Job, Lehrstelle und Krippe
Arbeitsagentur, Stadt und IHK stellen Projekt "Kajak" vor
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| Sirid Lang von der Amberger Agentur für Arbeit hilft als "Coach" den 30 teilnehmenden Bedarfsgemeinschaften. |
Sozusagen mit einem "All-Inclusive-Angebot" spricht man jetzt Alleinerziehende an, die keine Arbeit haben, dafür Kinder, die eine Lehrstelle suchen, und womöglich noch Kleinkinder, die der Betreuung bedürfen. Diese Zielgruppe ist so extrem schwer zu vermitteln, dass das Jobcenter den Betroffenen, fast immer Frauen, bisher gar keine Angebote machte: "Diese Frauen müssten gar nicht in die Arbeit gehen", erklärte Sonja Schleicher, die Geschäftsführerin des "Jobcenter AM-AS".
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| Markus Sackmann, Staatssekretär im Bayerischen Sozialministerium, betonte die Wichtigkeit der gezielten Förderung alleinerziehender Frauen. Bilder: Harald Mohr |
Dennoch wollen viele von ihnen arbeiten. 30 Freiwillige hat man deshalb ausgesucht, um an diesem bayernweit einmaligen Pilotprojekt teilzunehmen. Die Idee: Ein Angebotspaket gleich für die ganze Kleinfamilie oder "Bedarfsgemeinschaft", wie es im Hartz-IV-Deutsch heißt. Für Mama einen passenden Halbtagsjob, für das Schulkind in der neunten Hauptschulklasse eine passende Lehrstelle und für das Kleinkind einen Krippenplatz. "Wir haben die ganze Bedarfsgemeinschaft im Fokus" erklärte Ralf Holtzwart, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.
"KAJAK" hat man das Modellprojekt genannt, das steht für: "Kombinierte Integrationsbemühungen für Alleinerziehende und Jugendliche in Arbeit und Ausbildung ergänzt durch Kinderbetreuung". Markus Sackmann, Staatssekretär des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, betonte die Wichtigkeit der gezielten Förderung alleinerziehender Frauen: Bundesweit seien rund 19 Prozent aller Bedarfsgemeinschaften Alleinerziehende mit Kindern, in Bayern jedoch mehr als 22 Prozent. Im Landkreis Amberg-Sulzbach liegt der Anteil sogar über dem Landesdurchschnitt bei 26 Prozent. Bedarf zum Handeln also auch von politischer Seite.
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| Sonja Schleicher, die Geschäftsführerin des "Jobcenter AM-AS", lobte den Ehrgeiz der beteiligten Frauen. |
Damit das Projekt ein dauerhafter Erfolg wird, hat man die Betreuung auf die Zeit nach der erfolgreichen Vermittlung ausgeweitet. Dann hilft Sirid Lang von der Amberger Agentur für Arbeit als "Coach" den 30 teilnehmenden Bedarfsgemeinschaften weiter. "Der Haushalt sollte auf eigenen Füßen stehen", beschreibt Joachim Ossmann, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf (zu der Amberg als Außenstelle gehört), das Ziel der Maßnahme.
Die Stadt Amberg will anlässlich der Maßnahme "möglichst viele Betreuungsangebote anbieten" und "die Zahl der Kinderkrippenplätze verdoppeln", sowie die Ganztagsbetreuung an den Schulen ausbauen, kündigte Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer an. Am 30. September wird Bilanz gezogen. Dann wird sich herausstellen, ob "KAJAK" funktioniert hat. Harald Mohr
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| "Wir haben die ganze Bedarfsgemeinschaft im Focus" erklärte Ralf Holtzwart, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit. |
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