Oberpfalznetz.de > Mitreden > Livechat > Chat-Archiv > Bundestagskandidaten im O-Netz-Chat

Zum Artikel: Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Werner Schieder (SPD), Wahlkreis Weiden

Werner Schieder wurde am 13. September 1948 in Ellenbach (Landkreis Neustadt/WN) geboren, lebe in Weiden in der Oberpfalz, bin verheiratet und habe zwei mehr...
Zum Artikel: Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Albert Rupprecht (CSU), Wahlkreis Weiden

Der 41-Jährige gelernte Diplom-Volkswirt stammt aus Albersrieth (Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab) und wuchs mit sechs Geschwistern auf. mehr...
Zum Artikel: Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Johann Mayer (Die Grünen), Wahlkreis Weiden

Johann Mayer wurde 1960 im Klosterdorf Speinshart (Landkreis Neustadt/Waldnaab) geboren und lebt noch heute dort. Der Grünen-Politiker ist verheiratet und mehr...
Zum Artikel: Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Konrad Dippel (Für Volksentscheide), Wahlkreis Weiden

Der Unternehmer Konrad Dippel ist 38 Jahre alt, hat eine Lebensgefährtin und zwei Kinder: Kilian ist acht und Willibald 14 Jahre alt. Mit ihnen lebt er in Trabitz, wo er auch mehr...
Von (mte/tos)  |  18.09.2009  | Netzcode: 2005280  |  1446 Mal gelesen.

Bundestagskandidaten im O-Netz-Chat

Konrad Dippel (Für Volksentscheide)

(mte/tos) Der Unternehmer Konrad Dippel ist 38 Jahre alt, hat eine Lebensgefährtin und zwei Kinder: Kilian ist acht und Willibald 14 Jahre alt. Mit ihnen lebt er in Trabitz, wo er auch als Gemeinderat für die Freie Christliche Wählergemeinschaft wirkt. Als gelernter Holzbearbeitungsmechaniker leitet Dippel das Familienunternehmen mit knapp 40 Mitarbeitern in Pressath. Als Nebenerwerbslandwirt kümmert er sich um 20 Rinder.

Dippel

Steckbrief:



Geburtsdatum: 04.02.1971
Geburtsort: Eschenbach i. d. Oberpfalz
Wohnort: Trabitz
Familienstand: zwei Kinder: Willibald (14), Kilian (8)

Schul- und Berufsbildung: Wirtschaftsschule Eschenbach
Ausbildung Holzbearbeitungsmechaniker
Abschluss: 1986 Mittlere Reife
Beruf: Unternehmer (Holzwerk Dippel)
Nebenerwerbslandwirt

Hobbys: Singen (Kirchenchor)
Vereine: Männergesangsverein

Politische Aktivitäten:

Europakandidat "Unabhängige Kandidaten" (zur EU-Wahl 2004)
Direktkandidat Wahlkreis 236 Weiden (zur BT-Wahl 2005)
Europakandidat von FÜR VOLKSENTSCHEIDE (zur EU-Wahl 2009)
Direktkandidat Wahlkreis 236 Weiden (zur BT-Wahl 2009)
Sitz im Präsidium von FÜR VOLKSENTSCHEIDE
seit 2008 Gemeinderat der Gemeinde Trabitz für die Freie Christliche Wählergemeinschaft Trabitz (FCW).


Der Chat in voller Länge:



Gast: hallo

Konrad_Dippel: Hallo! Ich bin bereit!

Gast1: Guten Abend ;)

Konrad_Dippel: Gute Fragen! ;-)

neuer: Hallo Herr Dippel, ich stelle eigentlich jeden Abend die gleiche Frage: In meinen Augen ist der Soli seinerzeit für den Aufbau Ost eingeführt worden. Wenn Sie in der Regierung wären, würden Sie ihn abschaffen?

Konrad_Dippel: Natürlich! Wo ist da die Gerechtigkeit, wenn verarmte Westzonen boomende Ost-"Leuchttürme" finanzieren? Deshalb braucht man ja die wirklich bedürftigen Gebiete nicht absaufen lassen. Aber überall!

Gast1: Herr Dippel, was ist ihre Meinung zu sogenannten "Killerspielen", welche ja oft als Grund für Amokläufe genannt werden. Denken sie, ein Verbot wäre sinnvoll?

