Weiden/Tirschenreuth
Den ersten Schritt mit "IdA" machen
Integration durch Austausch: Job-Experiment gelungen
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| "Die Weidener Jugendlichen waren nicht so überzeugt" stellte Anja Hastaedt, Geschäftsführerin des KSZ, fest. Bilder: Harald Mohr |
Die Idee dabei war, vor allem für den hiesigen Handel Fachkräfte auszubilden, welche die immer zahlreicheren tschechischen Kunden betreuen können. Fünf Durchläufe gab es, von denen jeder sechs Monate dauerte. Nach einer zweiwöchigen Startphase am KSZ in Weiden folgen 300 Stunden tschechischer Sprachunterricht sowie Grundlagen der tschechischen Geschichte und des tschechischen Alltags. In weiteren 300 Stunden wurden individuell Kenntnisse in den Fachbereichen „Kaufmännisch“, „Gewerblich“ oder „Gesundheitlich“, „Sozial“ und sonstige vermittelt. Dann ging es rüber nach Mariánské Lázné (Marienbad).
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| Arbeitsagentur-Chef Siegfried Bühner ist "sehr zufrieden". |
Auf den ersten Blick liest sich das achtwöchige Programm zwar wie ein Traumurlaub: Unterbringung im Studentenwohnheim der Hotelfachschule bei Vollpension, nicht einmal die Betten muss man selber machen. Doch in den ersten drei Wochen in Tschechien wurden die Sprachkenntnisse und die Landeskunde weiter vertieft. Dazu kam ein „intensives Freizeitangebot“: Von Theater- und Museumsbesuchen über (je nach Jahreszeit) Skifahren, Baden, Segeln, Ausflüge, Kanutouren bis zum Klettertraining reichte es. In den folgenden fünf Wochen ging es ins Praktikum in einen tschechischen Betrieb. Auch hierbei wurden die Teilnehmer wieder bei einer „abendlichen Freizeitgestaltung“ betreut.
Man ging angesichts der hohen Anforderungen und des Auslandsaufenthalts von vornherein von einer relativ hohen Abbrecherquote aus. Tatsächlich nutzten nicht alle ihre Chance. Von den 91 Anmeldungen sind nur 59 Teilnehmer tatsächlich angetreten. Sie kamen aus dem gesamten Bezirk der Arbeitsagentur Weiden. 34 Prozent waren „klassische“ Arbeitslose aus Tirschenreuth und 19 Prozent Hartz-IV-Empfänger aus Tirschenreuth. Weshalb Tirschenreuth trotz geringerer Einwohnerzahl mit 53 Prozent den Hauptanteil der Teilnehmer stellte. „Die Weidener Jugendlichen waren nicht so überzeugt“, stellte Anja Hastaedt, Geschäftsführerin des KSZ, fest. Nur 19 Prozent der teilnehmenden Arbeitslosen kamen aus Weiden oder dem Landkreis. 39 Prozent waren Hartz-IV-Empfänger des Jobcenters Weiden-Neustadt.
Von den Kursteilnehmern waren letztendlich aber doch nur 43 bereit, tatsächlich nach Tschechien zu fahren, wenn auch einige nur zur „Auslands-Schnupperwoche“. 14 Teilnehmer fanden während der Projekt-Laufzeit eine anderweitige Beschäftigung, was auch als Erfolg gewertet wurde. Komplett erfolgreich beendet haben das Projekt am Ende allerdings nur 28 Teilnehmer.
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| Hat gut lachen: Kursteilnehmerin Sabine Piontek ist seit dem 1. Februar bei einem deutschen Logistikunternehmen im tschechischen Bor beschäftigt. Bild: Harald Mohr |
Arbeitsagentur-Chef Siegfried Bühner ist dennoch „sehr zufrieden“. Er stellt fest: „Das Ziel des Projektes ist erreicht worden.“ Wenn auch „mühsam, zweifellos“. Doch dies sei schließlich nur „ein wichtiger, erster Schritt“. Und er glaubt, dass noch viele weitere folgen werden. „Eines Tages“, so schätzt er, werde eine derartige Ausbildung „ganz selbstverständlich“ sein.




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