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Von (rid)  |  26.08.2010  | Netzcode: 2468520  |  1474 Mal gelesen.
Seebarn

Vom Pfarrstall zum historischen Schatz

Bäuerliches Heimatmuseum erinnert an die Dorfgeschichte - Eröffnung vor elf Jahren

Das einzigartige, geschlossene Bauensemble von
Das einzigartige, geschlossene Bauensemble von Kirche, Schulhaus und Pfarrhof in Seebarn.

Seebarn. (rid) Seebarn, ein kleiner Ort zwischen Neunburg vorm Wald und Rötz gelegen, kann sich auf eine alte Geschichte berufen. Die erste urkundliche Erwähnung reicht bis ins Jahr 1133 zurück. An die lange Historie des Dorfes erinnert eine Sammlung im bäuerlichen Heimatmuseum, das 1999 eröffnet worden ist.

Ein besonderes Kleinod ist die unter dem
Ein besonderes Kleinod ist die unter dem Dachgebälk untergebrachte Dorfschule, ausgestattet mit dem Originalmobiliar der ehemaligen Seebarner Schule. Bilder: rid (5)
Otto Mehltretter (71) sitzt am Sonntagnachmittag gerne auf der Bank vor dem Eingang und begrüßt die Gäste. 1987 hat er den "Heimatverein Seebarn e.V." ins Leben gerufen und damit in der Bevölkerung eine ungeahnte Sammlerleidenschaft entfacht. Die Seebarner trugen alle alten Gegenstände zusammen, die sie zu Hause stehen hatten und ließen dadurch eine umfangreiche Sammlung entstehen.

Heute ist Otto Mehltretter Ehrenvorsitzender des 80 Mitglieder starken Vereins und beobachtet mit Freude, wie seine Nachfolger Adolf Greiner und Monika Becher seine Arbeit fortsetzen. Dem Besucher präsentiert sich mittlerweile ein einzigartiges, geschlossenes Ensemble aus Kirche, Schulhaus und Pfarrhof.

Die Geschichte des Heimatmuseums begann mit einem baufälligen Pfarrstall. Der Neunburger Heimatpfleger Theo Männer leistete den Seebarnern Hilfestellung bei der Renovierung. Die Kosten von 65 000 Euro konnten mit Spenden sowie durch Zuschüsse der Stadt, des Landkreises, des Bezirks, der Kirche und der Denkmalschutzbehörde beglichen werden.

750 000 Euro



Ehrenvorsitzender Otto Mehltretter (rechts)
Ehrenvorsitzender Otto Mehltretter (rechts) begrüßt vor dem Museum die Gäste und erzählt ihnen gerne die Entstehungsgeschichte.
Der Gedanke an ein Museum war damit geboren. Der inzwischen gegründete Verein ließ historische Getreidekästen und Scheunen nach Seebarn verfrachten, kaufte den angrenzenden Rankl-Hof und renovierte das Pfarrhaus. Wenn Otto Mehltretter alle Ausgaben zusammenzählt, kommt er auf eine 750 000 Euro.

"Wir wollten die bäuerliche Handwerkskunst nicht nur erhalten, sondern sie den Leuten auch zeigen", nennt der Ehrenvorsitzende den Grundgedanken. Deshalb veranstaltet der Verein regelmäßig Thementage, an denen Getreide gedroschen, geklöppelt oder Kraut eingehobelt wird. Das Museum hat jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. "Wir bieten aber auch Sonderführungen an", erklärt Claudia Falk am Empfang. Sie zählt pro Jahr 1000 Besucher, die mit Bussen kommen.

Besonderes Kleinod



Blick in eine Bauernstube anno dazumal: Rechts
Blick in eine Bauernstube anno dazumal: Rechts saßen der Bauer und seine Familie, links die Dienstboten.
Eine Vielzahl bäuerlicher Gebrauchsgegenstände lädt zum Verweilen und Betrachten ein. Als besonderes Kleinod erweist sich die unter dem Dachgebälk untergebrachte Dorfschule, ausgestattet mit dem Originalmobiliar der ehemaligen Seebarner Schule. Im Ausstellungsraum "Religiöses Brauchtum" finden sich beeindruckende sakrale Exponate. Sehenswert ist auch die Ausstellung mit Präparaten von Tieren aus der Oberpfälzer Heimat, die Dr. Hajo Steffens zusammengetragen und im Pfarrstall untergebracht hat. Einige von ihnen, etwa der Wolf und der Luchs, sind zwischendurch verschwunden und tauchen jetzt wieder vereinzelt auf. Auch ein Besuch der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit romanischem Turm und gotischem Altarraum aus dem 15. Jahrhundert lohnt sich.

Die Modelleisenbahn des Heimatmuseums, gespendet
Die Modelleisenbahn des Heimatmuseums, gespendet von Dr. Hajo Steffens.


Nostalgische Erinnerungen bei den Erwachsenen und Neugierde bei den Kindern weckt das "Spielzeugmuseum" auf dem Rankl-Hof, das ebenfalls auf Initiative von Dr. Hajo Steffens zurückgeht.

Alle Folgen "Urlaub daheim" im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/urlaubdaheim

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