Sulzbach-Rosenberg
Kampf ums Rathaus wird fortgesetzt
Günter Koller (CSU) und Michael Göth (SPD) gehen in die Stichwahl
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| Spannend: (von links) Achim Groth, Karl-Heinz Herbst, Michael Göth und Günter Koller beobachten, wie sich das Wahlergebnis verfestigt. Bild: Harald Mohr |
Weil keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit von über 50 Prozent erreicht hat, gehen Günter Koller und Michael Göth am 29. Januar in die Stichwahl. Für die beiden anderen Kandidaten ist die Wahl indes vorbei. Achim Groth war die Enttäuschung anzusehen und er versuchte auch gar nicht, sie zu verstecken: „Ich bin schon sehr enttäuscht“, räumte er ein. Nur 253 Wähler gaben ihm ihre Stimme, und das, obwohl erst kürzlich ein medienwirksamer Auftritt des stellvertretenden Ministerpräsidenten, Wirtschaftsministers und FDP-Mannes Martin Zeil in Sulzbach-Rosenberg arrangiert worden war, der für Groth geworben hatte. Karl-Heinz Herbst von den Grünen nahm es dagegen gelassen: „Ich bin komplett zufrieden“, strahlte er. Eine zweistellige Prozentzahl habe er angestrebt und mit 10,38 Prozent auch erreicht.
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| Ein Diagramm sagt mehr als tausend Worte: Schwarz und Rot waren fast gleichauf die Sieger der Wahl. |
Wie die Stichwahl ausgeht, wird noch spannender als die Wahl am vergangenen Sonntag. Das Kopf-an-Kopf-Rennen hatte man in Sulzbach-Rosenberg ja vorhergesagt. Günter Koller hatte als amtierender Zweiter Bürgermeister einen Amtsvorsprung. Michael Göth ist in vielen Vereinen und hat als Sozialdemokrat einen Bonus in der traditionell roten Maxhüttenstadt.
Doch jetzt werden die Karten neu gemischt. Karl-Heinz Herbst verkündete bereits, seinen Wählern den SPD-Kandidaten zu empfehlen. Schließlich seien die Grünen „näher am Programm der SPD“. Doch Herbst weiß auch, dass er viele Wähler aus dem konservativen Lager gewinnen konnte. Die sollten im Zweifel eher für den CSU-Mann votieren. Die beiden verbliebenen Kandidaten verstehen sich prächtig und feixten, man könne ja auch „time-sharing“ machen, sich also den Bürgermeister-Posten aufteilen. So etwas ist leider nicht vorgesehen, auch wenn sich die Kandidaten noch so sehr mögen. Also gilt, was Günter Koller so ausdrückt: „Geh'ma in die Verlängerung.“
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| Rosalie Wendl, die Leiterin des Wahlamtes, und Georg Renner, der Sachgebietsleiter im Wahlamt, hatten am Sonntag alle Hände voll zu tun. Bilder: Harald Mohr |
Der CSU-Kandidat war nicht überrascht über das Ergebnis: „Es ist das eingetreten, was viele gesagt haben.“ Jetzt müsse er „zwei Wochen Gas geben“. Infostände und Hausbesuche sollen es jetzt reißen. Natürlich hat auch der SPD-Kandidat selbiges vor. Einen Wahlkampf über Themen will er nicht mehr machen. „Darüber wissen die Wähler Bescheid.“ Vielmehr wolle er jetzt um Sympathien werben. Und er will weitere Wähler mobilisieren. Wie die Wahlbeteiligung von 57 Prozent zeigt, wären da noch 43 Prozent, die man motivieren könnte.
Natürlich wird das auch Günter Koller versuchen. Es wird also wieder spannend werden, wenn am 29. Januar endgültig entschieden wird, wer künftig im roten Rathaus residiert.
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| In Koffern brachten Wahlhelfer die ausgezählten Stimmzettel ins Wahlamt. |





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