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Von (ptr)  |  26.08.2010  | Netzcode: 2467326  |  1207 Mal gelesen.
Oberviechtach/Schönsee

Auf den Spuren der Venezianer

Tour von Oberviechtach nach Friedrichshäng

Fast geschafft! Am Ufer des Keckenweihers in
Fast geschafft! Am Ufer des Keckenweihers in Schönsee laden Bänke zur Rast ein. In den Metzgereien der nahen Hauptstraße kann man den Rucksack mit Pascherwürsten füllen, bevor es weiter in Richtung Osten zur Landesgrenze geht.

Oberviechtach/Schönsee. (ptr) Auf der Suche nach Gold und anderen Mineralien durchstreiften im Mittelalter fremdländisch aussehende Männer die Region. Heute kann man auf dem Venezianersteig von Wolfringmühle (Fensterbach) bis Friedrichshäng (Schönsee) eine herrliche Landschaft entdecken und sich aktiv als Goldgräber betätigen.

An den goldführenden Bächen im Tannenwald trifft
An den goldführenden Bächen im Tannenwald trifft man Goldwäscher im historischen Venedigerkostüm, wie sie eifrig die Waschpfanne schütteln. Die geführten Goldwanderungen sind nicht nur bei Touristen sehr beliebt.
Wir nehmen das östliche Drittel (23 Kilometer; Dauer sechs Stunden) des insgesamt 68 Kilometer langen Wanderweges in Angriff und starten in Oberviechtach am Rathaus. Vorbei am Baugebiet Sandradl geht's zur Standortschießanlage der Grenzlandkaserne und hier, auf 506 Meter über dem Meeresspiegel, hinein ins Oberviechtacher Hochholz.









Waldwiesen und Weiher



Die Venezianer zogen im Mittelalter durch die
Die Venezianer zogen im Mittelalter durch die Region und gingen tief im Wald ihren geheimnisvollen Geschäften nach. Viele Kilometer des Weges ziehen sich durch verwunschene Wälder: Nach dem Oberviechtacher Hochwald geht's ab Schieberberg bis zum "Goldbach" im Tannenwald und den Berg hinauf nach Schwand ins Schönseer Land. Bilder: Portner (5)
Nach etwa drei Kilometer erreicht man über Berg und Tal das schmucke Dörfchen Gartenried. Beim Hösl-Weiher in Lukahammer überquert der Wanderer die Staatsstraße 2160, marschiert hinauf zur Einöde Schieberberg und in Richtung Nordosten nach links durch die Hofstelle.

Und das war dann auch für längere Zeit das letzte bewohnte Anwesen. Denn ab hier durchstreift man wie früher die Venezianer, den dichten Oberpfälzer Wald und landet schließlich im historischen Goldabbaugebiet der Langau (belegt ab 1318 bis 1768). Das Kerngebiet im Tannenwald bei Unterlangau trägt den Flurnamen "Gütting" (gute Stelle). Zwischen den Bäumen türmen sich Hügel auf, denen man ansieht, dass nicht die Natur sie geschaffen hat. Es sind Abraumhalden aus der Zeit des Goldfiebers. Tief unter der Erde ruht das Edelmetall noch immer im Gneis und wenn es im Bach glitzert, funkeln die Augen der Hobbyschürfer, die ihre schwarze Plastikschüssel ungeduldig hin und her schütteln. Gold ist neunzehnmal schwerer als Wasser und bleibt deshalb am Grund der Schale oder in ihren Rillen hängen.

Vom Gold zur Grenze



In Gartenried weisen Tafeln in die richtige
In Gartenried weisen Tafeln in die richtige Marschrichtung.
Der Venezianersteig läuft ein Stück am Goldlehrpfad entlang, wo man auf Informationstafeln inmitten mächtiger Fichtenstämme, viel Wissenswertes über den zeitlosen "Goldrausch" nachlesen kann. Der Waldweg windet sich den Berg hinauf nach Schwand und über Wiesen hinab zum früheren Bahnsteig Schönsee und durch den Kurpark zum Keckenweiher. Am Ortsende von Dietersdorf erklimmt man die Gradelhöhe (744 ü.M.) nach Friedrichshäng mit herrlicher Aussicht übers Land. Am Ziel belohnt eine Brotzeit im Grenzwirtshaus Gerstmeier (Gruppen anmelden: 09674/1268 oder 459) direkt am Schlagbaum zum Nachbarland Tschechien. Zu Beginn der Tour wartet ein gastronomisches Angebot in Oberviechtach und vor der Waldstrecke auch in Lukahammer ("Hammerschenke", 09677/330).

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