Oberpfalznetz.de > Mitreden > Kommentare > Der Freistaat ohne Biermösl Blosn: Bayern im Umbruch

Von Albert Franz  |  19.01.2012  | Netzcode: 3110123  |  122 Mal gelesen.

Der Freistaat ohne Biermösl Blosn: Bayern im Umbruch

Kommentar von Albert Franz

Tomi_SW_Wulff-Vorwuerfe.jpg
"Man will mir ständig etwas anhängen ..." Karikatur: Tomicek
Es sind seltsam unruhige Zeiten. Die Biermösl Blosn hat gerade ihre letzten Auftritte hinter sich, die Grünen schicken Margarete Bause als Spitzenkandidatin in die Landtagswahl 2013, der designierte SPD-Spitzenkandidat Christian Ude streichelt im Stall von FW-Chef Hubert Aiwanger Ferkel - und was tut CSU-Chef Horst Seehofer? Er kündigt an, bis 2030 die letzten bayerischen Schulden getilgt haben zu wollen.

Natürlich reimt sich das alles schon irgendwie zusammen, um mit Christoph, Hans und Michael Well zu sprechen. Die Drei haben vor ihrer Trennung von der Entfremdung untereinander gesprochen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Abhandengekommen ist der gemeinsame Gegner, der 30 Jahre lang zusammenschweißte. Die Well-Brüder haben sich abgearbeitet an der Staatspartei CSU und sind grau geworden dabei. Nun - mit Seehofer an der Spitze und in der Koalition mit der FDP - eignet sich die Union nur noch bedingt als Feindbild.

Stuttgarter Verhältnisse in München? Die Umfragen sagen derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen der CSU und der Opposition voraus. Auch wenn es Seehofer so nie zugeben würde: Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude nötigt den Christ-Sozialen schon Respekt ab. Und weil die Liberalen in diesen Umfragen kaum noch vorkommen, fehlt der CSU ein geborener Mehrheitsbeschaffer.

Zur Überraschung seiner Parteifreunde will Seehofer nun mit einem Entschuldungsplan punkten. Das ist ebenso ehrgeizig wie gefährlich. Seinem Vorvorgänger Edmund Stoiber ist nicht zuletzt zum Verhängnis geworden, dass er Bayern mit der Brechstange zum ersten Bundesland ohne Neuverschuldung machen wollte.

Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen

Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.

Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben:

Ihre E-Mail-Adresse:
Ihr Kennwort:

Noch nicht Mitglied im Oberpfalznetz?

Dann registrieren Sie sich hier!
Zum Artikel: Ob Bahrain, Baku oder Kiew: Menschenrechte sind nicht teilbar

Ob Bahrain, Baku oder Kiew: Menschenrechte sind nicht teilbar

Kommentar von Albert Franz

Erst Proteste gegen das Formel-1-Rennen in Bahrain, dann Boykottaufrufe vor der Fußball-EM in der Ukraine - und nun das laute Grummeln über Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan. Sogar das mehr...
Zum Artikel: Auch Hollande nährt die Illusion, es gäbe ein Allheilmittel

Auch Hollande nährt die Illusion, es gäbe ein Allheilmittel

Kommentar von Alexander Pausch

Der neue französische Präsident François Hollande ist scheinbar in der Offensive. Auf dem EU-Sondergipfel in Brüssel war er umschwärmt. Doch wer meint, daraus eine Vorentscheidung für eine künftige mehr...

Ein Holzkopf im Wald

Kommentar von Joachim Gebhardt

Man kann sich nur ans Hirn fassen: Was muss das für ein Mensch sein, der gefährliche Nägel heimtückisch in Wald- und Spazierwegen versteckt? Ein echter Umweltschützer sicher nicht, auch wenn er mehr...
Zum Artikel: Stromspeicher entscheiden über das Gelingen der Energiewende

Stromspeicher entscheiden über das Gelingen der Energiewende

Kommentar von Hans Klemm

Dem neuen Bundesumweltminister Peter Altmaier ist zu wünschen, dass er über die Zahlen nachdenkt, die von der Deutschen Energie-Agentur stammen. Demnach soll im Jahr 2022, wenn alle Atomkraftwerke mehr...