Mittelalterliches Amberg wirkt ohne Blech authentischer
Über die Diskussion um die Schiffgasse und zum Artikel "Experiment der IG ist gescheitert":
Zunächst möchte ich das Wort "Experiment" ablehnen, denn es handelte sich für die IG "Menschengerechte Stadt" nicht um einen Versuch, sondern um eine realistische, zukunftsträchtige Maßnahme, die Schiffgasse autofrei zu gestalten. Auch sollte man Stadtratsbeschlüsse nicht als Experiment betrachten.
Die Herren Martin Preuß, Thomas Bärthlein und Rupert Natter aus der christlichen Partei behaupten, Realitäten zu sehen und bürgernah zu handeln. Ich meine, ein intelligenter Politiker muss versuchen, das Beste für die Bürger zu erreichen, auch wenn diese die Maßnahmen im Augenblick vielleicht noch nicht einsehen können oder wollen. Beispiel: Rauschgifte sind verboten, obwohl es Menschen gibt, die sie gerne hätten. Zweites Beispiel: auf vielen Straßen gibt es Geschwindigkeits-Beschränkungen, obwohl viele gerne schneller fahren würden. Nun könnte man dagegen halten, dass diese Maßnahmen ja dem Schutz der Menschen dienen. Ich behaupte, auch eine autofreie bzw. verkehrsberuhigte Zone ohne parkende Autos dient dem Schutz, der Gesundheit und dem Wohlbefinden der dort lebenden Menschen.
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01.02.2012
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Mittelalterliches Amberg wirkt ohne Blech authentischer
Hinzu kommt noch die Polemik, dass ältere und gehbehinderte Menschen auf das Auto angewiesen seien. Ich gehe davon aus, dass die Bewohner des Marienheims zu annähernd 100 Prozent keine Autos besitzen, und wenn doch, dann hätten sie ja Anspruch auf Anwohnerparkplätze im Bereich 200. Zudem gibt es auch Behindertenparkplätze. Wer mehrmals am Tag in diesen Bereich fahren muss (Betonung auf muss), hat die Chance, eine Ausnahmegenehmigung zum Parken auf Anwohnerplätzen zu bekommen. Das ist keine Fiktion, das gibt es, seit es Anwohnerparkplätze gibt. Ebenso haben sozialen Dienste und Handwerker ihre Genehmigungen. Die Herren Preuß, Bärthlein und Natter wehren sich auch gegen den Vorwurf, fantasielos zu sein. Ich meine, wenn Fantasie vorhanden wäre, würde man eher drüber nachdenken, wie Engpässe in einigen Bereichen zu beheben sind, wie zum Beispiel durch mehr Flexibilität in der Zuteilung der Quartiere, statt ein schönes Stück Amberg durch parkende Autos zu verschandeln. Eine mittelalterliche Stadt wirkt ohne Blech authentischer.
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Mittelalterliches Amberg wirkt ohne Blech authentischer
Außerdem könnte man für die nicht gehbehinderten Einkäufer das vorhandene Parkgaragen-Angebot attraktiver machen. Sinnvoll wäre es, mit entsprechender Werbung auf das Bewusstsein derer einzuwirken, die zwar in Nürnberg oder Regensburg lange Wege auf sich nehmen, in Amberg aber am liebsten in die Läden hineinfahren würden. Wer nicht als "rückwärtsgewandt" hingestellt werden möchte, sollte nach vorne denken. Dazu braucht es aber Fantasie.
Helmut SchusterInnenstadt Amberg
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