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Von (td)  |  21.08.2010  | Netzcode: 2461053  |  1144 Mal gelesen.
Neunburg vorm Wald

Schöne Landschaft gut im Blick

Aussichtsturm auf dem Hirschberg steht im ältesten Naturschutzgebiet im Landkreis Schwandorf

Neunburg vorm Wald. (td) Vom Aussichtsturm auf dem Hirschberg im Naturschutzgebiet "Pfahl" eröffnet sich ein herrlicher Rundblick über die Naturräume Vorderer Oberpfälzer Wald, Oberpfälzer Hügelland, Mittlere Frankenalb und Falkensteiner Vorwald. Der Turm ist knapp 27 Meter hoch und kann von den Dörfern Fuhrn, Taxöldern oder Hofenstetten aus erwandert werden.

Blick vom Hirschberg über die Landschaft zur
Blick vom Hirschberg über die Landschaft zur Ortschaft Fuhrn, die zu Neunburg vorm Wald gehört. Sie ist nur eineinhalb Kilometer vom Hirschberg-Turm entfernt und empfiehlt sich als Ausgangspunkt für einen kleinen Spaziergang. Aber auch von den benachbarten Gemeinden Taxöldern und Hofstetten führen schöne Wege zum Turm. Bilder: Dobler (4)
Der Pfahl ist eine weltweit einmalige erdgeschichtliche Erscheinung. Vor 300 Millionen Jahren kam es zu gewaltigen Verschiebungen in der Erdkruste. In die sich auftuende Erdspalte ergoss sich flüssige Kieselsäure und kristallisierte aus. Das entstandene Quarzgestein ist sehr hart und widerstand der Verwitterung, so dass heute noch am Eicherlberg und Hirschberg einige Quarzgänge herausragen. Jedoch ist der Pfahlquarz in der Taxölderner Gegend stark mit anderen Mineralien, vor allem Eisenoxiden, "verunreinigt", so dass er nur in bräunlich-rötlichen Farbtönen vorkommt.

Abbau gestoppt



Der Quarz wurde lange Zeit als vorzüglich abbaubares und wieder verdichtbares Wegbaumaterial für Feld- und Forstwege verwendet. Bis in die 1970er Jahre gab es Dutzende kleinerer Abbaustellen am Hirschberg und Eicherlberg, wo Landwirte und Gemeinden ihr Material zur Ausbesserung von Schlaglöchern holten.

Bis in die 1930er Jahre wurden sogar größere Mengen abgebaut, so dass man den Pfahl aus Sorge vor einer großflächigen, industriellen Schotter- oder Steinnutzung bereits 1939 ins Reichsnaturschutzbuch eintragen ließ. Ein rund 180 Hektar großes Gebiet zwischen Taxöldern und Fuhrn wurde so aus landeskundlich-geologischen Gründen unter Naturschutz gestellt. Damit ist das Naturschutzgebiet "Hirschberg/Pfahl" auch das älteste Naturschutzgebiet im Landkreis Schwandorf.

Früher "Feuerwachpunkt"



Da die erdgeschichtliche Rarität des Pfahls nördlich von Taxöldern das letzte Mal deutlich über die Erdoberfläche hinausragt und gleichzeitig nach Süden das Gelände stetig in die langgezogene Bodenwöhrer Senke zwischen Roding und Schwandorf abfällt, nutzten Forstleute die markante Erhebung früh als "Feuerwachpunkt" und errichteten dort kleinere Holzaussichtstürme, auf denen auch Taxölderner ihren Feuerwachdienst verrichten mussten.
1973 wurde unter der Trägerschaft des Naturparkes
1973 wurde unter der Trägerschaft des Naturparkes Oberpfälzer Wald ein Aussichtsturm in Skelettbauweise im Naturschutzgebiet errichtet. Er kostete 110 000 DM und ist 26,5 Meter hoch.

Die Feuerwache am Turm gab es noch nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals bestand sogar eine Feldtelefonleitung vom Wachturm zur Forstdienststelle in Taxöldern. Zu Waldbränden in den trockenen Kiefernwäldern entlang der Bahnlinie Schwandorf-Bodenwöhr kam es durch Funkenflug fast jeden Sommer, wie eine der letzten Feuermelderinnen, Frieda Nickerl, geb. Hauser, zu berichten wusste.

Sie erzählte auch, dass der "langweilige" Feuerwachdienst, den sie gemeinsam mit Dora Schießl verrichtete, nicht gerade ihre Sache war. Und bei dem stundenlangen Warten konnte es auch schon einmal passieren, dass just in dem Augenblick, in dem in der Bodenwöhrer Senke ein paar Rauchwolken aufstiegen, die geschwundene Aufmerksamkeit eine rechtzeitige Meldung vereitelte.

1973 Bau des Turms



Gerade noch sichtbar spitzt der Turm über die
Gerade noch sichtbar spitzt der Turm über die Wipfel des umgebenden Waldes.
1973 wurde schließlich von der Firma Hasl aus Blechhammer unter der Trägerschaft des Naturparkes Oberpfälzer Wald, Teilgebiet Neunburg v. W., ein neuer Aussichtsturm im Naturschutzgebiet errichtet.

Mit einem Kostenaufwand von 110 000 DM wurde ein 26,5 Meter hoher Holzturm in Skelettbauweise nach dem Vorbild eines Feuerwachturmes in Herongen (Saarland) gebaut. Freilich stand fortan die touristische Nutzung im Vordergrund, da die Feuerüberwachung vom Boden aus durch die Luftüberwachung abgelöst wurde.

Beliebte Wanderstrecke



Die Gegend um den Hirschberg ist für Wanderer und
Die Gegend um den Hirschberg ist für Wanderer und Radler erschlossen, die Wege sind gut ausgeschildert.
Zwischenzeitlich ist die Strecke von Taxöldern zum "Turm", wie ihn die Taxölderner nennen, und wieder zurück zu einer beliebten Wanderstrecke für Einheimische oder Besucher geworden. Viele Feriengäste nutzen die Gelegenheit, nach dem Mittagessen im Gasthof Hartl einen Spaziergang zum Hirschberg zu machen, um so einen schönen Rundblick zu genießen.

Der Hirschberg und die Wälder beim Taxölderner Friedhof laden zum Spazieren gehen ein. Liebespaare, Rentner, Mütter und junge Familien mit Kindern, Jugendliche, die im Schatten der großen Waldbäume ihre erste Zigarette heimlich rauchen, ja, nahezu jeder Taxölderner spazierte bereits durch diese Wälder westlich des Dorfes. Eine beliebte Runde für Spaziergänger, Radfahrer und Jogger führt vom Friedhof weiter über den Brand und über den Fischweg und Schwandner Weg wieder zurück zum Dorf.

Alle Folgen "Urlaub daheim" im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/urlaubdaheim

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