Zum Artikel "Kein Infraschall, kein Disco-Effekt" in der Samstagausgabe äußert sich der Vorsitzende des Vereins "Unser Hessenreuther Wald" e.V.:
In dem Artikel zitiert der Weidener Lokalpolitiker Christian Deglmann aus dem Windenergie-Erlass der Bayerischen Staatsregierung. Es ist klar, dass Herr Deglmann als "Steuerberater, der Bürger und Unternehmen berät, die in erneuerbare Energien investieren wollen" (Zitat aus NT) über den Erlass hoch erfreut ist.
Auch mir ist die Notwendigkeit, erneuerbare Energien zu fördern, um uns von Atomkraft unabhängig zu machen, voll bewusst. Ich schätze aber auch den einzigartigen Wert unserer Landschaft und Natur und sehe die Notwendigkeit, Menschen und Tiere vor den möglichen Gefährdungen dieser Anlagen zu schützen.
Die Lektüre des 65 Seiten umfassenden Erlasses war für mich mehr als enttäuschend: Die Schrift zielt einzig und allein darauf ab, möglichst schnell auch in sensiblen Gebieten den Bau von Windkraftanlagen zu ermöglichen. Eine von vielen Ungeheuerlichkeiten dieses Erlasses ist die "Höhe der Ersatzzahlung" beim Bau von Windrädern in sensiblen Landschaften: je hochwertiger die Landschaft, in denen Winkraftanlagen gebaut werden, umso mehr muss der Investor dafür als Entschädigung bezahlen (siehe Seite 38 des Erlasses). Herr Deglmann zitiert aus dem Bericht, dass schädliche Umwelteinwirkungen auf den Menschen durch Windkraftanlagen nicht belegt seien. Anschließend führt er an, Infraschall würde ab 250 Meter Abstand zu keiner Gesundheitsgefährdung führen.
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17.01.2012
| Netzcode: 3108101 | 124 Mal gelesen.
Briefe an die Redaktion
Wenn etwas nicht belegt ist, wie kommt man dann auf diese 250 Meter? Fakt ist, dass die Auswirkung des Infraschalls bisher tatsächlich nicht eindeutig nachgewiesen, aber auch nicht verharmlost werden kann.
Das renommierte Robert-Koch-Institut hat 2007 erklärt, die unhörbaren Geräusche einer Windkraftanlage könnten durchaus auf das Nervensystem des Menschen wirken und psychosomatische Krankheiten verursachen. Ähnliche Befürchtungen äußerten Mediziner in den USA und Australien. Der bevorstehende Freilandversuch an uns Menschen wird erst in vielen Jahren Klarheit bringen.
Auch die Mindestabstände zu Horsten von gefährdeten Großvogelarten wie beispielsweise Schwarzstorch oder Fischadler wurden ausschließlich aus Gutachten der Windkraftindustrie für den Staatserlass übernommen. Fachgutachten unabhängiger Wissenschaftler, die es zahlreich gibt und die teilweise viel größere Abstände fordern, fanden keine Berücksichtigung.
Mein Fazit: Der Windenenergie-Erlass ist keine Basis, um künftig emotionsloser zu diskutieren. Das Gegenteil wird der Fall sein, da nun auch in großen geschlossenen Waldgebieten wie Hessenreuther Wald, Steinwald und Oberpfälzer Wald problemlos Windparks mit bis zu 20 Anlagen gebaut werden können.
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Briefe an die Redaktion
Ein großes Kapital der Landkreise Neustadt und Tirschenreuth, die naturnahe einzigartige Landschaft, wird nachhaltig beeinträchtigt und der Erholungswert für den Tourismus leichtfertig verspielt. Die latente Bereitschaft vieler jüngerer Menschen, die Region zu verlassen, wird zunehmen.
Johannes BradtkaVorsitzender des VereinsUnser Hessenreuther Wald e.V.Erbendorf
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Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
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Susanne
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