Von Can Merey, dpa |
13.01.2012
| Netzcode: 3103259 | 130 Mal gelesen.
Kabul
Empörung bei den Taliban und der Nato
Ein abstoßendes Video über Leichenschändungen in Afghanistan torpediert die Friedensbemühungen der Isaf-Truppen
Es kommt selten vor, dass die Nato und westliche Regierungen die Meinung der Taliban-Propagandaabteilung zumindest im Grundsatz teilen. Am Donnerstag war einer dieser raren Momente: Niemand dürfte der Einschätzung von Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid widersprechen, der die auf einem Internet-Video gezeigte Schändung der Leichen von mutmaßlichen Aufständischen durch US-Soldaten "unmenschlich, unmoralisch und brutal" nannte.
In seltener Einmütigkeit verurteilten nicht nur die Taliban, sondern auch Präsident Hamid Karsai, die Nato und das Pentagon die Tat. Offiziell wurde die Echtheit des Videos zunächst nicht bestätigt.
Ramponiertes Image
Die Afghanen sind Kummer mit den internationalen Truppen gewohnt. Zwar behandelt die überwältigende Mehrheit der ausländischen Soldaten die einheimische Bevölkerung respektvoll. Doch Einzelne sorgen immer wieder für negative Schlagzeilen. Ein Beispiel aus den vergangenen Jahren war der Skandal um die Totenschädel-Fotos, auf denen Deutsche mit Menschenknochen posierten. Oder - weitaus schwerwiegender - das selbst ernannte "Kill-Team": Fünf Amerikaner, die 2010 aus Mordlust Zivilisten getötet und die Leichen verstümmelt haben sollen.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
Von Can Merey, dpa |
13.01.2012
| Netzcode: 3103259 | 130 Mal gelesen.
Kabul
Empörung bei den Taliban und der Nato
Ein abstoßendes Video über Leichenschändungen in Afghanistan torpediert die Friedensbemühungen der Isaf-Truppen
Hinzu kamen Foltervorwürfe gegen US-Truppen im Gefängnis auf dem Stützpunkt Bagram. Zivile Opfer bei Militäroperationen fachen den Unmut weiter an. Das Image der Truppen, die zu Beginn des Einsatzes von weiten Teilen der Bevölkerung willkommen geheißen wurden, ist ramponiert. Einer Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung vom vergangenen Herbst zufolge hält die Mehrheit der Afghanen die ausländischen Soldaten inzwischen für Besatzer.
Der jüngste mutmaßliche Skandal wird den wachsenden Hass vor allem auf die Amerikaner nun aller Voraussicht nach weiter befeuern. Kaum etwas dürfte die Bemühungen der Nato-geführten Schutztruppe Isaf um die "Herzen und Köpfe" der Bevölkerung effektiver unterminieren als US-Soldaten, die lachend auf die Leichen von Afghanen urinieren. Dass es sich bei den Toten um mutmaßliche Aufständische handelt, ist auch für Militärs irrelevant. "Diese respektlose Tat ist unerklärlich und nicht in Übereinstimmung mit den hohen moralischen Maßstäben, die wir von Koalitionstruppen erwarten", teilte die entsetzte Isaf mit.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
Von Can Merey, dpa |
13.01.2012
| Netzcode: 3103259 | 130 Mal gelesen.
Kabul
Empörung bei den Taliban und der Nato
Ein abstoßendes Video über Leichenschändungen in Afghanistan torpediert die Friedensbemühungen der Isaf-Truppen
Deutlich wurde auch Präsident Karsai. Er fordert von der Isaf und den Amerikanern immer vehementer, Afghanistan endlich als souveränes Land zu respektieren, in dem die Truppen nicht selbstherrlich agieren können. In einer Mitteilung des Präsidentenpalastes äußert sich seine Regierung nun "zutiefst verstört über ein Video, das zeigt, wie amerikanische Soldaten die Leichen von drei Afghanen entehren".