Konrad_Dippel: Ich weiß, dass perfektionierte Killerspiele zum Soldatenabrichten eingesetzt werden. Früher als Kriege von Auge zu Auge geführt wurden, haben die meisten daneben geschossen, weil der Mensch normalerweise nicht so brutal ist. Killerspiele stumpfen diesen Schutzinstinkt ab. Also realistische Darstellungen verbieten. Ballern auf Aliens oder Spongebob-ähnliche Wesen ist vielleicht gar nicht so schlecht. Schließlich ist einem heutzutage wohl manchmal danach alles in die Luft zu sprengen. Dann doch am besten online.

borussia: Sie sind selber Vater von 2 Kindern, ich auch: Nach dem traurigen Zwischenfall von Solln ist gerade wieder eine Diskussion um die Jugendkriminalität entstanden. Die beiden Jungs bereuen, führen sich gut und bekommen wahrscheinlich ein Sozialprogramm in Brasilien. Sind Sie für strengere Jugendstrafen?

Konrad_Dippel: Ich denke am wichtigsten ist es die gesellschaftlichen Ursachen für das kranke Verhalten vieler Menschen zu finden, und dem entgegenzuwirken. Härtere Strafen schrecken nicht ab. Abenteuerurlaub in Brasilien müsste wohl nicht unbedingt sein. Da tut`s Arbeit auf dem oberpfälzer Bauernhof auch.

Sergey: Oh, das war die direkteste Antwort auf die Frage. Sie sind Unternehmer. Ich höre viel von weniger Arbeiten und gleicher Lohn. Das funktioniert aber meiner Ansicht nach nicht. Wie argumentieren Sie, wenn jemand sagt, 30h Woche gleicher Lohn. Dadurch schaffen wir doch nicht mehr Arbeitsplätze, oder?

Konrad_Dippel: Man muss von seiner Vollzeitbeschäftigung seinen Lebensunterhalt bestreiten können. Wenn die Bezahlung gut ist, können vielleicht auch 30 Stunden genügen. Ich denke 30 Stunden Akkord mit den Refa-Leuten im Rücken machen einen auch schon fertig. Wenn aber der Lohn z. B. für eine einfache Tätigkeit eher gering ist, kann man nicht auch noch die Stunden massiv kürzen. Leben und leben lassen.

NM: Ich habe mal gelesen, dass nur 10% der Kirchensteuer bei den Sozialprojekten ankommt. Wenn dem so ist, ist dann eine Kirchensteuer gerecht? Ich zahle gern für soziale Projekte, aber für einen Wasserkopf zu zahlen?

Konrad_Dippel: Hier gilt: abgemacht ist abgemacht. Der Staat hat bei uns früher mal mit den Kirchen Verträge gemacht und hält sich bis heute daran. Wie die Kirchen mit den Geldern umgehen ist deren Sache. Schließlich ist niemand verpflichtet Kirchenmitglied zu sein und damit Kirchensteuer zu zahlen. Kirchensteuer ist keine Hilfswerkspende, sondern für den Unterhalt der kirchlichen Organisation gedacht. Damit muss man als kirchlich organisierter Christ leben. Fragen Sie doch ihren Pfarrer vor Ort, ob er mit seinem Einkommen dem christlichen Beispiel folgt. Wenn nicht, lesen Sie die Bibel und motivieren ihn dazu!

Gast1: Herr Dippel, um noch einmal auf das Thema Videospiele zu kommen: Sie haben ja zwei Söhne, haben sie schon einmal "gewalttätige" Spiele getestet oder haben Sie andere Erfahrung mit diesen Medien? Haben sie sich schon einmal einen Eindruck über Hintergründe, Spieleablauf etc. gemacht?

Konrad_Dippel: Sie sind hartnäckig. Mir wäre es am liebsten wenn diese Gewaltspiele vollständig verschwinden. Wer weiß, vielleicht drehen auf irgendeinen Impuls hin irgendwann massenhaft alle auf einmal durch. Ich habe noch keine selbst aktiv getestet. Der große Sohn schon. Aber in einem intakten Biotop löst ein kleiner Haufen Müll keine Katastrophe aus. Wenn aber die Kinderseele aus irgendwelchen Gründen schon angeschlagen ist, dann kann das sehr wohl passieren. Die Beispiele kennen Sie. Wir sollten es also nicht herausfordern. Hat keiner diese Sch...Spiele dann kommt meiner auch nicht auf die Idee.

