25.01.2012  | Netzcode: 3117325  |  178 Mal gelesen.

Fliegen wie die "Echten"

Conrad-Modellfluggruppe zeigt, was heute technisch möglich ist

Peter Bräutigam schafft es sogar, mit seinem
Peter Bräutigam schafft es sogar, mit seinem Hubschrauber an der Decke zu landen. Bilder: Harald Mohr
HIRSCHAU. Kurt Maier hat seinen Traumberuf gefunden: Der gelernte Informatik-Fachmann hat sein Hobby Modellfliegen zum Beruf gemacht und arbeitet heute als Produktmanager Modellbau bei Conrad-Electronic in Hirschau. Mit zwölf ebenfalls Modellbau-begeisterten Kollegen hat er das "Adrenalin-Action-Team" gegründet. Am Samstag zeigte es zum dritten Mal seine Modellflug-Künste in der werkseigenen Sporthalle in Hirschau.

Noch reicht der Platz, doch "Hallenfliegen im Winter kommt immer mehr", weiß Kurt Maier. Die Modellfliegerei ist im Trend. Was überrascht, wenn man die Entwicklung etwa bei den Modelleisenbahnen kennt. Doch das Modellflug-Hobby folgt einem gegenteiligen Trend: Nicht immer teurere Modelle, die immer mehr Platz brauchen, sondern immer preiswertere Flieger, die dank präziser Computersteuerung immer weniger Platz zum Fliegen brauchen, heißt hier die Devise.

Brauchte es früher monatelange Bastelei mit der Laubsäge im Hobbykeller, kann man heute ein sofort flugfähiges Modell schon für rund 100 Euro bekommen. Besonders beliebt: Modelle aus dem Kunststoff EPP (expandiertes Polypropylen, das Pendant zu expandiertem Polystyrol, Markenname unter anderem "Styropor"). Der aufgeschäumte Kunststoff ist leicht und besonders bruchfest und lässt sich mit Sekundenkleber wieder reparieren. Da macht es nichts aus, wenn wie beim Autoscooter Flieger zusammenstoßen oder abstürzen.
Mit dem Flieger mal an der Scheibe parken: Das
Mit dem Flieger mal an der Scheibe parken: Das geht nur mit den modernsten Modellen.


Die Entwicklung leistungsfähiger Lithium-Polymer-Akkus hat das elektrische Fliegen begünstigt. Heute sind elektrisch angetriebene kleine Hubschrauber-Modelle für 60 Euro zu haben. Diese "Coax-Helis" haben zwei gegenläufige Rotoren und brauchen keinen Heckrotor zum Drehmomentausgleich mehr.

"Die kann man fliegen wie einen richtigen", schwärmt Kurt Maier. Schon ab 300 Euro gibt es auch schon richtig große Modell-Hubschrauber. Wiegen sie nicht mehr als ein Kilogramm, kann man sie überall fliegen lassen. "Man sollte aber eine kleine Versicherung für rund 40 Euro im Jahr haben", empfiehlt Kurt Maier. Mit einem Hubschrauber dieser Preisklasse kann man schon alles mögliche anstellen. Die Spezialisten schafften es, ihren Hubschrauber kopfüber an der Hallendecke zu "landen", mit dem Rotor über den Hallenboden zu schrubben und sogar über den Boden zu "laufen". Viele Jahre Übung braucht es freilich, bis man diese Perfektion erreicht hat.
Kurt Maier hat zusammen mit zwölf
Kurt Maier hat zusammen mit zwölf Modellbau-begeisterten Kollegen das "Adrenalin-Action-Team" gegründet.


Bei den niedrigen Einstiegspreisen kann man es sich aber leisten, so ein Modell auch als Anfänger zu kaufen. Vom Trend zum - dank automatischer Stabilisation noch leichter steuerbaren - Quadrocopter, Hexakopter und Oktocopter, also Hubschraubern mit vier, sechs oder acht Rotoren, halten die Hubschrauber-Fans indes wenig: "Das sind mehr die Computer-Bastler", erklärt Kurt Maier. Solche Geräte kommen aber heute vermehrt zum Beispiel als ferngesteuerte Luftbild-Kameras zum Einsatz.

Mehr über das Adrenalin-Action-Team unter www. adrenalin-tage.de. Harald Mohr

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Quadrocopter sind relativ leicht zu fliegen, die Fans schwören dennoch auf den klassischen Hubschrauber.



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