05.05.2017  | Netzcode: 5253363
Wiesau

OWZ am Wochenende: Fit für "Industrie 4.0"

Berufsschulzentrum Wiesau: Technisch gut ausgestattet, optimale Ausbildung

"Der regionale Aspekt feuert uns an." Um auf dem
"Der regionale Aspekt feuert uns an." Um auf dem Arbeitsmarkt bestehen können sei man bestrebt, stets einen Schritt voraus sein. Die Schüler kommen aus ganz Bayern, aber auch von außerhalb der Landesgrenzen. Bild: Werner Robl
Zwei Jahre Fortbildung, dafür einen sicheren Beruf kündigen und wieder zurück auf die Schulbank, um noch mal zu lernen? Das ist sicher eine mutige Entscheidung, die wohlüberlegt sein will. Es stellt sich nur die Frage: Möchte man das? Geht das überhaupt und wenn ja – wo?

Es geht und sogar ganz einfach, wie in einem Bericht eines ehemaligen Schülers, der seinen Abschluss an den Wiesauer EDV-Schulen machte, nachzulesen ist: „Als ich 1985 meine Ausbildung zum Maschinenschlosser begonnen habe, war zu Zeiten des legendären Homecomputers Commodore C64 nicht annähernd abzusehen, wie rasant die IT-Entwicklung voranschreiten wird. Gegen Ende meiner Ausbildung wurde mein Interesse an Computern durch einen Ausbildungsabschnitt an CNC-Drehmaschinen geweckt. Ein interessanter Zeitungsbericht der EDV-Schulen Wiesau wies auf eine Informationsveranstaltung hin.“ Heute ist der Absolvent, der in Wiesau erfolgreich zum staatlich geprüften Wirtschaftinformatiker weitergebildet wurde, IT-Fachmann eines Oberpfälzer Landratsamtes. Sein Rückblick auf seine Ausbildung ist aber nur ein kleines Beispiel von vielen.
Zeitgemäße Klassenzimmer sind mit modernen
Zeitgemäße Klassenzimmer sind mit modernen Computern und Bildschirmen ausgestattet. Die Themenumsetzung am Wiesauer Berufsschulzentrum sei optimal, betonen die angehenden Metallbauer. Im Bild: Studienrat Andreas Büttner (vorne) und Schulleiter Dr. Wolfgang Eckstein (rechts). Bild: Werner Robl


Besonders stolz ist man an den Fachschulen auf das neue Bildungsangebot zum staatlich geprüften Informatiktechniker. Die zweijährige Aufstiegsfortbildung eröffnet die Chance, in die interessante und lukrative IT-Branche einzusteigen. „Wir suchen Bewerber, die motiviert und leistungswillig sind. Leute, die gerne über Probleme logisch nachdenken wollen und die auch bereit sind, diese selbstständig oder im Team zu lösen“, erläutert Studiendirektor Wolfgang Hecht die Grundvoraussetzungen zur Zulassung am Weiterbildungsangebot, bei der eine abgeschlossene Berufsausbildung (technisch, elektronisch, IT), sowie eine mindestens einjährige Berufserfahrung oder – alternativ – eine für die Weiterbildung förderliche berufliche Tätigkeit von mindestens sieben Jahren vorausgesetzt wird.

Breit angelegt seien dafür die Lerninhalte, fährt der Mitarbeiter der Schulleitung fort und nennt dabei einige Beispiele: Programmierung, Netzwerktechnik, aber auch Administrationsaufgaben, Steuerungstechnik (SPS), Feldbussystem. Nicht unerwähnt lassen möchte er die Einstufung nach EQR und DQR, bei der sich der Abschluss auf dem Bachelor-Niveau befindet, worauf man besonders stolz ist. „Wir schaffen damit eine Bewerbungsvoraussetzung für weiterbildende Hochschulen“, sagt Hecht, der auch die beruflichen Aussichten durchwegs positiv einschätzt.
Der 3-D-Drucker gehört zum festen Bestandteil des
Der 3-D-Drucker gehört zum festen Bestandteil des Berufsschul-Maschinenparks. Mit Hilfe der modernen Technik werden beim 3-D-Druck dreidimensionale Werkstücke schichtweise aufgebaut. Zum Einsatz kommen Kunststoffe, Kunstharze, Keramiken und Metalle. Bild: Werner Robl


