19.05.2017  | Netzcode: 5265253
Vilseck

OWZ am Wochenende: Längst vergangene Tage leben auf

Vilseck und "Ritter von der Zarg" laden zu zweitägigem Ritterlager auf Burg Dagestein ein

Die Besucher erleben mittelalterliche
Die Besucher erleben mittelalterliche Ritterspiele hautnah. Bild: hfz
Schwerter glitzern in der Sonne, ein Pferdegeschirr klirrt, die „Ritter von der Zarg“ satteln ihre Pferde und rücken die Helme zurecht. In der Schmiede kühlt zischend ein glühendes Eisen im Wasser. Das ist keine Szene aus einem Hollywood-Epos über längst vergangene Zeiten, in denen Konflikte teils noch in metallenen Anzügen ausgetragen wurden. Sondern könnte vielmehr am 27. und 28. Mai auch in der Stadt Vilseck so geschehen. An diesen beiden Tagen nämlich lässt die Kommune im Landkreis Amberg-Sulzbach bei einem Ritterlager auf Burg Dagestein das Mittelalter aufleben.

Das historische, rund 900 Jahre alte Bauwerk bietet für dieses Spektakel die ideale Kulisse. Die Besucher erleben Falkner und kämpfende Ritter zu Pferde oder staunen über den Mut der Feuerspucker. Zahlreiche Gruppen, Händler und Stände mit süßen und deftigen Leckereien sorgen außerdem für einen gelungenen Ausflug mit der Familie.
Die Arbeit im Mittelalter war hart und
Die Arbeit im Mittelalter war hart und anstrengend. Bild: hfz


Verantwortlich für das Programm sind einmal mehr die „Ritter von der Zarg“, ein rund 80 Mitglieder starker Mittelalter-Verein aus Vilseck. Dessen Vorsitzender Martin Stubenvoll (alias Marschal Martin von Hohenhaag) ist schon lange von der Epoche zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert fasziniert. „Das war eine wahnsinnig interessante Zeit.“ Bei dem nicht alltäglichen Hobby lerne man viele interessante Leute kennen, schwärmt der Vilsecker. „Hier spielt es vor allem keine Rolle, was man beruflich macht. Jeder ist gleich, egal ob Doktor oder Hilfsarbeiter.“

Im Mittelpunkt des Geschehens am 27. und 28. Mai haben sich die „Ritter von der Zarg“ folgendes Szenario ausgedacht: „Rupprecht von der Pfalz, König des Heiligen Römischen Reiches, reist mit seinem Gefolge auf der Goldenen Straße zum Reichstag nach Nürnberg. Ihm zur Ehre veranstaltet der Hausherr auf Burg Dagestein zu Vilseck, Graf Werintho, Schenk von Reicheneck und Bischof von Bamberg, einen Hoftag. Um die allerhöchsten Herrschaften zu unterhalten, zeigen tapfere Recken, berühmte Feuergaukler und weitgereiste Spielleute ihr Können. Es wird aufgetischt, was immer das Land hergibt und auch das Volk wird mit allerlei Kurzweil unterhalten.“
Feuerspucker sorgen für ein außergewöhnliches
Feuerspucker sorgen für ein außergewöhnliches Live-Erlebnis. Bild: hfz


Sollte es nicht gerade in Strömen regnen, rechnen die Stadt Vilseck und die Ritter mit einem Besucheransturm. Für jeden Gast ist mit Sicherheit einiges geboten. Die Besucher könnten an den beiden Tagen Geschichte hautnah erleben – und auch Kindern werde natürlich auf keinen Fall langweilig, wirbt Martin Stubenvoll.

