11.02.2017  | Netzcode: 5186740

OWZ am Wochenende: Menschen begeistern mit Musik und Leidenschaft

Andrea Gilch aus Waidhaus veröffentlicht Single "Into my Life"

Am Freitag, 10. Februar, erschien die
Am Freitag, 10. Februar, erschien die Single-Auskopplung "Into my Life" aus dem Album "Never get me back" von Andrea Gilch unter ihrem Künstlernamen "Andrea Marie". Bild: Sandra Schmidt
WAIDHAUS. "Mother says I began to sing long before I could talk", singen ABBA in "Thank you for the Music". Die kleine Andrea aus Waidhaus trällert bereits "Live is Life" bevor sie "Mama" oder "Papa" sagt. Inzwischen sind die Jahre vergangen, aber Musik ist für die zierliche dunkelhaarige Andrea Gilch immer noch ihr Leben. Eine Liebe, die sie zu ihrer Profession machen will.

Die ersten Schritte sind getan: Mit den "Partyteufeln" begeistert sie schon seit Jahren die Tanzwütigen, mit dem "Big Party Orchester" erfüllt sich die 32-Jährige mit der dunklen Rockstimme einen Traum, ihr Solo-Debütalbum "Never get me back" unter ihrem Künstlernamen "Andrea Marie" erscheint vergangenes Jahr im Juni und ihre Single "Into my Life" ist an diesem Freitag veröffentlicht worden.

Sängerin zu sein, das bedeutet für Andrea Gilch mehr als nur auf der Bühne zu stehen und Songs vorzutragen. "Meine Leidenschaft ist es, Emotionen zu transportieren und Menschen zu begeistern", erklärt sie. Für Andrea Gilch ist es das Wichtigste, Musik zu machen. "Ob vor 10 000 Menschen oder vor 10, das ist eigentlich egal. Ich möchte, dass sie ihren Alltag vergessen und glücklich sind." Andrea Gilch bleibt bescheiden, was Starruhm betrifft. „Einfach so, dass man davon leben kann“, wünscht sie es sich. Sie sei „grundsätzlich mit allem zufrieden“. „Ich freue mich über jeden kleinen Step.“

Musikalische Begabung liegt in ihrer Familie. Schon im Kindergartenalter hat sie Musikunterricht. Mit drei Jahren lernt sie Melodika, beim Musikverein Waidhaus probiert sie verschiedene Instrumente aus, doch die „Finger waren zu kurz“. Die Es-Klarinette macht das Rennen. Im großen Vereinsorchester ist sie die Jüngste. Sie lernt Gitarre und Bass und spielt in der Schulband der Vohenstraußer Realschule. „Ich wollte Rock machen, und ich wollte singen“, erzählt sie. Sie bewundert Tina Turner und Christina Aguilera für ihre Stimmen, Energie und Bühnenpräsens. Eine Zusammenarbeit mit Linda Perry („4 Non Blondes“) „wäre ein Traum“.

Mit 14 Jahren erobert sie den Platz am Mikro in der Schulband, mit 16 Jahren gründet sie ihre eigene Rock-Formation „One Hot Minute“. „Anfangs spielten wir viele Cover-Sachen.“ Aus dieser Zeit stammt aber auch ihr selbst geschriebener Song „Eternity“, jetzt Bonustrack auf dem Album „Never get me back“. Mit „Eternity“ bewarb sich Andrea Marie um die Wild-Card beim Eurovision-Song-Contest 2014. „,Elaiza’ hat es geschafft, aber wir haben Aufmerksamkeit bekommen. Es war ein Türöffner.“ Von Casting-Shows hält Andrea Gilch nichts. „Man muss sich das Publikum erspielen. Das ist der Weg, wenn man dauerhaft Erfolg haben will.“

Mit 21 Jahren legt sie ihre Band „One Hot Minute“ zu den Akten und will „etwas Bodenständiges“ machen. Vier Jahre geht sie in die USA („ich habe eine innige Beziehung zu den USA“), kehrt zurück, macht eine Ausbildung zur Bürokauffrau und steigt bei ihrem Vater ein, der eine Hundeschule und -pension in Frankenreuth betreibt. 2011 sucht eine Coverband aus Thierstein eine Sängerin: Als Frontfrau bei den „Partyteufeln“ macht sich Andrea Gilch schnell einen Namen. Chart-Hits, Rock, Pop und Schlager singt sie und ist auch jetzt noch der Formation treu, die 2011 zur besten Coverband Deutschlands gewählt wurde. Und wieder kommt der Zufall zu Hilfe: Bei einem Gig lernt sie einen Hersteller von Bassverstärkern kennen, der ihr einen Auftritt im Vorprogramm von „Glasperlenspiel“ 2014 in Selb vermittelt.
"Ich bin mehr die Rockerbraut", erklärt die
"Ich bin mehr die Rockerbraut", erklärt die Waidhauserin Andrea Gilch lächelnd. Das schlägt sich auch in den professionellen Fotoshootings nieder. Bild: privat


