ihr zur Seite steht Matthias Edenborn als Kaiser Franz Joseph. Er mimt einen sehr strengen Kaiser. Stimmlich einfach super. "Mach auf mein Engel" oder auch "Boote in der Nacht" werden zum Gänsehautfaktor.
Der zweite im Bunde ist Mark Seibert als Tod. Eine Größe in der Musicalbranche und das zu Recht. Er spielt den Tod sehr überzeugend. Zuerst hingezogen von Elisabeth, dann wird er fallengelassen und als sie ihn ruft, lässt er sie fallen. Am Schluss jedoch endlich das ersehnte Rendezvous oder genauer gesagt die Vereinigung der Liebenden. "Der letzte Tanz", "Wenn ich tanzen will" oder auch "Die Schatten werden länger" - einfach genial. Mehr braucht man hier nicht zu sagen.
Hervorheben muss man unbedingt noch Abbasi Kurosch als Luigi Lucheni, Betti Vermuellen als Erzherzogin Sophie und Elissa Huber in der Doppelrolle der Frau Wolf und Frau Ludovika. Diese drei überzeugen durch ihre Stimmen und ihr Schauspiel.
Das Ensemble kann vor allem in "Milch" sein Können unter Beweis stellen. Auch die restlichen Nummern sind wunderbar choregrafiert und das Ensemble stimmlich gut besetzt. Die einzelnen Darsteller wurden manchmal mit der Mikrofon-Lautstärke nicht so gut in Szene gesetzt, jedoch im zweiten Akt hat man aber sofort reagiert und dies abgestellt, dass jeder Darsteller auch wirklich gut zur Geltung kam.
Einzig die abgespeckte Neuinzenierung von Harry Kupfer als Tourversion lässt zum Vergleich von Stuttgart oder Essen ein paar Wünsche offen. Diejenigen, die jetzt Lust bekommen haben, sollten sich das Musical unbedingt ansehen, sie werden von der Musik, die von klassischen Nummern, Balladen und Pop-Nummern geprägt ist, sowie dem Bühnenbild, den Tanzchoreografien und den Kostümen durchweg begeistert sein. Die Melodien gehen dem Zuschauer unter die Haut und lassen ihn tagelang nicht mehr los.
In München ist es noch bis zum 15. Januar 2012 zu sehen. Viel Spaß wünsche ich allen. Nähere Infos: www.deutsches-theater.de



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