Ein Atomendlager ist nötig, aber ein politischer Sprengsatz
Kommentar von Stefan Zaruba
Verglichen mit dem rot-grünen Atomgesetz und den Beschlüssen vom Sonntag steht Röttgen vor einer kaum zu bewältigenden Aufgabe. Jeder weiß, dass der Atommüll auf Jahrtausende unser Leben bedroht. Mit einer zwölfstündigen Sitzung und ein paar Anrufen bei der Atomindustrie ist es also nicht getan. Ist einmal ein Ort genannt, ob Gorleben oder Buxtehude, markiert er automatisch das Zentrum bundesweiten Widerstands. Ein Brennglas auch für den Protest gegen all das, was im Kanzleramt ausgekartelt wurde.
Die Anti-Atom-Bewegung ist ruhiger geworden, auch weil ihr Bauzäune und Castor-Züge fehlen. Die kritische Masse für zivilen Ungehorsam ist aber schnell erreicht, wenn sich Menschen verladen fühlen und ein Symbol vor Augen haben. Das lehrt der Widerstand gegen "Stuttgart 21". Deutschland braucht ein Endlager, keine Frage. Aber der Preis für jede Regierung, die es durchdrückt, ist hoch.