Einen Traum hat sich Andrea Gilch mit ihrem „Big Party Orchester“ vor einigen Jahren erfüllt. „Da ist der Musikverein Waidhaus dran schuld“, erklärt sie schmunzelnd ihre Idee von der Partyband mit Blasorchester. 13 Musiker stehen auf der Bühne, dazu kommen 15 bis 20 Tänzer und zehn Leute für die Technik. Fünf- bis sechsmal wechselt Andrea Gilch die Kostüme und fegt über die Bühne, auf der 40 Jahre Musikgeschichte zum Leben erwachen mit Klassikern aus Rock, Pop und Musical. Die ganz große Party eben. „Eine Spielwiese für mich“, freut sich Andrea Gilch. „Das wird auf jeden Fall auch weiter laufen.“

In diesem Jahr ist aber primär eine Promo-Tour für das Album „Never get me back“ und die Single „Into my Life“ geplant. Ein Promotion-Team arbeitet für sie. Andreas Nickl betreut sie mit seiner Event-Agentur. Auch ihn hat sie durch die „Partyteufel“ kennengelernt. Wenn sie nicht auf der Bühne steht, erledigt sie vieles selbst. „E-Mails schreiben, telefonieren, das ist das tägliche Brot.“ Die 32-Jährige ist viel unterwegs. „Wenn ich nicht im Hotel bin, wohne ich in Waidhaus.“

„Ich liebe das, was ich mache“, sagt sie. „Ich bin nicht auf Profit aus, Musik gehört einfach zu meinem Leben.“ Natürlich träumt auch sie von Erfolg und davon, einmal ein Stadion zu füllen. „Es wäre toll, aber es bricht keine Welt zusammen, wenn es nicht so kommt.“ Andrea Gilch hat Freude an dem, was sie tut. „Und sollte ich irgendwann keinen Spaß mehr haben, dann geh’ ich in meinen Beruf zurück und mache Musik als Hobby.“ Sandra Schmidt



Die Musik


Andrea Gilch hat sich dem Rock und Pop verschrieben. Sie setzt auf die englische Sprache, obwohl man ihr geraten habe, auf Deutsch zu singen. Doch dem Trend wollte sie nicht nachgeben: „Ich fühle mich in der englischen Sprache wohl. Und es ist barrierefreie Musik.“
Dieses Bild von Andrea Gilch ziert das Cover der
Dieses Bild von Andrea Gilch ziert das Cover der Single "Into my Life". Bild: privat


Auf ihrem Debütalbum „Never get me back“ sind sieben Songs plus zwei Bonustracks veröffentlicht. Fünf davon schrieb Andrea Gilch selbst, beziehungsweise zusammen mit ihrem Schlagzeuger Maximilian Seelos, dem Sohn von Ambros Seelos. Weitere bekannte Songwriter wie Hermann Weindorf („Rock mi“; „VoXXclub“) und Franz Trojan („Spider Murphy Gang“) hat sie sich an die Seite geholt.

In den Songs verarbeitet Andrea Gilch ihre Gefühle, Gedanken und Erfahrungen – Dinge, die sie bewegen. Die Texte ihrer eigenen Stücke sind stark autobiografisch. Auch in der Zusammenarbeit mit anderen Songwritern war es ihr wichtig, sich in den Texten wiederzufinden.

Die Single-Auskopplung „Into my Life“ ist ein energiegeladener Song, der ihr wie auf den Leib geschneidert wurde. Aus der Feder von Hermann Weindorf, Franz Trojan und Katja Trescher (Text) stammt dieser leicht „angerauchte“ Song, der mit seinen tiefen Tönen ihre Stimme perfekt zur Geltung bringt.

Ihr Album hat Andrea Gilch finanziert durch Rücklagen, durch Auftritte und mit Unterstützung ihrer Familie. Man hätte ihr zu Crowd-Funding geraten. „Aber das ist nicht mein Weg.“

Erhältlich ist ihr Album bei „iTunes“, bei Amazon und bei ihren Auftritten.

Weitere Informationen über Andrea Gilch und ihre Musik gibt es auf www.andrea-marie.de , www.bigpartyorchester.de , www.facebook.com/saengerin.andreamarie , instagram.com/andreamarie.de und auf www.youtube.com . (owz/nd)

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