Neustädter Sechstklässler besuchen das Keltendorf "Gabreta" im Bayerischen Wald und lernen viel dazu
Ein Themenbereich in unserem GSE-Unterricht waren die Kelten. Um einen besseren Einblick in die Kultur unserer Vorfahren zu erhalten, beschloss unser Klassenlehrer Gerhard Steiner, mit uns in den archäologischen Erlebnispark Gabreta im Bayrischen Wald zu fahren.
Ins Keltendorf "Gabreta" führte ein interessanter Ausflug der Neustädter Sechstklässler. Bild: hfz
Gleich bei der Begrüßung erzählte uns dort Rosina Lang, die in typischer Keltenkleidung auftrat, dass die Gallier Asterix und Obelix auch zu den Kelten gehören. Sie führte uns durch die zahlreichen Gebäude des Keltendorfs, die alle in Handarbeit nachgebaut wurden.
Holz, Lehm und Stroh
Unser erster Halt war in einem Haus, das in Blockbauweise errichtet wurde. Dabei wurden Holznägel verwendet und zum Abdichten Lehm und Moos. Die tragenden Pfähle wurden durch "Anbrennen" isoliert, damit sie nicht so schnell verfaulten. Der Fußboden bestand aus gestampftem Lehm und zum Schlafen gab es keine Betten, sondern nur Strohbündel. Damit man in der kalten Jahreszeit nicht fror, nahm man die Tiere mit ins Haus, um sich so gegenseitig zu wärmen.
In der Mitte des Raumes befand sich meist die Feuerstelle und viele litten wegen des Rauchs an Erkrankungen der Bronchien. Die Frau wurde auch als "Hüterin des Feuers" bezeichnet, da sie darauf achten musste, dass dieses nie ausging. Zum Essen gab es hauptsächlich Eintopf mit wilden Möhren, Zwiebeln, Knoblauch, Linsen und Saubohnen. Gewürzt wurde das Ganze mit Kräutern, denn das Keltengold, wie Salz damals genannt wurde, war sehr kostbar.
22.11.2011
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Zum Schluss einen Schluck Zaubertrank
Neustädter Sechstklässler besuchen das Keltendorf "Gabreta" im Bayerischen Wald und lernen viel dazu
Auch Zaubertrank brauen stand auf dem Programm. Bilder: hfz
Die Kelten aßen aber auch Getreide wie Urkorn und Dinkel. Es quillt im Magen schnell auf und sättigt so besser. Außerdem enthält es viele Mineralien. Aber auch Milchprodukte, Beeren, Nüsse und Fleisch standen auf dem Speiseplan.
Weiterhin erfuhren wir, dass der Stammesfürst alle anderen von seiner Statur her überragen musste. Der Durchschnittskelte war damals im Durchschnitt zwischen 1,60 und 1,70 Meter groß, die Fürsten hingegen maßen mindestens 1,80 Meter. "Man hat sogar Knochen einer Fürstin gefunden, die 1,90 Meter groß war", ergänzte Rosina.
Die Männer fielen durch ihre langen Wuschelhaare auf, ebenso wie durch ihre hoch gezwirbelten Bärte, wozu sie Ziegenfett benutzten. Wenn die Männer auf Brautschau waren, färbten sie ihre Haare rot, gelb und braun. Außerdem gab es damals schon die "Ehe auf Probe": Ein Pärchen durfte ein Jahr und einen Tag zusammenleben, ohne gleich zu heiraten.
Während dieser Zeit mussten sie immer grüne Kleidung tragen, damit die anderen Bewohner von deren Absicht wussten. Für die übrigen Dorfbewohner war es bei Todesstrafe verboten, sich an einen der beiden heranzumachen.
22.11.2011
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Zum Schluss einen Schluck Zaubertrank
Neustädter Sechstklässler besuchen das Keltendorf "Gabreta" im Bayerischen Wald und lernen viel dazu
Die Kelten waren sehr reinliche Menschen, die zweimal am Tag badeten und schon eine Sauna benutzten. Alle hatten ein Accessoirebeutelchen mit Nagelfeile, Ohrenschmalzlöffelchen und einer Pinzette für die Nasenhaare bei sich. Außerdem trugen sie ein Amulett. Die drei Kreise stehen für Geburt, Leben und Tod sowie den ewigen Lebenskreislauf.
Berühmter Fürst
Vor dem Blockhaus konnten wir die Holzstatue des Keltenfürsten Vercingetorix bewundern. Ihm war es gelungen, alle Stämme zu vereinen und in den Kampf gegen Cäsar zu ziehen. Sie unterlagen jedoch in der Schlacht bei Alesia im Spätsommer 52 vor Christus, und Vercingetorix wurde gefangengenommen.
Im Umgangstempel erfuhren wir einiges über die sagenumwobenen Druiden. Im Vergleich zu den übrigen Kelten, die im Durchschnitt 30 bis 40 Jahre alt wurden, wurden sie 70 bis 80 Jahre alt. Sie waren als Priester, Richter und als Arzt tätig. Die Lehrzeit betrug 20 Jahre.
Das Fertigen von Kleidungsstücken dauerte vier Jahre, da der Flachs, aus dem Leinen hergestellt wurde, drei Jahre lang ruhen musste. Aus Wolle fertigten die Kelten Socken, Mützen und Mäntel. Die Kelten gelten als die "Erfinder der Hosen". Außerdem unterschieden sie bereits zwischen Werktags - und Festtagskleidung.
22.11.2011
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Zum Schluss einen Schluck Zaubertrank
Neustädter Sechstklässler besuchen das Keltendorf "Gabreta" im Bayerischen Wald und lernen viel dazu
Im Töpferhaus erfuhren wir, dass die Kelten aufgeblasene Schweineblasen als "Fensterscheiben" benutzten. Vor allem die Mädchen amüsierten sich über die Tatsache, dass die Frauen an einem öffentlichen Ort ihre Männer schlagen durften, wenn diese ohne Beute von der Jagd nach Hause oder ohne Sieg aus einer Schlacht kamen.
In die Schmiede
Im Herrenhaus durften wir dann alle miteinander einen Zaubertrank mischen und zum Abschluss noch in der Schmiede selber den Hammer schwingen. Dabei erfuhren wir, dass die Kelten über qualitativ sehr hochwertige Schwerter verfügten und dass der Schmied im Dorf nach dem Stammesfürsten und dem Druiden der angesehenste Mann war.
Wir waren alle total begeistert von diesem Tag im Keltendorf.
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