Exotische Schönheiten
Stadtmuseum zeigt Sonderausstellung "Puppen aus aller Welt"
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| Einen ganzen Hausaltar aus Japan bekam die Stadt Sulzbach-Rosenberg geschenkt. |
Im Jahr 1983 verstarb Katharina Pierner im Alter von 73 Jahren. Die Puppen wurden daraufhin dem Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg als Leihgabe überlassen. Jetzt haben die Erben der verstorbenen Sammlerin die seltenen Exponate dem Stadtmuseum übereignet. Anlass für Museumsleitern Edith Zimmermann, sie in einer Sonderausstellung alle zu zeigen.
Kamen anfangs wohl eher nebenbei Puppen als Reisesouvenirs in den Besitz von Katharina Pierner, machte sie sich später gezielt auf die Suche. Obwohl gehbehindert, nahm sie 25 weite Busreisen in Kauf und suchte die Welt systematisch nach interessanten Puppen ab. Von 1970 bis 1982 brachte sie insgesamt 180 Puppen mit. Am Ende hatte Katharina Pierner 51 Länder bereist und bis auf Australien alle Erdteile besucht.
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| Diese Puppe stammt aus Korea. Bilder: Stadtmuseum |
Die Sammlerin kommt posthum per Videobotschaft zu Wort: In einem Film des Bayerischen Fernsehens von 1981 berichtet sie, mit wie viel Fantasie in den jeweiligen Ländern gearbeitet wurde: "Es ist erstaunlich, aus welch verschiedenen Materialien diese Puppen hergestellt sind. Von der einfachen Holzpuppe aus Bulgarien, über eine Art Papiermaché aus Mexiko bis zur eleganten Kunststoffpuppe aus Spanien und Rumänien. Jedes Land benützt möglichst seine ihm zur Verfügung stehenden typischen Produkte. So verarbeitet man in Norwegen zum Beispiel Holz, in Marokko die Haut von Dromedaren zur Herstellung von Puppen, Wasserträgern und Nachbildungen von Dromedaren."
Und so sind unter anderem Puppen aus dem Iran mit Wachsköpfen und Echthaar zu sehen, Götterstatuen aus Südostasien, Handpuppen aus Nepal oder Figurengruppen aus Rumänien. "Katharina Pierner war sehr interessiert an der Kultur anderer Länder", berichtet Edith Zimmermann. Dabei ging es der Sammlerin "nicht um den Wert, sondern um das landestypische".
Die Machart der Puppen war für Katharina Pierner wohl eher zweitrangig. "Es geht eigentlich um die Tracht der Puppen", erklärt Edith Zimmermann. Später bekam Katharina Pierner auch Puppen von Bekannten geschenkt, die sie auf ihren Reisen entdeckt haben.
Die Ausstellung wird ergänzt durch einen japanischen Hausaltar, den die Stadt Sulzbach-Rosenberg im Jahr 1999 von der Firma Shimazu geschenkt bekommen hat, sowie Puppen aus der Sammlung Helma Schatz und weitere Exponate. Besonders interessant sind dabei drei Trachten, die dem Museum aber nur als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden: Ein Seiden-Kimono sowie eine ukrainische und eine kasachische Tracht.
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| Aus der Türkei hat Katharina Pierner diese schöne Puppe mitgebracht. |
Die Ausstellung ist zu sehen zu den üblichen Öffnungszeiten des Stadtmuseums Sulzbach-Rosenberg: mittwochs bis freitags sowie sonntags von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr, samstags von 13.30 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung. Harald Mohr
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