Angela: Ich finde Ihren Mut und Ihr Engagement bewundernswert! Für Verantwortung und christliche Werte zu stehen ist ja nicht mehr selbstverständlich. Ich finde es gut, dass Sie die Gesetze mitgestalten wollen und sich vor den anderen Parteien nicht scheuen eine Meinung zu äußern, die Ihnen Ihr "gesunder Menschenverstand" und ihre "Unternehmererfahrung" sagen. Meine Stimme haben Sie! Aber vielleicht wäre es gut den Menschen noch klarer zu sagen, was sie genau tun wollen, wenn Sie wirklich im Bundestag sitzen.

Konrad_Dippel: Soll ich jetzt ein paar Stunden tippen? Ich bin ein Mensch, der an den Aufgaben wächst. Das erkennen Sie schon an meiner Wahlwerbung. Wenn ich wirklich im Bundestag sitze, dann ist das alleinige "da sein" eines freien, nur dem Gewissen verantwortlichen Menschen politisch wertvoll. Quasi eine Art Dauerdemo. Und alle die Ohnmächtigen (z. B. alle die letzten Sonntag gegen die Kommerzialisierung der Krankenhäuser im Olympiastadion demonstrierten)haben wenigstens einen Ansprechpartner. "Ich kandidiere, weil Deutschland unter die Räuber gefallen ist, und wir Bürger eigentlich niemanden haben an den wir uns wenden können", ist der Satz der das auf den Punkt bringt.

Und noch ein Satz dazu: Ich denke, dass ich es schaffen werde noch mehr Parteiabgeordnete an ihren Eid und ihre Verantwortung zu erinnern. Mein Beispiel würde ihnen ja zeigen, dass es ein politisches Leben außerhalb des üblichen politischen Systems gibt. Vielleicht sind wir, die aufrecht auf der Seite der Menschen in Deutschland stehen plötzlich so viele, dass wir wirklich demokratische Macht ausüben können? Wer weiß? Und auch in der Repräsentation unseres Staates im Wahlkreis habe ich mir vorgenommen, vorbildlich zu wirken. Und aus der Kindererziehung weiß ich, dass nichts besser wirkt, als das eigene Beispiel.

Gast1: Herr Dippel, auch wenn ich nicht ganz Ihrer Meinung zu diesem Thema bin: Ich bedanke mich für Ihre Antworten und wünsche ihnen noch einen gemütlichen Abend ;-)

Konrad_Dippel: Vielleicht laufen wir uns eines Tages über den Weg, und können das ausdiskutieren bis wir wirklich eine gemeinsame Meinung haben. Der Andersdenkende ist kein Idiot. Er hat sich nur eine andere Wirklichkeit geschaffen. Irgendein weiser Mensch hat das mal gesagt. Ich wünsche Ihnen auch einen schönen Abend!

Angela: Leider ist das eigene Beispiel vieler Abgeordneter und Parteien nicht unbedingt vorbildlich. Als ehrlicher Steuerzahler fühlt man sich da schon oft sehr benachteiligt. Parteien und Abgeordnete haben Beraterverträge und nehmen Konzernspenden an. Keiner kann mir erzählen, dass sich das dann nicht in deren Entscheidungen bemerkbar macht. Ich hoffe Sie werden mit Ihrer eigenen Partei, die Sie ja gründen wollen (oder?) auf Spenden aus der Wirtschaft verzichten oder diese offenlegen. Die ödp finde ich macht das sehr gut. Aber leider läuft auch die immer nur unter "sonstige". Noch eine Frage: Was unterscheidet Sie eigentlich von den Meinungen der ödp?

