Zur Situation am Dänner-Eck und dem geplanten "Shopping-Center".
Seit Jahren ist das "Dänner-Eck" ein optischer Schandfleck, nach dem Abriss des alten Gebäudes vor einem Jahr mehr als zuvor während der Phase des Leerstandes. Immer wieder zucken für kurze Zeit Überlegungen und Planungen durch die Medien, über lange Strecken hinweg ist jedoch nichts zu hören.
Seit einigen Wochen wird Hoffnung geweckt, Hoffnung auf ein überdimensioniertes Projekt, ein Shopping-Center, dessen Planung munter Grundstücke einbezieht, die mit Häusern bebaut sind, deren Verkauf und Abriss keineswegs geklärt sind.
Bemerkenswert sind auch die zeitlichen Planungen, drei Jahre, fünf Jahre, in jedem Fall bedenklich lange. Bis an dieser exponierten Stelle tatsächlich Leben einkehrt, wird noch lange Zeit vergehen, in der Verödung und Stillstand alle angrenzenden Geschäfte gefährden.
Blickt man in andere Städte mit mehr oder weniger großen "Shopping-Centern", erfährt man, dass diese immer wieder mit Problemen zu kämpfen haben. Anfangs sind Begeisterung und Interesse groß, dann kehrt der Alltag ein, die Besucherzahlen gehen oftmals zurück. Viele Geschäfte im Umfeld haben jedoch bereits Schaden genommen.
07.09.2010
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Briefe an die Redaktion
Warum zäumt man das Pferd nicht einmal von hinten auf? Wieso fragt niemand die Menschen in der Stadt, die Kunden und Besucher der Innenstadt, welche Geschäfte sie vermissen, sich wünschen? Vermutlich würden die Antworten manchen Planer erstaunen.
Die Weidener Innenstadt braucht vermutlich keinen weiteren Drogeriemarkt, keine zusätzliche Buchhandlung, kein Schuhgeschäft. Hier ist das Angebot ausreichend. Aber wie sieht es mit einem Stoffgeschäft aus? Wo kauft man einen Kleiderstoff, wenn man selbst noch näht? Wo einen Reißverschluss oder einen Knopf? Mehrere Stoffgeschäfte haben sich in den vergangenen Jahren aus Weiden zurückgezogen. Wo gibt es in großer Auswahl und mit wechselndem Sortiment Tischwäsche? Weiteres Beispiel ist der bitter vermisste Lebensmittel-Bereich.
In Passau wurde vor mehr als 20 Jahren mitten in der Innenstadt in einem Einkaufs-Center ein Supermarkt eingerichtet - und er brummte von Anfang an. Nicht nur die Innenstadt-Bewohner strömten hinein. Und wo bekommt man in Weidens Innenstadt eine Tüte Milch oder eine Packung Nudeln? Das gibt es am Stadtrand. Bald in einem Einkaufstempel mehr. Im Weidener Norden. In "zentraler" Lage, für jeden Innenstadt-Bewohner zu Fuß problemlos zu erreichen? Spüren Sie die Fragwürdigkeit der Planung?
Susanne KempfWeiden
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