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Von Martin Bink  |  16.01.2012  | Netzcode: 3105559  |  149 Mal gelesen.

Die "Costa Concordia" und eine Hochglanz-Branche

Kommentar von Martin Bink

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Kieler Woche. Karikatur: Tomicek
Ende Dezember prangerte der Naturschutzbund Deutschland die Kreuzfahrtbranche als Umweltsünder an. Die angeblichen Traumschiffe seien "dreckige Rußschleudern", so Nabu-Präsident Olaf Tschimpke bei der Verleihung des "Umwelt-Dinosauriers" an zwei Kreuzfahrtreedereien.

Passagiere, die nachts in Panik ins Meer springen, ein "Traumschiff", das gut 150 Meter vom Ufer entfernt halb versunken auf der Seite im Meer liegt - das passt nicht zur Vorstellung von unbeschwerter Erholung beim Urlaub an Bord, den Hochglanz-Prospekte zu verbreiten suchen. So wird dieses Unglück mit Toten und Verletzten die Branche schwerer aufwühlen als der Vorwurf der Umweltverschmutzung. Zumal die "Costa Concordia" kein Jahrzehnte alter Seelenverkäufer war, sondern ein schwimmendes Hightech-Hotel.

Kreuzfahrten sind ein Markt, in dem Milliarden Euro umgesetzt werden. Damit aus dem Umsatz auch satte Gewinne werden, dürfen die Kosten nicht zu hoch sein. Also muss irgendwo gespart werden. Im Zweifel wird beim Personal - bei Ausbildung oder der Anzahl - der Rotstift angesetzt. Es wird vermutlich noch Wochen dauern, bis Ursache und Verlauf des Unglücks geklärt sind. Aber nicht ausgeschlossen, dass ein Grund für das Geschehen im Mittelmeer ein bereits bekannter ist.

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