Von Bürgerreporter/in Petra Scharf  |  01.02.2012  | Netzcode: 3125692  |  362 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

Bufdi statt Zivi: Der neue Dienst kommt an

Taschengeld, Verpflegungszuschuss sowie Mietkostenbeteiligung fest geregelt

Bild zu Bufdi statt Zivi: Der neue Dienst kommt an
Bufdi mit Patient im Einsatz.
Der holprige Start ist vergessen. Ein halbes Jahr nach der Aussetzung der Wehrpflicht und dem daraus folgenden Ende für den Zivildienst engagieren sich immer mehr Menschen im neuen Bundesfreiwilligendienst (BFD), der am 1. Juli 2011 startete. Die Teilnehmer haben den Spitznamen „Bufdis“.

Anders als beim Zivildienst, gibt es für BFD-Teilnehmer nach oben keine Altersbegrenzung. Er eignet sich also für Schul- und Universitätsabgänger in der Orientierungsphase ebenso wie für Hausfrauen, die sich für das Allgemeinwohl engagieren wollen oder für Rentner, die nach einer zusätzlichen Aufgabe suchen. Einzige Bedingung ist, dass die Vollzeitschulpflicht abgeschlossen wurde.

Auch im Klinikum St. Marien sind mittlerweile von den 16 Bufdi-Stellen 11 Stellen besetzt. Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Einer arbeitet in der Zentralsterilisation, drei im Hol- und Bringedienst und die anderen sind im Patientenfahrdienst tätig, einer besonders verantwortungsvollen Aufgabe. Gerade der Patientenfahrdienst ist ein Bereich, der auch für weibliche Bufdis bestens geeignet ist, verlangt er doch sehr viel Fingerspitzengefühl, Sozialkompetenz, Sensibilität und ein gewisses Maß an Empathie. Hier gilt es, den Patienten gerade vor einer Untersuchung oder einem Eingriff Sicherheit zu vermitteln und ein Stück Angst zu nehmen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die sich lohnt.

Bufdis sind ein Segen, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Klinikum betonen. Sie erleben das Engagement der Freiwilligen und wissen es sehr zu schätzen. Wirtschaftsleiter Jörg Gaßner hält den freiwilligen Dienst für etwas sehr Sinnvolles und freut sich, dass sich gegenüber dem Zivildienst das Altersspektrum vergrößert hat und nun auch Frauen teilnehmen können, die ausdrücklich bei den noch zu besetzenden Stellen willkommen sind.

Für die Freiwilligen stand bei ihrer Entscheidung für den Bufdi das freiwillige Engagement im Vordergrund - und nicht das Taschengeld, das in Amberg dem Höchstsatz von derzeit 336 Euro entspricht. Sie wollen Lebenserfahrung sammeln, die Zeit bis zur Ausbildung oder bis zum Studium sinnvoll überbrücken oder einfach ganz praktisch erleben, was es heißt, im Krankenhaus zu arbeiten. So hat sich das Team im Patiententransportdienst bestehend aus Klinikumsmitarbeitern und Bufdis zu einer eingespielten Mannschaft entwickelt, die sich gegenseitig unterstützt und aushilft.

Insgesamt hat das Klinikum 16 Bufdi-Stellen zu besetzen – 11 sind derzeit bereits vergeben-, wobei die Vertragsgestaltung sehr flexibel gehandelt wird. Verträge können für sechs bis maximal 18 Monate abgeschlossen werden und auch individuell auf die Situation des Bewerbers zugeschnitten werden, falls dieser zum Beispiel die Zeit zur Überbrückung bis zum Start einer Ausbildung nutzen will. Auch die Arbeitszeit beim BFD kann sehr offen gestaltet werden, so können Freiwillige über 27 Jahre Teilzeit arbeiten, mindestens jedoch 20 Stunden pro Woche.

Die Bufdis erhalten ein Taschengeld von 336 Euro und einen Verpflegungszuschuss von 219 Euro monatlich sowie eine Mietkostenbeteiligung, sofern ein auf sie ausgestellter Mietvertrag vorliegt - bis zur Hälfte der Mietkosten bzw. bis maximal 212 Euro. Dieser Betrag steht den Bufdis netto zur Verfügung, da das Klinikum die Sozialabgaben trägt.

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