Gefragt seien die Absolventen sowohl bei den Produktionsbetrieben, als auch bei Unternehmen im Logistikbereich, auch in Firmen, die sich mit den Aufgaben der Steuerungstechnik oder Programmierung einen guten Ruf erarbeiten wollen. Das maßgeschneiderte und auf die Erfordernisse der Industrie abgestimmte Bildungsangebot wird hoch geschätzt, die Absolventen der Wiesauer EDV-Schulen sind heiß begehrt. Immer wieder erkundigen sich Betriebe nach geeigneten zukünftigen Mitarbeitern.

Nicht ohne Stolz fügt der Lehrer hinzu: „Schließlich war es auch der ausdrückliche Unternehmerwunsch, die Schulen hier vor Ort ins Leben zu rufen.“ Allen gestellten Anforderungen gerecht zu werden und dazu auch noch kostenlos, sei eine wichtige Aufgabe. „Der regionale Aspekt feuert uns an. Wir wollen auf dem Arbeitsmarkt bestehen können.“ Man sei bestrebt, stets einen großen Schritt voraus sein. Als Einzugsgebiet wird ganz Bayern genannt. Schüler kommen aber auch von außerhalb der Landesgrenze.

Ein viel verwendeter Ausdruck ist „Industrie 4.0“, die Kommunikation von Maschine und Mensch und umgekehrt. Zum Tragen kommt hier das Zusammenspiel von IT und den Auszubildenden im Fachbereich Metall. „Beide Bereiche, bei denen aber ein gewisses Grundwissen vorausgesetzt wird, arbeiten am Wiesauer BSZ eng zusammen, das Verständnis für die Digitalisierung wird dabei geweckt“, erklärt Schulleiter Dr. Wolfgang Eckstein das bereits erfolgreich umgesetzte Zusammenspiel der vollautomatisierten und durch Barcodes unterstützten Produktionsprozesse.
Der Rundgang durch die Werkstatthallen verrät:
Der Rundgang durch die Werkstatthallen verrät: Die Wiesauer Berufsschule ist optimal bestückt. Zum Maschinenpark gehören CNC-Abkantpressen, eine Wasserstrahlschneidemaschine, CNC-Fräs- und Drehmaschinen, sowie ein 3-D-Drucker. Bild: Werner Robl


Immer wieder sei man bestrebt neue Wege zu gehen, ergänzt der Schulleiter, der gemeinsam mit seinen Kollegen den modern ausgestatteten Maschinenpark, wie 3-D-Drucker, CNC-Abkantpressen, Wasserstrahlschneidemaschine, CNC-Fräs- und Drehmaschinen in den Werkstätten bei einem gemeinsamen Rundgang durch die Hallen kurz vorstellt.

Begeistert von den Lernzielen, vor allem aber von der Schule zeigt sich der gelernte Verfahrensmechaniker Daniel Kolbeck: „Ich freue mich auf die Ausbildungsziele, interessiere mich zum Beispiel für die Robotertechnik und hoffe, dass ich durch die Fortbildung meinen Wissenstand erweitern kann.“ Heiko Böhnke fügt hinzu: „Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben, bin begeistert von der Themenumsetzung.“ Erfüllt wurden auch die Erwartungen von Igor Müller, der sich den Worten seiner Mitschüler nur anschließen kann. (wro)

Zufrieden über den optimalen technischen Stand am
Zufrieden über den optimalen technischen Stand am Wiesauer Berufsschulzentrum zeigen sich nicht nur die vor Ort tätigen Pädagogen um Schulleiter Dr. Wolfgang Eckstein (Fünfter von rechts). Mit der Ausbildung zufrieden sind auch die Schüler, die sich in Wiesau gut aufgehoben fühlen. Bild: Werner Robl

WERNBERG

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