Los geht das Spektakel am Samstag, 27. Mai: Ab 11 Uhr ist Einlass für die Besucher, die mittelalterlichen Gruppen ziehen um 14 Uhr in den Hof ein. Ab 15 Uhr gibt es auf dem Turnierplatz Greifvögel und Schaukämpfe der Ritter zu sehen. Um 19 Uhr beginnt der Hoftag im Burghof und um 22 Uhr ist das Feuerspektakel geplant.
Die Schlachten im Mittelalter waren blutig und
Die Schlachten im Mittelalter waren blutig und brutal. Viele Darsteller in historischen Kostümen zeigen, wie früher gekämpft wurde. Bild: hfz


Der Sonntag, 28. Mai, beginnt im Ritterlager um 10 Uhr, ab 13.30 Uhr ist ein großer Festzug mit Pferden und Gruppen in historischen Gewändern durch den Marktplatz. Ab 14.30 Uhr sind dann eine Greifvogelschau und Schaukämpfe auf dem Turnierplatz geplant.

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Der Eintritt kostet für Erwachsene drei Euro, Kinder ab Schwerthöhe (1,30 Meter) und „mittelalterlich Gewandete“ zahlen 1,50 Euro. (puh)

Weitere Informationen auf www.burg-dagestein.de, www.vilseck.de und www.facebook.com/Vilseck-entdecken

K.O. in der ersten Runde. Schaut echt aus, ist es
K.O. in der ersten Runde. Schaut echt aus, ist es aber in Wahrheit nicht. Dem "Geschlagenen" wird kein Haar gekrümmt. Bild: hfz




Rührige Ritter


VILSECK. Die „Ritter von der Zarg“ gibt es mittlerweile schon seit 20 Jahren. Vorsitzender Martin Stubenvoll und seine Truppe – rund 82 Mitglieder, davon etwa 30 aktive – haben sich auf die Fahnen geschrieben, „die Zeit des Mittelalters auf dem Nordgau und auch die Geschichte der Burg Dagestein und der bambergschen Vogtei Vilseck den Menschen, besonders den Jugendlichen, nahe zu bringen“. „Zukunft gibt es nur durch Herkunft“, betont Vorsitzender Stubenvoll. Die Bemühungen, jungen Leuten die längst vergangene Zeit vor Augen zu führen, falle durchaus auf fruchtbaren Boden. „Wir haben auch viele Jugendliche im Verein, die daran interessiert sind, wo wir herkommen und wie unsere Städte entstanden sind.“ Die „Ritter von der Zarg“ sind indes fleißig bestrebt, ihre Vorlieben für das „dunkle Zeitalter“ in vielen Varianten auszuleben.

Sie beteiligen sich an zahlreichen Lagern, bereichern Veranstaltungen wie etwa das Sulzbacher Altstadtfest oder diverse Festzüge, veranstalten zusammen mit ihrer Heimatkommune historische Stadtführungen und Vorträge (zuletzt über Hexenverfolgung) und haben auch schon einen Teil des Kinderferienprogramms gestaltet. (puh)

Viele Handwerker lassen sich beim Ritterlager
Viele Handwerker lassen sich beim Ritterlager gerne über die Schulter schauen. Bild: hfz




Programm



Samstag, 27. Mai

11 Uhr: Einlass
14 Uhr: Einzug der mittelalterlichen Gruppen
15 Uhr: Greifvogelschau (Turnierplatz), anschließend Schaukämpfe und Ritterturnier (Turnierplatz)
19 Uhr: Hoftag (Burghof)
22 Uhr: Feuerspektakel (Burghof); Ausklang mit den Gruppen am Lagerfeuer

Sonntag, 28. Mai

10 Uhr: Einlass
13.30 Uhr: Großer Festzug mit Pferden und Gruppen in historischen Gewändern
14.30 Uhr: Greifvogelschau (Turnierplatz), anschließend Schaukämpfe und Ritterturnier (Turnierplatz)
18 Uhr: Aufheben der Tafel

Die Besucher können beim Ritterlager auch einen
Die Besucher können beim Ritterlager auch einen mittelalterlichen König bewundern. Bild: hfz

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