Oberpfalznetz.de > Mitreden > Kommentare > Ein Atomendlager ist nötig, aber ein politischer Sprengsatz

Von Stefan Zaruba  |  08.09.2010  | Netzcode: 2483295  |  116 Mal gelesen.

Ein Atomendlager ist nötig, aber ein politischer Sprengsatz

Kommentar von Stefan Zaruba

Bundesumweltminister Norbert Röttgen will dem Eindruck entgegentreten, dass er nach all seinen Zugeständnissen politisch abgereichert ist. So wagt er sich an eine Zeitbombe mit thermonuklearer Sprengkraft: die Frage nach dem Endlager für all den Dreck, den deutsche Reaktoren ausgespien haben und noch ausspeien werden.

Verglichen mit dem rot-grünen Atomgesetz und den Beschlüssen vom Sonntag steht Röttgen vor einer kaum zu bewältigenden Aufgabe. Jeder weiß, dass der Atommüll auf Jahrtausende unser Leben bedroht. Mit einer zwölfstündigen Sitzung und ein paar Anrufen bei der Atomindustrie ist es also nicht getan. Ist einmal ein Ort genannt, ob Gorleben oder Buxtehude, markiert er automatisch das Zentrum bundesweiten Widerstands. Ein Brennglas auch für den Protest gegen all das, was im Kanzleramt ausgekartelt wurde.

Die Anti-Atom-Bewegung ist ruhiger geworden, auch weil ihr Bauzäune und Castor-Züge fehlen. Die kritische Masse für zivilen Ungehorsam ist aber schnell erreicht, wenn sich Menschen verladen fühlen und ein Symbol vor Augen haben. Das lehrt der Widerstand gegen "Stuttgart 21". Deutschland braucht ein Endlager, keine Frage. Aber der Preis für jede Regierung, die es durchdrückt, ist hoch.


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben:

Ihre E-Mail-Adresse:
Ihr Kennwort:

Noch nicht Mitglied im Oberpfalznetz?

Dann registrieren Sie sich hier!
Zum Artikel: Das "bescheuerte System" gehört vor das Bundesverfassungsgericht

Das "bescheuerte System" gehört vor das Bundesverfassungsgericht

Kommentar von Hans Klemm

Für die bayerischen Steuerzahler war 2011 ein Rekordjahr, das nicht fröhlich stimmen kann. Knapp 3,7 Milliarden Euro und damit 16 Prozent der Einnahmen flossen in den Länderfinanzausgleich. Der mehr...
Zum Artikel: Am "deutschen Wesen" wird Griechenland nicht genesen

Am "deutschen Wesen" wird Griechenland nicht genesen

Kommentar von Albert Franz

Der Erfolg hat viele Neider. Und gerade der Klassenprimus ist selten der Klassenliebling. So geht es derzeit auch Kanzlerin Angela Merkel. Deutschland soll gemäß seinem wirtschaftlichen Gewicht 22 mehr...

Eine Frage

Kommentar von Benjamin Tietz

der Größe Dass die Gräben zwischen dem amtierenden Bürgermeister Rudolf Birner und seinem Amtsvorgänger Johann Prifling tief sind, ist kein Geheimnis. Zu viel ist vorgefallen, gegenseitige mehr...

Parkplätze abhaken

Kommentar von Uwe Ibl

Jetzt also wieder einmal das Neustädter Dauerthema Parkplätze. Sicher, die Ideen für die Tiefgarage sind gefällig und nach dem, was Stadträte und Bürgermeister immer wieder versprochen haben, auch mehr...