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Von Hans Klemm  |  02.12.2011  | Netzcode: 3058607  |  419 Mal gelesen.

Ein finanzielles Trostpflaster lockt keinen Arzt aufs Land

Kommentar von Hans Klemm

Bild zu Artikel Ein finanzielles Trostpflaster lockt keinen Arzt aufs Land
"Er hat sich aufs Land versetzen lassen." Karikatur: Tomicek
Die Politik erliegt gerne dem Irrglauben, mit Geld lasse sich alles regeln. Höheres Kindergeld und bezahlte Elternzeiten sollten die Geburtenrate steigern, Fördermittel Betriebe in strukturschwache Gebiete locken. Beides hat nicht recht funktioniert. Die Gesellschaft überaltert, der Sog der Ballungsräume ist ungebrochen.

Nun also ein weiterer Versuch mit dem "Landarztgesetz". Mediziner, die sich in der Prärie niederlassen - und die liegt nicht nur im Osten -, sollen mehr verdienen dürfen. Sie erhalten quasi ein finanzielles Trostpflästerchen für die Zumutung, in entlegenen Regionen Patienten versorgen zu dürfen.

Sobald die Politik am Gesundheitswesen herumschnibbelt, ist Alarm zu schlagen. Bisher lief das ja nach dem Muster: Teurer, aber weniger effektiv. Die Bundesregierung muss sich fragen lassen, ob sie die Fakten korrekt einschätzt. 3500 Praxen sind nicht besetzt, zugleich arbeiten etwa 17 000 Mediziner im Ausland. Sind sie nur wegen besserer Verdienstmöglichkeiten abgewandert, oder wegen der Regelungswut des Gesetzgebers? Bürokratische Auflagen, Vorschriften und Meldepflichten, komplizierte Abrechnungsmodalitäten stehen über dem Wohl und Wehe des Patienten. Da wäre der Rotstift anzusetzen.

Wir werden nicht bis zum Jahr 2020 warten müssen, bis der Bürgermeister der Marktgemeinde X einem Jung-Mediziner eine komplett eingerichtete Praxis plus Wohnung zur Verfügung stellt und auch noch die Bezahlung der Helferinnen anbietet. Der Kandidat spricht dann eventuell Polnisch oder Tschechisch.

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Kommentare
johannes oppenauer  |  03.12.2011 11:10 Uhr

da hat die bundesregierung vergessen das "flosser modell" zu übernehmen!!!

wir sind 1700 einwohner und haben

vier praktische ärzte

zwei zahnärzte

eine massage praxis

eine ergotherapie praxis

eine psychologische praxis

eine ambulante krankenpflege

eine "betreutes wohnen" einrichtung

einen tierarzt

zwei apotheken


ps: sie sprechen alle deutsch,,,

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