Auch wenn die USA - wie von Karsai gefordert - die Schuldigen so schwer wie möglich bestrafen sollten, dürften die ohnehin belasteten bilateralen Beziehungen weiteren Schaden erlitten haben. Die Verhandlungen über ein strategisches Abkommen zwischen Washington und Kabul, die sich seit Monaten verzögern, werden durch das abstoßende Video ebenfalls nicht erleichtert werden.
"Handlanger-Regierung"
Und auch Karsais Image dürfte durch den Vorfall weiter angekratzt werden: Ihm gelingt es trotz all seiner Appelle, Drohungen und Wutausbrüche nicht, die ausländischen Truppen an die Leine zu legen. Der jüngste Vorfall ist eine Steilvorlage für die Aufständischen. Sie machten am Donnerstag im Zusammenhang mit der geplanten Eröffnung eines Taliban-Büros im Golf-Emirat Katar erneut deutlich, dass sie Karsais "Handlanger-Regierung" nicht anerkennen werden. Immerhin: Die Taliban nutzten den jüngsten Skandal nicht dafür, zaghafte Fortschritte in Richtung einer politischen Lösung am Hindukusch zurückzudrehen.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
15-Jähriger bringt ganz Tschechien gegen Minderheit auf - Medien bedienen Vorurteil
Petr Z. ist ein hübscher Bursche. Blonde Locken umrahmen sein Gesicht, stahlblaue Augen strahlen einem entgegen. Petr ist 15, Schüler, und lebt im südmährischen Breclav (Lundenburg), unweit der
mehr...
Bundeskanzlerin plötzlich in der Defensive - Karten in der Europäischen Union werden neu gemischt
Das war nicht der Gipfel der Angela Merkel - es war der Abend von François Hollande. Eher tapfer lächelnd absolvierte die Kanzlerin ihr Programm auf dem Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs.
mehr...
Die tschechoslowakischen Fallschirmjäger gingen von Beginn ihrer Mission an ein hohes Risiko ein. Im Schutz der Nacht sprang das geheime Attentatskommando über dem von Deutschen besetzten Böhmen ab.
mehr...
Bundestag entscheidet heute über die Reform des Transplantationsgesetzes
Für Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, gibt es neue Hoffnung. Die Bürger in Deutschland sollen künftig gezielter vor die Entscheidung gestellt werden, ob sie zu einer Organspende bereit
mehr...
Auftakt mit Pannen: Der Sozialist François Hollande übernimmt die Macht in Frankreich
Die erste kalte Dusche für den neuen französischen Präsidenten lässt nicht lange auf sich warten. Keine eineinhalb Stunden nach der Amtsübernahme steht François Hollande am Dienstagmittag im
mehr...
Der Saarländer sieht sein Erbe gefährdet und will es noch einmal wissen, hat aber in Dietmar Bartsch einen hartnäckigen Widersacher
Als Oskar Lafontaine im Mai 2010 als Parteivorsitzender abtrat, hinterließ er ein bestelltes Feld. Die Linke war in 13 Landtagen vertreten und hatte bei der Bundestagswahl gerade ein Rekordergebnis
mehr...
Hannelore Kraft weiß zu siegen und gibt ihrer Partei Tipps - Rot-Grün schmiedet Pläne für Berlin
Von der rauschenden Wahlparty in der SPD-Zentrale war nur noch ein Erinnerungsstück an der Außenfassade übrig geblieben. "Currywurst ist SPD", stand auf dem Riesenplakat, mit dem Hannelore Krafts
mehr...
Ein Jahr nach der "Revolution" fragen sich die Spanier noch immer, wer "die Märkte" gewählt hat
Genau um Mitternacht wurde es plötzlich ganz still auf dem Madrider Platz Puerta del Sol. Die Demonstranten von der spanischen Protestbewegung der "Empörten" schwenkten schweigend weiße Tücher. Als
mehr...
