Im Artikel "Impulse mit Humor garniert" berichtete Der neue Tag über einen Kochabend mit Starkoch Alfons Schuhbeck und Dr. Peter Schleicher vor rund 1200 Gästen in der Kemnather Mehrzweckhalle. Dazu erreichte uns folgende Zuschrift:
Die zotig-bayrische Art Schuhbecks mit wiederholten Bemerkungen unter der Gürtellinie, in Anwesenheit von Kindern, mag so manchen amüsieren, sollte jedoch nicht vom eigentlichen Thema des Abends ablenken - "Intelligenter durch Ernährung" -, worunter wir uns sinnvolle Ernährungstipps für Schüler und ihre Eltern vorstellen. Dies erwarteten sicher auch das Schulamt, die "Miniköche" aus Regensburg und viele ehrenamtliche Helfer.
Die beiden befreundeten Hauptakteure, TV-Koch Schuhbeck und der Initiator des Abends, Dr. Schleicher, übergingen routiniert im Rahmen ihrer "Werbeveranstaltung" und gegenseitiger Beweihräucherung die eigentliche Thematik.
Aus Sicht zweier kritischer Zuhörer lief der Abend folgendermaßen ab: Der vom TV-Koch hochgepriesene Dr. Schleicher erläuterte für Laien verständlich ein ganzheitliches Modell von Hormonen, Geist und Immunsystem, in dem natürlich auch (Schuhbecks) Kräuter eine wichtige Rolle spielten.
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31.01.2012
| Netzcode: 3123804 | 262 Mal gelesen.
Briefe an die Redaktion
Nach einem mit Jahreszahlen dekorierten Ritt durch die Medizingeschichte, gepaart mit der seit Jahren aus dem TV bekannten Kräuter- und Gewürzlehre, begann nun Schuhbeck verschiedene medizinische Felder zu beackern. Wir fragen uns: Was hatte das auf dieser Veranstaltung zu suchen? Der Inhalt bezog sich mehr auf Krebs, Diabetes, Stents, gutes und schlechtes Cholesterin, als auf gesundes Pausenbrot. Auch eine Bio-Pille gegen Sodbrennen wird er bald auftischen.
Der traurige Höhepunkt war für uns, dass Schuhbeck, der die Kinderköche zu reinen Statisten degradierte, sämtliche zu erschwinglichen Preisen erhältliche Speiseöle pauschal für untauglich erklärte. Wer schlechte Fette esse, erkranke an Diabetes, Krebs, hohem Cholesterin, etc., so der mehrfach wiederholte Tenor.
Es erweckte den Anschein, als bliebe nur noch eine Alternative: das vom Meister speziell zusammengestellte Öl (am Verkaufsstand 18 Euro pro Flasche). Damit wird dem Redner sicherlich auch die weite Anfahrt aus München versüßt. Unter den 1200 zumeist jungen Eltern vermutete der Starkoch zirka 300 Herzkranke: "Hier sitzen mindestens 300 Leute mit einem Stent." Mit diesem offensichtlichen Unfug disqualifizierte er sich selbst.
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Briefe an die Redaktion
Wer durch den morgendlichen Konsum von Schuhbecks Suppengranulat intelligenter geworden ist, kann auch bald folgenden Satz übersetzen: Pecunia non olet! Hätte der Starkoch fünf Euro Eintritt verlangt und dann seine charismatische Ausstrahlung genutzt, um die Kinder für das Kochen zu begeistern und nicht die Eltern für das Kaufen, wäre es für beide Seiten ein gewinnbringender Abend geworden. So war es einfach nur eine dreiste Themaverfehlung.
Einziger Unterschied der Veranstaltung zu einer Kaffeefahrt: die Zuhörer waren keine mit dem Bus herangekarrten Senioren, sondern Pädagogen, Schüler und ihre Eltern.
Unser Tipp für alle Leser: Gesunde Ernährung braucht nicht unbedingt Markenprodukte, auch nicht die Marke "Schuhbeck".
Dr. med. Peter DeinleinDr. med. Florian HageAllgemeinärzte Kemnath
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Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
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