Konrad_Dippel: Partei gründen habe ich definitiv nicht vor. Da gibt es schon so viele. Mir reicht schon die Erfahrung mit meiner Wählervereinigung "FÜR VOLKSENTSCHEIDE" . Zu Geld habe ich auch meine klare Meinung. Damit ist es wie mit dem Alkohol. Wenn man einem zum Vorbeugen jeden Tag einen Liter Bier gibt, weiß ich nicht ob er nicht doch Alkoholiker wird. Deshalb beschränke ich mich schriftlich auf die Aufwandspauschale der MdB als Gehalt. Denn regelmäßige hohe Einkünfte haben Suchtpotential. Und jegliche Sucht ist eine Art Gefängnis. Zur ÖDP: Ich war bei Professor Schachtschneiders Vortrag auf Einladung der ÖDP. Ich teile die Ansichten der ÖDP weitestgehend. Aber so perfekt, dass ich jetzt auf Anhieb sagen könnte was mir nicht passt, habe ich das Programm nicht im Kopf. Aber ich weiß: die ÖDP ist vom Kopf her schon o. k., und mit allen die ich bisher kennengelernt habe (den letzten erst gestern Abend), verstehe ich mich sehr gut.

Tom: Wie stehen Sie zur Gentechnik oder gentechnisch veränderten Lebensmitteln? Kann oder soll man solche Dinge über Volksentscheide entscheiden lassen? Oder der Nichtraucherschutz? Oder Atomkraftwerke? Sollte nicht der Schutz des Menschen auf jeden Fall Priorität haben? Egal ob es die Mehrheit so will oder nicht?

Konrad_Dippel: Den Schutz des Menschen alleine nur in Frage zu stellen, ist schon ein politischer Sündenfall. Der Schutz des Menschen hat Priorität, ganz klar. Zur Gentechnik ist die Sache auch klar: internationale Konzerne, ich brauche keinen Namen nennen, sehen Lebensmittel als Mittel der Machtausübung. Praktisch als moderne Kriegswaffe. Diese Ziele sind bekannt. Wir haben also auf den Feldern der Welt momentan eine Art Biowaffenkrieg. Diese Antwort sollte klar genug sein. Wenn die Bevölkerung darüber nicht klar und deutlich informiert ist, wie will man sie dann entscheiden lassen? Zum Nichtraucherschutz: wenn sich ein Wirt auf Basis der jetzigen Gesetze, seine Kneipe zum Ort der kollektiven Selbstverstümmelung macht, ist das seine Sache und die seiner Gäste.

Meine Cousine hat eine kleine Raucherkneipe. Wenn ich von einer Wahlveranstaltung heimkomme, dann schaue ich dort nicht rein - weil ich dann meinen einzigen noch nicht versauten Anzug morgen nicht mehr riechen kann. Keiner zwingt mich reinzugehen. Ich habe mal meinem Kollegen der jetzt das Direktmandat ausübt vorgeschlagen, er solle sich doch für ein Reinheitsgebot für Zigaretten einsetzen. Dieses Gesetz wäre einfach zu formulieren. Nur Tabak, und sauberes Papier. Den Nikotingehalt im verwendeten Tabak könnten wir dann gesetzlich verordnet durch konventionelle Züchtung nach und nach reduzieren. Das wäre effektiver Raucherschutz! Verstehen Sie mich?

Angela: Vielen Dank für Ihre Antworten. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Wahl! Schönen Abend!

Konrad_Dippel: Danke auch für die interessanten Fragen. Und ich glaube auch allen anderen Anwesenden wurde klar, dass wir doch alle auf der gleichen Seite stehen.

Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen

Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.

Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.


Zum Artikel: Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Norbert Ziegler (FDP), Wahlkreis Weiden

Der 45-jährige selbstständige Steuerberater und Diplomkaufmann wohnt in Weiden. Ziegler ist verheiratet und hat zwei Kinder Der 45-jährige selbstständige Steuerberater und mehr...
Zum Artikel: Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Rita Wiesend (ödp), Wahlkreis Weiden

Die gebürtige Döllnitzerin ist seit etwa 35 Jahren ehrenamtlich tätig. Seit drei Wochen ist die 48-Jährige Mutter dreier Kinder auch Großmutter. Als Landes- vorsitzende des mehr...
Zum Artikel: Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Bundestags- kandidaten im O-Netz-Chat

Sandro Hammer (Die Linke), Wahlkreis Weiden

Der Kandidat der Linken Sandro Hammer wurde am 07.09.1974 in Weiden i.d.Opf geboren. Der gelernte Einrichtungsberater hat mit seiner Lebensgefährtin drei Kinder. mehr...