Der gesellschaftliche Wandel hat die Politik erreicht: Statt "Ehemann" und "Ehefrau" sieht das Protokoll vielfach einen "Partner" vor
Bei der Familie Thomas Mann hatten die Liebschaften der Kinder den Spitznamen "die Eulen". Die Eltern sollen so tolerant gewesen sein, dass sie einfach ein Gedeck mehr auflegten, falls Tochter Erika
mehr...
Unionsfürsten lassen ihren Bundesumweltminister bei Solarkürzung im Regen stehen
Das Angebot der Kanzlerin war wohl nicht gut genug. Beim abendlichen Kamingespräch mit den CDU-Ministerpräsidenten konnte Angela Merkel besonders die ostdeutschen Regierungschefs nicht davon
mehr...
Viele Familien seit Monaten bankrott - Wirtschaftsverbände rufen zur Regierungsbildung auf
Das griechische Volk ist allmählich am Ende der Kräfte. Viele sind verzweifelt. Ganze Familien werden inzwischen von der Kirche und mit Spenden derer durchgefüttert, die noch Geld haben. Diesen
mehr...
Ein Steuerrekord folgt dem nächsten, es klingelt in den Staatskassen. Schon in diesem Jahr können Bund, Länder und Kommunen mit dem höchsten Aufkommen in der Geschichte rechnen. Mitten in der sich
mehr...
Bundestag debattiert über Altersbilder der Gesellschaft - Zwischen Teilhabe sowie Pflege und Gebrechlichkeit
Altern ist eine Zumutung, hat Loriot gesagt. US-Autor Philip Roth formulierte es drastischer: "Das Alter ist ein Massaker." Negative Einstellungen zur letzten Lebensphase gibt es viele: Alter wird
mehr...
Die somalischen Fischer fangen wieder mehr - Illegale Fangflotten fürchten Piraten im Indischen Ozean
. Die silbrigen Leiber glänzen im Licht, das durch die Tür in die Markthalle fällt: Rochen, Schwertfische, Thunfische, Haie. "Die Geschäfte laufen bestens", schreit Bashir Yusuf Barhi, der
mehr...
Parteien suchen nach Koalitionsmöglichkeiten: Konservative gescheitert - Nun sind die radikalen Linken am Zug
In Griechenlands politischer Landschaft ist nach den Parlamentswahlen nichts mehr, wie es war. Eine neue Regierung ist nicht in Sicht, manche sprechen von chaotischen Zuständen. Theoretisch kommen
mehr...
Nordrhein-Westfalen bestimmt einen neuen Landtag - Kraft sticht Röttgen aus
Selten stand bei einer Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen so viel auf dem Spiel: Nach fast zwei Jahren rot-grüner Minderheitsregierung braucht das noch immer mit Strukturproblemen kämpfende
mehr...
Nach der griechischen Parlamentswahl ist keine schnelle Lösung in Sicht - Suche nach tragfähiger Koalition
Das Wahlergebnis macht die Griechen ratlos. Einerseits haben sie die etablierten Parteien abgestraft, die sie für die weit verbreitete Armut verantwortlich machen. Gleichzeitig beauftragten sie auch
mehr...
Die Europäische Union und die Sehnsucht der Regierungschefs nach Wirtschaftswachstum
Zwei Wahlen bewegen die Europäische Union (EU). Zumindest ein wenig, zumindest zunächst. Ein sozialistischer Präsident François Hollande in Frankreich und eine schwierige, vielleicht gar unmögliche
mehr...
Griechen lassen große Parteien für rigides Sparprogramm büßen - Sozialisten und Faschisten ziehen ins Parlament ein
Stefan Voß, dpa Das Signal für die Euro-Zone ist fatal. Erstmals haben die Griechen über das maßgeblich von Deutschland mitdiktierte Sparprogramm abgestimmt - das Ergebnis: Die politischen
mehr...