12.05.2017  | Netzcode: 5259557
Leuchtenberg/Vohenstrauß

OWZ am Wochenende: Bunte Theaterwelt

LTO eröffnet Burgfestspiele mit Shakespeares "Sommernachtstraum"

Doris Hofmann wirbelt in William Shakespeares
Doris Hofmann wirbelt in William Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" als Kobold Puck über die Bühne der Burg Leuchtenberg. Bild: LTO/Jochen Schwab
Ein lauer Sommerabend, vor der Vorstellung ein kühles Getränk und ein Snack, und dann knapp zwei Stunden in eine bunte Theaterwelt entführen lassen: Das Landestheater Oberpfalz (LTO) macht all dies möglich – bei den Burgfestspielen 2017.

Mit einer Klassischen Komödie geht’s am Samstag, 20. Mai, los: Künstlerischer Leiter Till Rickelt hat William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ inszeniert: Hermia, Lysander, Demetrius und Co. sorgen auf der Burg Leuchtenberg für jede Menge Gefühls- und Liebeschaos, der tolpatschige Kobold Puck stiftet noch zusätzliche Verwirrung.

Till Rickelt und sein Team haben überdies noch drei weitere Neuinszenierungen auf den Spielplan gehievt: „Die Lokalbahn“, ein Volksstück von Ludwig Thoma, „Michel in der Suppenschüssel“, das Familienstück von „Pippi-Langstrumpf“-Schöpferin Astrid Lindgren mit dem frechen Lausebengel aus Lönneberga und „Elling“, ein Schauspiel von Axel Hellstenius nach dem Roman „Blutsbrüder“ von Ingvar Ambjørnsen.

Mit dem Familienstück „Robin Hood“, dem Kassenschlager „Altweiberfrühling“ und „Für mich soll’s rote Rosen regnen“, dem musikalisch-seelisches Porträt über Hildegard Knef, präsentiert das LTO zudem noch einmal drei Produktionen, die vor einem Jahr beziehungsweise in den vergangenen Monaten bereits reichlich Beifall eingeheimst haben.


Hier das Programm der Burgfestspiele 2017 im Überblick:



Ein Sommernachtstraum

Die klassische Komödie von Shakespeare ist eines der meistgespielten Theaterstücke. Die Liebe ist das große Thema der Komödie. „Sie wird mit all ihren Facetten dargestellt: Als elementare Urgewalt, der die Menschen hilflos ausgeliefert sind, die die Welt ins Chaos stürzt, aber auch Grenzen überwindet und Gegensätze versöhnt“, weiß Regisseur Till Rickelt.

In dem Stück sind vier Handlungen miteinander verflochten. Hermia und Lysander sind unsterblich ineinander verliebt. Doch weil Hermias Vater bereits Demetrius als zukünftigen Bräutigam für seine Tochter auserkoren hat, flieht sie mit ihrem Geliebten in den Wald, verfolgt vom eifersüchtigen Demetrius. Der wiederum wird verfolgt von Helena, die unglücklich in ihn verliebt ist. Das ist jedoch erst der Anfang eines Gefühls- und Liebes-Chaos, das im Laufe der Nacht immer verworrener wird.

Ludwig Thomas Volksstück "Die Lokalbahn" ist
Ludwig Thomas Volksstück "Die Lokalbahn" ist aktueller denn je.


Die Lokalbahn

Weit über 100 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung ist Ludwig Thomas „Die Lokalbahn“ hochaktuell. Das Stück, das Marlene Wagner-Müller inszeniert, kann ohne weiteres auf die Gegenwart übertragen werden: von Eisenbahn auf Autobahn oder Stromtrasse – die jeder will, nur nicht auf seinem Grundstück.

Thomas Geschichte spielt in der bayrischen Kleinstadt Dornstein, die an das Eisenbahnnetz angeschlossen werden soll. Im Ort rumort es, seit bekannt geworden ist, dass beim Verlauf der Eisenbahnstrecke nur die Interessen eines einflussreichen Fabrikanten berücksichtigt wurden, nicht die der Bevölkerung. Bürgermeister Rehbein fährt nach München, um den Minister umzustimmen. Als er ohne Erfolg zurückkehrt, behauptet er, den Minister scharf gerüffelt zu haben. Die Bevölkerung ist begeistert. Rehbeins künftiger Schwiegersohn fürchtet um seine Beamtenkarriere und droht mit der Auflösung der Verlobung.

