Leserbrief
Die Macht
der Anwohner
Zu "Schock für Ambergs Kulturszene" (AZ vom 7./8. Januar):
Abgesehen davon, dass man wirklich Durchhaltevermögen und sehr viel Liebe braucht, um ein Geschäft - egal ob Einzelhandel oder Gastronomie - zu eröffnen und zu erhalten, kommt in Amberg erschwerend der Anwohner hinzu: Es ist unglaublich, dass manche Anwohner in der Stadt so viel Macht haben, rings um ihre Wohnung Ruhe einkehren zu lassen.
Sogar dem eigenen Pächter wird mit ständigen Nörgeleien und Abmahnungen gedroht. Obwohl man doch jeden Monat eine Pacht von ihm bekommt und auch wusste, dass eine Gastronomie verpachtet wurde. Anstatt dem Pächter zu helfen und ihm unterstützend zur Seite zu stehen, wird ständig genörgelt.
Frohen Mutes und voller Elan werden Tausende von Euro investiert und dann wird man vom eigenen Verpächter oder Nachbarn getadelt, so dass einem die Freude an der Arbeit vergeht. Wie Tom Scheimer sagt, habe er anfangs 90 Prozent Spaß und 10 Prozent Ärger gehabt - das habe sich dann aber umgekehrt. Der Betrieb des Habana sei zu laut, zu lang, hole zu viele Leute in die Stadt, hieß es. Nun soll wieder Ruhe herrschen. Soviel zur Weststadt Ambergs.
Ich hoffe für alle Gastronomen, die schließen mussten oder es noch müssen, dass sie einen geeigneten Platz finden, an dem ihr Einsatz und ihr Mut, sich selbstständig zu machen, auch geschätzt und gewürdigt wird.
Monika Reynolds, Amberg
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