Amberger Schüler nutzen die Gelegenheit und interviewen den Chef des Museumsdorfs - Gar keine Starallüren
Gruppenbild mit "Wasi". Bild: hfz
"Wasi, Wasi, Wasi!", so begrüßten die Schülerinnen und Schüler aus Amberg und Breitenbrunn begeistert den ehemaligen Doppelolympiasieger und Weltmeister im Skisport, Markus Wasmeier.
Nachdem er sich für seine dreckigen Schuhe entschuldigt hatte, gesellte er sich zu uns auf die Bierbank und beantwortete geduldig und offenherzig alle Fragen.
Hier folgt nun das Interview.
Was für ein Gefühl war es, Olympiasieger zu sein?
Markus Wasmeier: Das ist jetzt eine gute Frage. Man hat auf jeden Fall das Gefühl, dass sich der ganze Schweiß, die viele Arbeit und das harte Training endlich gelohnt haben. Es ist wirklich ein unbeschreibliches Gefühl, so als ob Ostern und Weihnachten auf einen Tag zusammenfallen würden.
Hatten Sie auch mal Angst, wenn Sie einen Berg runterfuhren?
Markus Wasmeier: Ja, auf jeden Fall. Ein bisschen Angst hat man ja immer, aber einmal ist mir bei einer Fahrt mehrmals hintereinander immer wieder die Bindung vom Ski aufgegangen. Da hatte ich schon richtig Angst.
11.10.2011
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Amberg/Schliersee
"Wasis" Lieblinge sind seine zwei Wollschweine
Amberger Schüler nutzen die Gelegenheit und interviewen den Chef des Museumsdorfs - Gar keine Starallüren
Wollten Sie während Ihrer Skikarriere auch mal aufgeben?
Markus Wasmeier: Nein, eigentlich nie. Denn egal, wie schwierig es manchmal war, wollte ich vorwärts blicken und nicht alles hinwerfen, dann wäre ja alles umsonst gewesen. Und bei einem Sieg ist man unheimlich stolz. Das ist wie hier bei dem Museum. Dieser Hof war am Anfang nur ein Haufen Steine und ich habe viele Maurer gefragt, ob sie diese Mauer wieder aufbauen würden. Die haben aber alle abgesagt, weil sie es vielleicht nicht konnten oder keine Lust hatten. Und was hab ich gemacht? Learning by doing: Ich hab einen Kurs im Bruchsteinmauern genommen und gemeinsam mit den Angestellten diese Mauern aufgebaut.
Ging Ihnen das ständige Autogramme geben mal auf die Nerven?
Markus Wasmeier: Nein, weil es ganz auf die Art und Weise drauf ankommt, wie dich jemand fragt. Wenn jetzt jemand freundlich - so wie ihr - hergeht und nach einem Autogramm oder Foto fragt, dann mach' ich das natürlich gerne.
11.10.2011
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Amberg/Schliersee
"Wasis" Lieblinge sind seine zwei Wollschweine
Amberger Schüler nutzen die Gelegenheit und interviewen den Chef des Museumsdorfs - Gar keine Starallüren
Aber wenn jemand so sagt: "Wieso hast'n mir noch net a Autogramm gebn?", dann sag ich nur: "Weil du mich noch nicht gefragt hast!" Das ist auch mein Motto, man sieht sich immer zweimal im Leben, also werde ich diese Person bestimmt auch mal ein zweites Mal treffen!
Warum haben Sie mit Ihrer Skikarriere aufgehört?
Markus Wasmeier: Der Hauptgrund war meine Familie, denn ich war 300 Tage im Jahr unterwegs. Ich habe drei Söhne und die wollte ich aufwachsen sehen. Dann war da auch noch dieses Museumsprojekt, das hat viel Zeit in Anspruch genommen.
Warum haben Sie dieses Museum errichtet?
Markus Wasmeier: Wie ihr sicher gehört habt, gab es mal eine Umfrage, bei der die Kinder beantworten sollten, wie eine Kuh aussieht. Teilweise waren die Kühe laut den Kindern lila! Ich hab mir dann gedacht, das kann ja nicht sein! Außerdem wollte ich ursprünglich Maler und Restaurator wie mein Vater werden, aber dann kam das Skifahren dazwischen.
Ich wollte und will das Erbe dieser Höfe erhalten, die teilweise seit dem 16. Jahrhundert bestehen. Und ich habe mich sehr lange in diesen Höfen aufgehalten, da merkt man dann erst, dass so ein Hof eine "Seele" hat, die man in den heutigen Häusern gar nicht spürt. Man sieht richtig, wie gut wir es in der heutigen Zeit haben und wie hart es damals war.
11.10.2011
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Amberg/Schliersee
"Wasis" Lieblinge sind seine zwei Wollschweine
Amberger Schüler nutzen die Gelegenheit und interviewen den Chef des Museumsdorfs - Gar keine Starallüren
Wie oft schauen sie bei dem Museum vorbei?
Markus Wasmeier: Fast täglich. Wir haben hier zwar 56 Mitarbeiter, aber es gibt doch immer was zu tun. Ich kümmere mich zum Beispiel um meine Lieblinge, zwei Wollschweine, deswegen habe ich auch dreckige Schuhe.
Anna-Maria Horst, Sandra Kohl, Veronika Kick und Milena Täschner, Klasse 8c des Max-Reger-Gymnasiums Amberg(Schuljahr 2010/2011)
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