27.12.2017  | Netzcode: 5457167

Aus Liebe zur Heimat

Brandneue Chronik beleuchtet Konnersreuths Anfänge

Glück für das Jubiläumsjahr bringen die beiden
Glück für das Jubiläumsjahr bringen die beiden Kaminkehrer Kathrin Plommer und Marco Wolf, die mit dem Konnersreuther Bürgermeister Max Bindl auf ein erfolgreiches und an Höhepunkten reiches Jubiläumsjahr anstoßen. Bild: Josef Rosner
KONNERSREUTH. "Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern", erklärte Bürgermeister Max Bindl. Wer wissen will, wie die heutige Marktgemeinde Konnersreuth entstand, kann jetzt in der brandneuen Chronik blättern, die zum Festjahr 2018 herausgebracht wurde. Ein großes Gemeinschaftswerk aus Liebe zur Heimat. "Orte mit der Endung ,-reuth' bestanden schon vor der Gründung des Klosters Waldsassen. Konnersreuth wurde an der alten Magdeburger Straße angelegt, die vom Süden her kommend über Mitterteich und Konnersreuth nach Arzberg verlief“, so Adalbert Busl, der bei der Vorstellung der 260 Seiten starken Chronik im Festsaal des Schlosses Fockenfeld intensiv die Gründung Konnersreuths beleuchtete.

Der eingesetzte Arbeitskreis habe fleißig gearbeitet und nach gründlicher Vorarbeit sein Werk beendet, lobte Bürgermeister Max Bindl. In der neuen Konnersreuther Chronik werde deutlich, dass der Ort eine äußerst interessante Vergangenheit habe. Der 1468 zum Markt erhobene Ort sei für Generationen von Menschen zur Heimat geworden. Diese solle auch in Zukunft so sein. „Gerade die Rückschau ist unser bester Ratgeber für die Zukunft. Wir können jetzt schwarz auf weiß unsere durchaus wechselvolle Geschichte nachlesen.“ Viele Konnersreuther stellten privates Bildmaterial zur Verfügung. Von Mai vergangenen Jahres bis zuletzt wurde an dem Nachschlagewerk gearbeitet. „So ein großes Gemeinschaftswerk ist nur mit Liebe zur Heimat zu schaffen“, dankte der Bürgermeister.
Die Chronik wurde zum Festjahr 2018
Die Chronik wurde zum Festjahr 2018 herausgebracht: ein großes Gemeinschaftswerk aus Liebe zur Heimat.


„Konnersreuth kommt von Konradsreuth“, erklärte Adalbert Busl. Die „Rodung eines Konrad“ wurde erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1218. Der Adelige namens Konrad holte Bauern, übergab ihnen ein Gebiet zur Rodung und schon entstand ein kleines Dorf. „Dies war der Anfang der heutigen Marktgemeinde.“ Bemerkenswert fand Busl die Tatsache, dass Konnersreuth anfangs zur Pfarrei Arzberg gehört habe, die in Konnersreuth die Kapelle St. Laurentius unterhielt. Arzberg war bereits um 1050 entstanden.

Konnersreuth gehörte zum Besitz von Heinrich von Liebenstein, der 1218 den Ort ans Kloster Waldsassen tauschte. Das Kloster Waldsassen tauschte das nahe gelegene Konnersreuth gegen eine entfernter liegende Ortschaft ein. Die Originalurkunde sei zwar nicht mehr vorhanden, aber durch den „Codex antiquissimus“ (ältestes Urkundenbuch) des Kloster in Abschrift überliefert.
Bürgermeister Max Bindl: "Wer in der Zukunft
Bürgermeister Max Bindl: "Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern."


Im 14. Jahrhundert konnte Waldsassen immer mehr Besitz in Konnersreuth erwerben. Abt Nikolaus IV. verlieh bereits in seinen ersten Amtsjahren drei Freiheitsbriefe: 1463 Waldershof, 1467 Falkenberg und ein Jahr später Konnersreuth. Konnersreuth war damit einer der ersten Orte, die nach der Stadt Tirschenreuth diese besonderen Freiheiten des Klosters erhielt.

