31.01.2018  | Netzcode: 5492323

In Amberg sind die Hexen los

Größte Outdoor-Faschingsparty Bayerns am Unsinnigen Donnerstag

AMBERG. In Worte und Zeilen ist es kaum zu fassen, was sich da seit einigen Jahren am Unsinnigen Donnerstag - an Weiberfasching - in der Altstadt abspielt. Der Wahnsinn hat einen Namen: "Amberger Hexennacht". Was mit dem Zug eines Dutzend narrischer Weiber - als Hexen verkleidet - begann, hat sich zu einem Event entwickelt, der weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist. "Amberg - hex hex!" wird es am 8. Februar wieder durch die Straßen und Gassen schallen.

Faschingsnarren aus ganz Bayern versammeln sich auf dem Marktplatz um mit den "Quertreibern" zu feiern. Doch auch schon am Nachmittag steht so einiges auf dem Programm: Die Hexen, begleitet von Hexenmusikant Florian, ziehen durch die Stadt und durch das Rathaus und treiben dort ihr Unwesen. Um halb sechs versammeln sie sich am Marktplatz und tanzen mit den kleinen Hexen ihren Hexentanz.

Anschließend sorgen ab 18 Uhr die "Quertreiber" für geniale Partystimmung. Die Band aus dem Vilstal ist seit Jahren fester Bestandteil der Party. Sie stehen seit 2006 ununterbrochen auf der Hexennacht-Bühne. "Das ist echt der Wahnsinn, was hier für eine super Stimmung herrscht. Trotz der Menschenmasse feiert hier jeder mit jedem. Das Besondere an diesem Tag sind auch die vielseitigen und wirklich super-kreativen Kostüme. Was man hier alles zu sehen bekommt... Chapeau!", freut sich Torsten Donhauser von den "Quertreibern". Die müssen allerdings pünktlich gegen 23 Uhr den Stecker ziehen. "Wenn man um 22.50 Uhr auf die Uhr blickt und man bereits ans Aufhören denken muss, würde man am liebsten schon gerne noch länger spielen. Es ist ein Genuss, hier auf der Bühne zu stehen. Aber da wir bereits um 18 Uhr beginnen, ist 23 Uhr schon ok. Zudem geht's ja dann in den Kneipen weiter und wir suchen uns dort dann auch immer noch ein gutes Plätzchen!" Ganz nebenbei - und keine Selbstverständlichkeit: Die Band verzichtet seit ihrer Premiere bei der Hexennacht 2006 auf ihre Gage.

Die "Hexennacht" bringt in diesem Jahr auch zwei Neuerungen mit sich: Die Bühne wird auf die dem Rathaus gegenüberliegende Seite des Marktplatzes verlegt. Also dorthin ungefähr, wo auch die Bühne des Weihnachtsmarktes immer steht. Außerdem kann ein exklusiver Kreis von 50 Gästen das Geschehen erstmals von oben verfolgen - vom Balkon des Rathauses aus. "Wir wollten etwas tun für unsere Sponsoren und auch den von der Rathausstraße hereinströmenden Besuchern eine neue Perspektive bei ihrer Ankunft eröffnen", erläutert Simone Schlage, Leiterin der Stadtmarketing-Geschäftsstelle, die Beweggründe für die Veränderungen. Durch den neuen Standort der Bühne ergeben sich durchaus auch Vorteile bei der Anordnung der einzelnen Essens- und Getränke-Stände auf dem Marktplatz eröffnen. "Wir werden damit flexibler - und es ist nicht mehr alles so dicht gedrängt", betont Schlage.

Zurück eine Etage höher: Auf dem Rathausbalkon werden Sitzgelegenheiten ebenso vorbereitet sein wie ein kaltes Büfett, eine kleine Bar mit Getränken und ein Pavillon zum Schutz vor Regen. Wer dabei sein will, sollte sich beeilen: Die Tickets sind limitiert. Insgesamt sind es nur 50 Plätze. Diese kosten 39 Euro pro Nase - kaltes Büfett und ein Willkommens-Drink inklusive. Zu haben sind die "VIP"-Tickets beim Stadtmarketing-Büro im Amberger Rathaus.

Erwartet werden wieder rund 5000 Narren. Durch die Werte der Frequenzmessung in der Altstadt erhofft man sich einen aktuellen Überblick der Besucherzahl. Da nicht alle Passanten durch das WLAN-Signal am Marktplatz erfasst werden, wird die ermittelte Zahl anhand eines bestimmten Faktors auf die tatsächliche Besucherzahl hochgerechnet.

Polizei und Security sorgen für die Sicherheit. "Von unserer Seite läuft alles wie immer. Die Anzahl der Einsatzkräfte ist nicht höher als sonst", sagt Ambergs Polizeisprecher Achim Kuchenbecker. Auch in diesem Jahr bringen die Busse der Verkehrsgemeinschaft Amberg-Sulzbach die Feiernden wieder sicher nach Hause. Für die Linie 54 (Amberg-Schmidmühlen) und Linie 56 (Amberg-Sulzbach-Rosenberg) werden Sonderfahrten bis etwa 2.30 Uhr angeboten.

Eines sollten laut Simone Schlage aber alle Besucher beherzigen: Aufgrund zahlreicher Schnittverletzungen durch Scherben im vergangenen Jahr ist das Mitbringen von Glasflaschen auf dem Marktplatz nicht gestattet. "Es gibt vom Ordnungsamt ein Verbot, Flaschen mitzubringen. Es finden stichprobenartige Kontrollen von Taschen und Rucksäcken statt. Gerade dann, wenn jemand auffällig ist."

Sämtlicher Müll wird übrigens noch in der Nacht beseitigt. "Gegen 1.30 Uhr ist dann alles weg. Die Kehrmaschine muss da wirklich oft fahren. Aber am nächsten Tag sollten alle Spuren beseitigt sein", sagt Schlage. Bis auf den Kater - den muss jede(r) selbst "pflegen". Amberg - hex hex! Andreas Hahn


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