Michel aus Lönneberga sorgt mit seinen Streichen
Michel aus Lönneberga sorgt mit seinen Streichen bei den Besuchern für viel Vergnügen. Bilder: LTO⁄Jochen Schwab


Michel in der Suppenschüssel

Nahezu jedes Kind und jeder Erwachsene kennen ihn: Michel aus Lönneberga ist der bekannteste schwedische Lausbub. Er will meistens nur helfen und hat immer tolle Ideen – nur verstehen die Erwachsenen nicht, dass auch mal was schiefgehen kann. Michels Eltern etwa, die Svenssons vom Katthult-Hof in Lönneberga, haben nicht so viel Verständnis für ihren Schützling. Sie glauben, Michel hat mehr Unsinn im Kopf als jeder andere Junge in Lönneberga.

Doris Hofmann bringt das Stück über den schwedischen Lausebengel, den man trotz aller Streiche schnell ins Herz schließt, auf die Bühne der Burg Leuchtenberg. Und lässt ihn dort jede Menge Abenteuer erleben: So steckt einmal Michels Kopf in einer Suppenschüssel fest, ein anderes Mal versucht er, den entzündeten Zahn von Magd Lina zu ziehen – oder er verschafft seiner kleinen Schwester Ida mit einem weiteren Streich einen grandiosen Ausblick von oben auf den Katthult-Hof.

Elling und Kjell Bjarne sind zwei schrullige
Elling und Kjell Bjarne sind zwei schrullige Typen, die man einfach ins Herz schließen muss.


Elling

Elling hat es nicht leicht: Der 32-jährige Frührentner traut sich kaum vor die Tür, hat Angst vorm Telefonieren und beobachtet mit Vorliebe seine Nachbarn per Teleskop. Für Elling und seinen Freund Kjell Bjarne – frisch aus der psychiatrischen Klinik entlassen – hält der Alltag in der „normalen“ Gesellschaft etliche Tücken und Hindernisse bereit.

Nicht einfacher wird diese Herausforderung, als die schwangere Nachbarin Reidun ins Leben der beiden Sonderlinge tritt – und Kjell Bjarne sich unsterblich in sie verliebt.
Die 26-jährige Katharina Stark, seit Kindesbeinen mit dem Landestheater und der Stadtbühne Vohenstrauß verbandelt, liefert mit dem Schauspiel ihr Regie-Debüt beim LTO ab.

Robin Hood

Robin Hood kämpft noch einmal gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung kämpft. Der Held in Strumpfhosen beklaut mit seinen Freunden die Reichen und beschenkt damit die Armen. Das Kindermusical von Doris Hofmann und Sandro Augustin entführt die Besucher in den dunklen Sherwood Forest, wo sich Robin immer wieder mit seinem ärgsten Widersacher, dem fiesen Sheriff von Nottingham, duelliert. Im Mittelpunkt des Familienstücks steht der Wert von Freundschaft – und wie man mit Klugheit und Solidarität vermeintlich übermächtige Gegner austricksen kann.

Hildegard Knef blickt auf ihr Leben zurück - und
Hildegard Knef blickt auf ihr Leben zurück - und trifft dabei auf ihr junges Ich.


Für mich soll’s rote Rosen regnen

Till Rickelt führt Regie bei dem musikalisch-seelischen Porträt über Hildegard Knef. 1975 ist die Künstlerin auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, nur privat sieht das anders aus. Der 50-jährige Weltstar, dem Krebs knapp entronnen, vom Mann verlassen, blickt in den Spiegel der eigenen Vergangenheit. Da trifft die „Knef“ die junge „Hilde“: zwei Frauen, eine Person. Sie streiten sich, fallen sich ins Wort. Es beginnt eine schonungslose Abrechnung der Knef mit sich selbst.

Altweiberfrühling

Seit dem Tod ihres Mannes hat Martha keine rechte Freude mehr am Leben. Um sie abzulenken, suchen Marthas Freundinnen eine neue Aufgabe für die ehemalige Schneiderin. So entsteht die Idee, Marthas Jugendtraum von der eigenen Dessous- Boutique im heimischen Laden zu verwirklichen. Die Komödie (Regie: Till Rickelt) zeigt mit viel Charme und Herz, dass es nie zu spät ist, seine Träume zu verwirklichen. (tsa/puh)

Weitere Informationen auf www.landestheater-oberpfalz.de .


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