Der Abt wollte damit bestimmte Orte an der Grenze seines Herrschaftsbereichs stärken. Mit dem Freiheitsbrief durften die Konnersreuther Bier brauen und auch ausschänken. Dies galt aber nur für jene, die im Ort auch „häuslich“ wohnten, also Hausbesitzer und Stifts-Untertanen waren.

Bis 1468 hatte Konnersreuth konstant 21 Anwesen, um 1500 waren es schon 18 mehr. Der Freiheitsbrief zeigte erste Wirkungen. Dann stagnierte der weitere Ausbau, ehe es ab 1600 kontinuierlich nach oben ging.
Adalbert Busl arbeitete mit an der Chronik und
Adalbert Busl arbeitete mit an der Chronik und erklärte bei der Vorstellung die Entstehung von Konnersreuth.


Um 1800 gab es in Konnersreuth schon 90 Anwesen und hob sich dadurch von der Ortsgröße deutlich von den umliegenden Bauerndörfern ab. Adalbert Busl freute sich, dass die 1468 ausgestellte Urkunde heute wieder im Besitz der Marktgemeinde sei. 1968 – zur 500-Jahr-Feier – sei die Urkunde noch nicht greifbar gewesen. Kurz danach habe sich eine Person an die Archivverwaltung München/ Amberg mit der Frage gewandt, ob die von ihr vorgelegte Urkunde der Freiheitsbrief von 1468 für Konnersreuth sein könnte. Die Person habe ausdrücklich darum gebeten, die „Sache diskret zu behandeln“ und die Urkunde an den Markt Konnersreuth zu überstellen. So geschah es. In der neuen Chronik konnte die Originalurkunde abgedruckt werden.

Auf 260 Seiten ist die Entstehungsgeschichte bis heute aufgeschlüsselt. Der Bürgermeister dankte der Redaktion mit Pater Benedikt Leitmayr, Reinhard Betzl, Gerald Härtl, Alois Hümmer, Robert Treml, Alois Weiß und Robert Weiß sowie den Autoren und weiteren Mitwirkenden Adalbert Busl, Regina Göths, Dr. Andreas Peterek sowie Josef und Konrad Rosner. Für Layout und Gestaltung zeichnet Robert Weiß verantwortlich.
An die erste Erwähnung im Jahr 1218 erinnert
An die erste Erwähnung im Jahr 1218 erinnert diese Urkunde des Klosters Waldsassen.


Erschienen ist die erste Auflage in einer limitierten Anzahl von 400 Exemplaren. Zu erwerben ist sie für 19,95 Euro in der Marktverwaltung und in ausgewählten Geschäften.
Der Festakt wurde vom Männergesangverein Konnersreuth unter der Leitung von Josef Rosner musikalisch umrahmt. Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss war das Heimatlied „Oh Du mein Konnersreuth“. (jr)




Dreifacher Grund zu feiern



KONNERSREUTH. Gleich dreifachen Grund zu feiern hat im kommenden Jahr die Marktgemeinde Konnersreuth: 800 Jahre erste urkundliche Erwähnung, 550 Jahre Verleihung der Marktrechte und 750 Jahre Schloss Fockenfeld. Festlicher Auftakt ist am Sonntag, 7. Januar, um 17 Uhr im Festsaal des Schlosses Fockenfeld. Erwartet wird als Festredner Bayerns Finanz- und Heimatminister sowie designierter Bayerischer Ministerpräsident, Markus Söder. (jr)

Redaktionsteam und Autoren erhielten als kleines
Redaktionsteam und Autoren erhielten als kleines Dankeschön die druckfrische erste Ausgabe der "Konnersreuther Chronik" (von links): Bürgermeister Max Bindl, Pater Benedikt Leitmayr, Alois Weiß, Alois Hümmer, Gerald Härtl, Adalbert Busl, Regina Göths, Dr. Andreas Peterek, Robert Weiß, Reinhard Betzl und Robert Treml. Bilder: Josef Rosner


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