Amberg
Anschneiden der Wassilopita bei Philia e.V.
Alter griechischer Brauch lebt auf
|
| Der Neujahrskuchen wird angeschnitten. |
Was sich in den Familien in der Sylvester-Nacht kurz nach Mitternacht, also am 1. Januar abspielt, findet in den verschiedenen Vereinen im Laufe des ganzen Monats statt. Man bittet für den Frieden in der Welt und die Versöhnung der Menschen, für gedeihliche Witterung und reiche Ernte im neuen Jahr. Diese schöne Tradition pflegt auch der deutsch-griechische Freundschaftsverein Philia, diesmal im Rahmen seines ersten Stammtisches 2012 im Restaurant Syrtaki in Amberg.
Das Anschneiden im Freundeskreis soll den Menschen die Gelegenheit bieten, einander näher zu kommen und somit das interkulturelle Zusammenleben der deutschen mit der griechischen Bevölkerung zu fördern.
Beim Anschneiden der Wassilópita geht es um einen besonderen Kuchen, in dem eine Münze versteckt wurde. Der Kuchen wird im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes gesegnet, angeschnitten und verteilt. Das erste Stück wird an dem Herrn des Lebens und seinem heiligen Diener Vasileios (gesprochen „Wassilios“), Bischof von Kappadozien, dem wir diese Tradition verdanken, gewidmet. Danach wird allen Anwesenden ein Stück gereicht. Zum Schluss, bleiben noch ein paar Stücke für die Fremden, die Armen oder einen unerwarteten Besucher. Wer die Münze bekommt, hat Glück für das ganze Jahr.
Hier die Legende: Vasileios, ein äußerst beliebter Bischof in Caesareia, Kappadozien, war wohltätig und hilfsbereit. Er hatte in einem Stadtteil Heime für Kranke, Waisenkinder und ältere Menschen gebaut und damit das Vertrauen der ganzen Stadt erworben. Als eines Tages Kaiser Julian mit seinem Heer vorbeikam, verlangte er viel Gold von Vasileios, wenn die Stadt verschont werden sollte. Alle Bürger übergaben sofort ihr Gold dem Bischof, damit ihre Stadt gerettet werden konnte. Vasileios betete zu Gott und sein Flehen wurde erhört. Der Kaiser änderte seine Pläne und kehrte nicht in diese Region zurück.
Der Bischof wollte nun das Gold den Menschen zurückgeben, wusste aber nicht, wem was gehörte. Deswegen beauftragte er die Frauen der Stadt Brote zu backen und steckte in jedes Brot ein Gold- bzw. Schmuckstück. Die Legende erzählt, dass jeder sein eigenes Gold- bzw. Schmuckstück in seinem Brotstück gefunden hatte.
Nachstehend eines von vielen verschiedenen Rezepten für eine Wassilópita:
Zutaten: 1 unbehandelte Orange, 230 g Butter, 250 g Zucker, 6 Eier, 4 EL Orangenlikör, etwas Orangensaft, 1 Prise Zimt, 500 g Mehl, 3 TL Backpulver, 100 g Walnusskernhälften,
Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung: Den Backofen auf 175 Grad vorheizen. Die Orange heiß abwachen, abtrocknen und die Schale abtreiben. Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Eier trennen, das Eigelb nach und nach unter die Buttermasse rühren. Abgeriebene Orangenschale, Orangensaft und Orangenlikör, Zimt unterrühren. Mehl mit dem Backpulver mischen und löffelweise unterrühren. Eiweiß steif schlagen und unter den Teig ziehen. Teig in eine gefettete Springform füllen, mit den Walnusshälften belegen. Ca. 50-60 Minuten backen, bis der Kuchen goldbraun ist.
Den abgekühlten Kuchen umdrehen, auf der Unterseite mit einem spitzen Messer einen Schlitz machen und eine Münze hineinstecken. Den Kuchen auf der Oberfläche mit Puderzucker bestäuben.



versenden
drucken
Leserbrief

