Essen/Krefeld
Thyssen-Krupp prüft Edelstahl-Ehe
Finnischer Konkurrent Outokumpu zeigt Interesse an Inoxum - Angst vor Abbau von Arbeitsplätzen
Deutschlands größter Stahlkonzern Thyssen-Krupp hat einen Interessenten für seine Edelstahlsparte gefunden. Das Unternehmen bestätigte am Montag Gespräche mit dem finnischen Konkurrenten Outokumpu.Eine Entscheidung über einen Zusammenschluss der Edelstahltochter Inoxum mit Outokumpu sei aber nicht gefallen. IG Metall und Betriebsräte befürchten massive Arbeitsplatzverluste in Deutschland. Kurzfristig könnten durch eine solche Edelstahl-Ehe bis zu 1000 Jobs in Gefahr geraten, sagte ein IG-Metall-Sprecher am Montag. Langfristig könnten nach Einschätzung von Arbeitnehmervertretern bis zu 2500 Arbeitsplätze in Deutschland bedroht sein. Von weltweit 11 000 Mitarbeitern bei Inoxum ist etwa jeder zweite in Deutschland beschäftigt.
"Das Vertrauen der Belegschaft in einen Erwerber Outokumpu ist bisher gering", sagte der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft, Oliver Burkhard. Ohne rechtsverbindliche Zusagen für den Schutz der Mitarbeiter werde man einem Verkauf nicht zustimmen. Am Montag kam es nach spontanen Arbeitsniederlegungen zu einem mehrstündigen Stillstand der Produktion im Krefelder Werk. Weitere Aktionen seien geplant, hieß es. Thyssen-Krupp bestätigte lediglich Gespräche mit Outokumpu. Es werde die Möglichkeit eines Zusammenschlusses geprüft. Nach wie vor existierten aber mehrere Möglichkeiten. Dazu gehörten ein Börsengang, eine Ausgründung und der Verkauf.
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