Schönsee
Wassertreten für die Seele
Kurpark setzt auf Vielfalt: Von Biotop bis Ruderboot - Kneipp für die Beine, Schach für den Kopf
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| Direkt am Ufer des Hahnenweihers lädt die Gaststätte "Drei Seerosen" zum Verweilen ein und gibt den Blick frei auf den ersten Teil der Schönseer Kurparks. Bilder: Götz (5) |
Schönsee. (bl) Wie ein kleiner Balkon ragt das jüngste Bauwerk aus Lärchenholz in den See. Aus der Perspektive dieses Kunstwerks bekommt der Blick über den Schönseer Kurpark etwas Exklusives. Stattliche Ahornbäume und kräftige Erlen säumen das Ufer, wo Ruderboote mit Enten und Libellen um die Blicke der Spaziergänger buhlen. Wer einen gepflegten Rundweg ohne Steigung schätzt, ist hier richtig.
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| David (links) und Daniel nutzen mit ihren Vater Hans Herrmann das große Schachbrett im Kurpark. |
"Viele kommen durch diese grüne Lunge mit dem Rad in die Stadt und auch der bayerisch-böhmische Freundschaftsweg führt auf etwa zwei Kilometern die Radler hier auf der schönsten Strecke bis nach Dietersdorf", berichten Bürgermeisterin Birgit Höcherl und Maria Rettinger von der örtlichen Tourist-Information. Zwischen 1989 und 1996 sind die insgesamt knapp vier Kilometer langen Kieswege rund um die beiden mitten in der Stadt liegenden Seen, Hahnen- und Keckenweiher, entstanden. Wer vom Rathaus aus in westlicher Richtung auf dem Pfad am See startet, ist gleich mitten im Zentrum des Kurparks, dort wo die Seebühne während der Sommermonate in regelmäßigen Abständen mit Kurkonzerten lockt. Wer sich erst für den weiteren Rundweg stärken muss, kann im Gasthaus "Drei Seerosen" bei Schmuggler-Salat oder Pascher-Brotzeit-Brettl Kräfte sammeln.
Madonna mit Stoff-Kleid
Dann dürfte auch der Abstecher hinauf über die 34 Stufen zur Woferl-Kapelle kein Problem sein. Das 1872 erbaute Kleinod reizt so manchen Einheimischen, die Faszination aus Kindertagen neu zu beleben. Denn wie ein großes Kommunionkind mit einem Kleid aus richtigem Stoff zeigt sich dort die Madonna mit ihren Jesuskind. Köpfe, Hände und Füße sind aus Holz geschnitzt und gut 400 Jahre alt.
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| Als "Himmelstreppe" ist das hölzerne Kunstwerk von Daniel Engelbert betitelt worden, das im September 2008 zum Thema "Standpunkte - Landeplätze" hier am Seeufer Position bezog. |
Ein Kneipp-Tretbecken verspricht Abkühlung und Anregung für müde Füße. Wer eher seine Gehirnzellen aktivieren will, kann gleich daneben beim Freiluftschach neue Strategien erproben. Hier übt auch der Schachspieler-Nachwuchs wie David und Daniel Herrmann für den Überblick in anspruchsvollen Duellen.
Natur pur gibt es ein paar Schritte weiter: Die Ufer des Keckenweihers stehen als Biotop mit Verlandungszonen ganz hoch in der Gunst von Tieren und Pflanzen, die es feucht lieben. Anders als im westlichen Areal sind hier Hecht, Forelle und Karpfen vor Anglern sicher. Wer es selbst den Fischen gleichtun will, sollte das Moorbad nebenan aufsuchen. Vom Keckenweiher aus zweigt aber auch ein Weg zu einem der beiden Naturlehrpfade in Schönsee ab. Wem das zu viel ist, der kann an diesem Punkt kehrt machen und über die Nordufer von Seen und Bächen zurück zum Rathaus pilgern.
Musik und Lichterspiel
Nur an einem Wochenende im Jahr kommen im Schönseer Kurpark die Ruhesuchenden nicht auf ihre Kosten: Das jeweils letzte Juli-Wochenende ist für das Seefest reserviert. Viel Musik, mehrere Biergärten, Lichterspiel und ein fulminantes Feuerwerk formieren sich dann zum Kontrastprogramm. Das neue Bauwerk aus Lärchenholz, auch "Himmelstreppe" betitelt, dürfte dann seit seiner Installation im September 2008 zum zweiten Mal einer der begehrtesten Plätze am See sein.
Alle Folgen "Urlaub daheim" im Internet:
http://www.oberpfalznetz.de/urlaubdaheim
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