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Von (mp)  |  28.08.2009  | Netzcode: 1976490  |  2718 Mal gelesen.
Schwarzhofen

Im Stein-Labyrinth Geschichte atmen

Trojaburg bei Uckersdorf in der Oberpfalz einmalig - Vorbilder aus der Bronzezeit - Exakt ausgelegt

Schwarzhofen. (mp) Die beiden Granitstelen scheinen aus dem Boden heraus zu wachsen. Tausende Steine säumen einen Weg, der in weiten Spiralen auf einen großen Findling zuläuft. Dieser geheimnisvolle Platz liegt direkt am Freundschaftsradweg zwischen Nabburg und Schönsee: Die Trojaburg im Ortsteil Uckersdorf ist der Nachbau einer altertümlichen Kultstätte.

Die Schwarzhofener Pfarrkirche "Maria vom Siege"
Die Schwarzhofener Pfarrkirche "Maria vom Siege" und die Häuserzeile entlang der Wassergasse spiegeln sich auf der Oberfläche der Schwarzach. Der Fluss prägt das Landschaftsbild rund um die Marktgemeinde. Bilder: Götz (3)
Auf Initiative von Gerhard Würl, Mitstreiter im rührigen Kulturförderkreis, wurden ab Herbst 2006 Steine geschleppt: Die faust- bis kopfgroßen Brocken begrenzen den 250 Meter langen Labyrinthgang, insgesamt hat die Trojaburg eine Durchmesser von etwa 18 Metern.

Bedeutende Funde



Den Ort haben sich Würl und seine Helfer nicht einfach aus dem Ärmel geschüttelt. In unmittelbarer Nähe des heutigen Radlerbahnhofs sind in der Vergangenheit zahlreiche frühgeschichtliche Funde von überregionaler Bedeutung gemacht worden - erst 2008 wurde bei Zangenstein ein Hügelgrab aus der Hallstattzeit gefunden. "In dieser geschichtsträchtigen Umgebung sollen die Besucher Gegenwart und Vergangenheit auf sich wirken lassen", informiert eine Tafel am Rand der Trojaburg.
Spiralförmig läuft der Weg durch das
Spiralförmig läuft der Weg durch das Stein-Labyrinth auf den großen Findling in der Mitte zu. Die Trojaburg am Radlerbahnhof in Uckersdorf ist frei zugänglich und kann jederzeit begangen werden. Der Kulturförderkreis Schwarzhofen hat damit eine in der Oberpfalz einmalige Sehenswürdigkeit geschaffen. Bild: Mardanow

Die Steine sind nach einem exakten Bauplan auf dem Boden ausgelegt. Das "Anschauungs- und Erlebnisobjekt zu Natur und Kulturgeschichte", hat seine Vorbilder in runden und ovalen Steinsetzungen, die sich aus der Bronzezeit erhalten haben. Die meisten dieser altertümlichen Stätten wurden in skandinavischen Ländern entdeckt.

Bedeutung ist unklar



Eine Trojaburg ist deswegen so geheimnisvoll, weil bis dato noch nicht feststeht, für welchen Zweck so ein Bauwerk einst diente. Die Deutungen reichen vom Totenkult bis hin zur Darstellung des Sonnenverlaufs oder als Stätte für ein archaisches Fruchtbarkeitsritual. Der Kulturförderkreis hingegen stellt in "seiner" Trojaburg zahlreiche Veranstaltungen auf die Beine. Unter anderem ist hier der Ausgangspunkt für Führungen zu den prähistorischen Orten im Nahbereich. Besonders eindrucksvoll ist es aber, hier Sonnenauf- und -untergang zur Winter- und Sommersonnenwende zu erleben. Es ist ein unvergessliches Bild, wenn in der Dämmerung zahlreiche brennende Teelichter das Labyrinth säumen.

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