12.05.2018  | Netzcode: 5600725

Ganz und gar nicht perfekt

Wichtig ist, sich selbst mit allen Fehlern und Tugenden zu akzeptieren und zu lieben - Die Tipps der OWZ-Glücksexpertin

Die Waage soll das Idealgewicht anzeigen, das Auto frisch poliert glänzen, die Frisur richtig sitzen, die Beziehung immer harmonisch laufen. Die Projektarbeit im Job sollte die beste sein, die Kinder sollen immer nur gute Noten schreiben und der Rasen im Garten soll immer tadellos gemäht sein.

Gehören Sie auch zu den Menschen, bei denen alles immer perfekt sein soll? Dann gibt es schlechte Nachrichten: Glücklich werden Sie so sicher nicht. "Perfekt ist etwas immer erst dann, wenn es nicht mehr realisierbar ist", erkannte Dichterin Damaris Wieser richtig. Gestatten Sie sich selbst doch einfach auch einmal, ganz und gar nicht perfekt zu sein.

Denn das Glück besteht aus kleinen Momenten, die man zu schätzen wissen sollte. Wichtig dabei ist, sich selbst so zu akzeptieren und zu lieben, wie man eben ist - mit allen Fehlern und Tugenden. Sie essen eben einfach zu gern, um wie ein Model auf dem Laufsteg auszusehen? Wunderbar, dann genießen Sie es. Sie sind nicht zum Abteilungsleiter befördert geworden, aber Sie lieben Ihren Job? Prima, freuen Sie sich darüber. Sie liegen eben lieber in der Hängematte im Garten statt sich täglich ins Fitnessstudio zu quälen? Bestens, entspannen Sie sich! Sich selbst akzeptieren ist ein Abenteuer, auf das man sich einlassen sollte.

Denn sobald wir uns mit uns selbst glücklich fühlen mit unserer Wesensart, mit dem, was wir haben und sind, können wir inneres Gleichgewicht und Gemütsruhe finden. Wie schrieb schon Oscar Wilde: "Sei immer du selbst, alle anderen sind schon vergeben." Manche verschwenden alle ihre Energie darauf, sich und der Welt ein Leben lang etwas vorzuspielen, das überhaupt nicht existiert. Und nicht nur das: Sie können ihr Selbst nicht akzeptieren und unternehmen große Anstrengungen dieses und jenes zu verändern, um ihre Ideen und den ersehnten Idealzustand zu erreichen, der fast nie der Realität entspricht.

Machen Sie sich klar: Das Leben ist nicht perfekt. Die absolute Vollkommenheit existiert nicht. Und wenn, dann wäre diese doch auch ganz schön langweilig. Oder etwa nicht? Wer etwas von Schönheit versteht, weiß, dass die stärkste Anziehungskraft in der Unvollkommenheit liegt. Die Frage nach dem Warum ist sehr einfach zu beantworten: Die Unvollkommenheit macht jeden Menschen einzigartig, unwiederholbar und verleiht eine ganz besondere Ausstrahlung.

Wenn Sie sich so akzeptieren, wie Sie sind, mit allen Fehlern, Mankos und Schwächen, können Sie mit sich selbst im Einklang sein und Ihr Leben genießen. Seien Sie ehrlich: Wen interessiert es schon, ob Ihre Frisur und Ihre Kleidung nicht perfekt sitzt? Wer liebt Sie mehr, nur weil Sie die beste Arbeit abgeliefert haben oder weil Sie Traummaße besitzen? Seien Sie doch einfach mal etwas weniger perfekt, lassen Sie ruhig auch mal die Fünf gerade sein - Sie werden sich wundern, wie entspannt das Leben immer öfter sein kann.

Und noch ein Vorteil: Wenn Sie weniger Energie darauf verschwenden, dass alles perfekt sein muss, bleibt viel mehr Zeit für die schönen Dinge, die Ihnen persönlich gut tun und die Sie gerne machen. Außerdem führt es dazu, dass Sie mit der Welt, die Sie umgibt, im Gleichgewicht sind und sich wohlfühlen. Denn wer sich selbst akzeptiert, gibt auch den Menschen um sich herum ein gutes Gefühl.

Nehmen Sie sich also vor, jeden Tag ein bisschen weniger perfekt, dafür jedoch menschlicher und glücklicher zu sein! (ewa)


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