Von (dpa) |
01.02.2012
| Netzcode: 3124978 | 65 Mal gelesen.
Kap Arkona
"Man kann jetzt zur Ruhe kommen"
Vor fünf Wochen kam die kleine Katharina bei einem Abbruch der Steilküste am Kap Arkona ums Leben - Nun wurde ihre Leiche angespült
Ein steifer Nordostwind pfeift über das Kap Arkona, bis zu ein Meter hohe Wellen branden ans Ufer. Es ist ein knackig-kalter Wintertag mit strahlendem Sonnenschein. Wie jeden Morgen seit dem tödlichen Steilküstenabbruch vor fünf Wochen, bei dem die zehnjährige Katharina aus Brandenburg ums Leben kam, gehen zwei Mitarbeiter des Fördervereins "Kap Arkona" am Dienstag an der Abbruchstelle auf ihren Kontrollgang. Am alten Pegelhaus, nur 20 Meter nördlich der Unglücksstelle, machen sie eine grausige Entdeckung: Am Fuße der Ruine stoßen sie auf die Leiche eines Kindes. Die beiden Mitarbeiter rufen die Polizei, die die Leiche bergen und in die Gerichtsmedizin des Greifswalder Uni-Klinikums bringen lässt.
Während die Staatsanwaltschaft für eine offizielle Bestätigung das Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung abwartet, steht für Putgartens Bürgermeister Ernst Heinemann fest, dass es sich bei der Toten um Katharina handelt. "Ich habe das Gesicht gesehen", sagt er mit leiser Stimme kurz nach der Abfahrt des Leichenwagens. Er ist sich sicher, Wind und Wellen haben die Leiche ans Ufer gespült. Der Fund stimme ihn traurig, sagt Heinemann. Doch erstmals nach den zermürbenden Wochen der Ungewissheit spiegelt sich in seinem Gesicht auch ein Hauch von Erleichterung. "Ich bin erleichtert, dass wir der Mutter sagen können, wir haben sie gefunden. Sie kann jetzt bestattet werden."
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Kap Arkona
"Man kann jetzt zur Ruhe kommen"
Vor fünf Wochen kam die kleine Katharina bei einem Abbruch der Steilküste am Kap Arkona ums Leben - Nun wurde ihre Leiche angespült
An der Treppe zur Steilküste erinnern noch immer Blumen und Grablichter an das Mädchen. Die Blumen sind verblüht, auf die Lichter hat sich eine dünne Staubschicht gelegt. Der Alltag ist bis jetzt am Kap Arkona noch nicht wieder eingezogen. Imbissbetreiberin Iris Möbius, die die Einsatzkräfte während der verzweifelten Suche betreute, war in Gedanken immer wieder bei der Mutter. Sie sei erleichtert, dass sich der Kreis jetzt geschlossen habe, sagt sie. "Man kann jetzt zur Ruhe kommen."
Die Suche nach dem Kind hatte die 170 Einsatzkräfte zwei Wochen lang in Atem gehalten. Kurz nach dem Abbruch am 26. Dezember, bei dem mehrere Tausend Kubikmeter Kreide und Geröll in die Tiefe stürzten, konnten die Mutter und die ältere Schwester verletzt geborgen werden. Das nährte zunächst Hoffnung, auch die Zehnjährige lebend zu finden.
Bei der Suche mussten sich die Helfer aber immer wieder den Kräften der Natur geschlagen geben. Zunächst rutschten weitere Erdmassen nach, dann behinderte Hochwasser die Suche. Mit Schaufeln und einem Bagger hatten sie teilweise bis zu sieben Meter tief Geröllmassen abgetragen und durchsucht.
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