Realschülerinnen aus Weiden begeben sich in Theuern auf "Zeitreise"
Weiden/Theuern. Ende Mai stand für die Mädchen der Klasse 9c der Sophie-Scholl-Realschule Weiden eine wahre Zeitreise an. Auf Einladung von Eon Bayern begaben sich die Schülerinnen nach Theuern in das dortige Bergbau-und Industriemuseum. Dort tauchten sie auch in die Geschichte der Stromversorgung ein.
Der Besuch des Museums in Theuern verhalf den Neuntklässlerinnen zu neuen Einsichten: Früher war das Leben beschwerlicher als heute. Bild: hfz
Bei der Führung durch das Hammerwerk, dessen Einrichtung größtenteils aus dem 19. Jahrhundert stammt, erfuhren die Schülerinnen, dass bereits im 13. Jahrhundert in Ostbayern die ersten Hämmer produziert wurden. Die Nutzung der Wasserkraft bildete damals die Voraussetzung für die Errichtung der Hammerwerke. Nach der Auflassung der Hammerwerke entstanden sogenannte Spiegelschleifen und Polierwerke.
Schwerstarbeit geleistet
Eine Spiegelschleife mit Polierwerk, die zuvor bereits als Getreidemühle existierte, befindet sich im gleichen Gebäude. In diesen Betrieben wurden die Glasplatten aus den heimischen Flachglashütten einem Schleif- und Poliervorgang unterzogen. In einer Siebentagewoche arbeiteten die Schleifer und Polierer in 24-Stundenschichten an den Schleif- und Poliertischen. Diese Arbeit war Schwerstarbeit und viele Arbeiter kämpften mit Rheuma.
Beeindruckend waren vor allem auch die Wohnräume der Familien, die in den Betrieben die Vorarbeit leisteten oder die Betriebe leiteten. Die Schülerinnen erfuhren, dass das Leben sich hauptsächlich in der Stube abgespielt hat und die Generationen samt Gesinde alle unter einem Dach lebten.
05.07.2011
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Weiden/Theuern
Bügeln war fast schon Bodybuilding
Realschülerinnen aus Weiden begeben sich in Theuern auf "Zeitreise"
Eine Auswahl historischer Schalter. Bild: hfz
Ein weiterer Zeitsprung stand an, als es die enge Treppe nach oben in das Strommuseum ging. Dort erfuhren die Schülerinnen, dass sich die Entwicklung der Stromversorgung in Bayern in vier Phasen einteilen lässt.
Von Ende des 19. Jahrhunderts bis 1920 gab es Strom hauptsächlich in den Städten. 1950 fand er den Weg aufs Land. In den 50er und 60er Jahren folgten Wirtschaftswunder und Wiederaufbau und der Alltag der Menschen wurde elektrisch. Seit den 70er Jahren wurden Fragen nach nachhaltiger und umweltfreundlicher Stromproduktion laut. Im Strommuseum befindet sich eine Dauerausstellung aus einer Dokumentation der Stromgeschichte Ostbayerns und einer Sammlung alter Elektrogeräte, die die Entwicklung der Technik verdeutlichen.
Früher war die Hausarbeit mühsam und beschwerlich und die Schülerinnen konnten am Gewicht eines Bügeleisens erkennen, dass die Hausfrauen damals keine Fitnessgeräte brauchten. Die Arbeit wurde von Hand verrichtet, denn elektrische Geräte waren selten und vor allem sehr teuer.
05.07.2011
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Weiden/Theuern
Bügeln war fast schon Bodybuilding
Realschülerinnen aus Weiden begeben sich in Theuern auf "Zeitreise"
Waschtag bis nachts
Es gab weder Taschenrechner noch Computer und ein Waschtag dauerte von morgens bis spät in die Nacht. Um warmes Wasser zum Waschen zu haben, musste zuerst ein Ofen geschürt werden. Bevor Musik aus einem Grammophon erklang, musste es mit der Kurbel angeworfen werden.
Im Museum finden sich auch viele faszinierende Geräte, die der Körperpflege dienten. So kann man Höhensonnen, Brennscheren, aufheizbare Dauerwellenzwicker, Elektrisiergeräte und eine spektakuläre Trockenhaube bewundern. Die Welt der Energie wird in einem Ergänzungsteil erklärt. Hier finden sich Modelle zum Schalten und Kurbeln, an deren Beispiel sich die Energie erfahren und erleben lässt.
Die Mädchen kamen am Ende schnell zu der Erkenntnis, dass für uns der elektrische Strom selbstverständlich ist. Er erleichtert uns den Alltag und wir verwenden sehr viele elektrische Geräte ohne groß nachzudenken, so dass uns deren Existenz erst bewusst wird, wenn sie kaputt sind.
Ohne Strom läuft kaum etwas und darum ist es um so wichtiger, auf erneuerbare Energieformen zurückzugreifen, damit auch die Generationen nach uns noch eine lebenswerte Welt haben.
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