München
Anklage: Börsenkurse manipuliert
Früherer Aktionärsschützer Straub weist vor Gericht Vorwürfe zurück
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| Der frühere Vizechef der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub (links), mit einem Justizbeamten. Bild: dpa |
Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Vizechef der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) Insiderhandel und Marktmanipulation vor. Zusammen mit einem mitangeklagten Herausgeber von Börsenbriefen soll der Diplom-Volkswirt Aktienkurse von Unternehmen gezielt beeinflusst und damit ein Vermögen verdient haben. Seit einer großangelegten Razzia im Herbst 2010 sitzen beide Angeklagten in Untersuchungshaft. Straub ließ über seine Anwältin die Vorwürfe zurückweisen. Die Ermittlungen gegen die beiden sowie weitere Beteiligte einer Clique aus Aktionärsvertretern und Finanzautoren galten als größter Schlag gegen organisierte Kursmanipulation in Deutschland. Zwei Angeklagte sind bereits zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt worden.
Straub war von 1999 bis zu seinem Rücktritt 2008 im Vorstand der SdK. Laut Anklage hat er seine Funktion aber zusammen mit dem Börsenbrief-Herausgeber auch für eigene Interessen genutzt: Unter anderem sollen die beiden im Herbst 2006 mit ihrem Privatvermögen auf fallende Kurse bei dem Motorenhersteller Thielert gesetzt haben. Im Oktober setzte Straub demnach über den Presseverteiler der SdK eine Mitteilung ab, in der Anlegern zum Verkauf der Aktie geraten wurde. "Die SdK-Veröffentlichung war, wie vom Angeschuldigten beabsichtigt, geeignet, den Kurs der Aktie zu beeinflussen, und hat ihn beeinflusst", so die Anklageschrift. Eine ähnliche Masche sollen die Angeklagten auch bei dem Bezahldienstleister Wirecard verfolgt haben. In diesem Fall soll Straubs Rechtsanwalt Harald Petersen von den Aktiengeschäften Straubs gewusst haben. Gegen ihn wird wegen Mittäterschaft ermittelt. Petersen wies die Vorwürfe gegen ihn zurück.
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